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Mohr 44l Mohr
fenthar, in der achten Promotion (vom
2i. October 1762), in welcher aus AnlaĂź
der heldenmĂĽthigen Vertheidigung von
Schweidnih 3 GroĂźkreuze und 48 Ritter
ernannt wurden, das Ritterkreuz des Ma>
ria Theresien-Ordens verliehen. Mohr ,
der bald darauf zum Major befördert
worden war, diente nur bis zum Jahre
4774 in der activen Armee; er trat seiner
vielen und schweren Wunden wegen im
genannten Jahre als Oberstlieutenant
aus der activen Armee in den Ruhestand,
den er noch acht Jahre genoĂź, bis er zu
Wien im Alter von 68 Jahren starb.
Im Jahre 4779 wurde ihm mit Diplom
vom 11. August der Reichsfreiherrnstcmd
verliehen. Aus seiner Ehe mit Luise
Friederike von Oebschelwitz hatte
er den Sohn Johann Friedrich, den
nachmaligen Gmeral der Cavallerie und
Ritter des Maria Theresien-Ordens, des.
sen Lebensskizze bereits S. 437 mitge'
theilt worden.
Hirtenfeld ( I . ) , Der Militär.Maria There«
sien'Orden und seine Mitglieder (Wien 1857,
Staatsdruckcrei. 4".) S. I7l u. 1730.
AuĂźer der Freiherrnfamilie von Mohr sind
noch mehrere Personen dieses Namens be»
merkenswert!), und zwar: 1. Abraham
Mendel, Mohr (geb. in Lemberg). Zeit»
genoß. Ein hebräischer, in Lemberg ansässiger
Schriftsteller, der zahlreiche Schriften in he»
bräischer Sprache herausgegeben, doch in der
Regel nur zeitgemäße Stosse behandelt hat.
In ziemlich jungen Jahren bereits gab er
heraus: „Naßsn k. N - (3 Qook - mNk", d. i.
Schild der Weisheit; im Jahre 1844 ĂĽbcr<
nahm er in Gemeinschaft mit Jacob Bodek
die Redaction der Zeitschrift ^s^uss«.-
i Niln", welche er durch mehrere Jahre her«
ausgab; überdieß veröffentlichte er zahlreiche
Schriften, unter denen anzufĂĽhren sind:
„K ' I i i <soxi«, d. i. Vollendete Schönheit
(Lemberg 1848). unter welchem panegyrischen
Titcl nichts als^ eine Biographie Simon
Laemmel'S ls. d. Bd. X I I I , S. 4??^
gemeint ist; — „0 6 m ». o b. O a n i <1"
(Lemberg 1847), Zusätze zur Chronik von
David Gans, welche mit den Zusätzen zugleich abgedruckt ist; — „^ ru^o t na-
LoLsm«, d. i. Gartenbeet duftiger Kräuter
(ebd. 1848). eine Erklärung poetischer Stellen
aus dem Talmud; — „Okut ba-IK'ä2u-
las2«, d. i. Dreifacher Faden (ebd. 1833).
rine Lebensbeschreibung Napoleon's I I I . ;
— „vasu i Nei-'dadHb", d. i. Der Aus.
erwählte unter Myriaden (Czernowitz 1835),
eine Lebensbeschreibung Napoleon's I.; —
„Nar O^'o n«, d. i. Der Berg Sion (Lein-
berg 1836), ein hebräisch'dcutsches und deutsch-
hebräisches Taschenwörterbuch, zu Ende des«
selben mehrere Briefe; — „82901! o 01a.in",
d. i. Die Wege der Erde (Lruioerg 1857 his
l860), zwei Theile, eine Geographie Europa's,
und zwar eine Fortsetzung des grographischen
WerkrS von Samson Bloch; — „H.rz's l",
d. i. Der Held Gottes (ebd.), eine Biogra«
phie des Erzherzogs Kar l , mit einer Daiv
stelluna seiner Heldenthaten. Außerdem arbei»
tete er mit an dem in Lemberg l854 erschie-
nenen Werke des Tobias Feder: „Kol Hls-
okaaso^m", und schrieb viele kleinere Artikel
und Abhandlungen für hebräische Zeitschriften,
rvie er sich auch an dem polnischen Werke:
„ I ta-Kosk" bctheiligt hat. ^Lno^klo.
PsäiHa pon52sekna, d. i. Allgemeine
(polnische) Encyklopädie (Warschau 1864, S.
Drgelbrand, gr. 8<>.) Bd. XVI I I , S. 730.)
— 2. Franz Mohr donWaldt (gestorben
20. Juli 1643), einem altm rheinländischen
Geschlechte entstammend, war einer jener
Generale Wal l enstein's, die nach dessen
Ermordung auf die Anklageliste gesetzt und
der Untersuchung unterzogen wurden; es be»
fanden sich darunter u. A, Schaffgotsche,
Schärfenbcrg, Losi. Heinrich Ju l ius
Herzog von Sachsen, Hämmerte. Man
hatte ihn am 24. Februar l634 zu Vudweis
in Haft genommen und ihn aus derselben erst
am 17. März 1836 zu Mcrgentheim wieder
entlassen. So hatte denn der gegen ihn gefĂĽhrte
ProceĂź 2 Jahre 21 Tage gedauert, und war
Mohr auf den bloĂźen, wie es sich zuletzt
herausstellte, ungegrĂĽndetcn Verdacht so lange
der Freiheit beraubt grwescn. Sein Regiment
hatte man ihm im Juli 1635 genommen.
Nach seiner Freilassung wurde er im Jahre
l639 Comthur zu Viernssperg — denn Mohr
gehörte dem deutschen Ritterorden an — und
starb als Rathgebietiger der Ballei Franken
und als Comthur zu NĂĽrnberg. Sein ProceĂź
gewährt einen tiefen Blick in dic Verfolgungs-
wuth und den zügellosen Eifer der Mörder
Wallenstcin's. Wie es mit dem Gewissen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Volume 18
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Metastasio-Molitor
- Volume
- 18
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 522
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon