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ktohs 443 Mohs
s, Friedrich (Mineralog, geb.
zu Gern rode in Anhalt-Bernburg
29. Jänner 1773, gest. zu Agordo im
Venetianischen 29. September 1839).
Sein Vater war Kaufmann und der
Sohn anfänglich bestimmt, das Geschäft
deS Vaters zu übernehmen; jedoch die
Liebe zu den Wissenschaften trug den
Sieg davon, M. ging im Jahre 1796
nach Halle, wo er auf der Universität mit
besonderem Eifer Naturwissenschaften, vor
allem aber Mathematik studirte. wie auch
später bei seiner vorherrschenden Neigung
für die Bergwissenschaften an der Berg-
akademie nach Freiburg. Dort unter dem
berühmten Werner trieb er auch steißig
Mineralogie, behielt aber die Ausbildung
für den praktischen Bergbau fest im Auge.
Nach beendeten Studien trat er in seinem
Vaterlande, und zwar bei dem Bergbau
in Neudorf in Dienste, er gab aber bald
diese Stelle auf und folgte einer Einla-
dung des Dr. G. Mitchel l nach Frei-
berg, um dort mit noch einigen englischen
Gelehrten an dem Plane und den Vor»
bereitungen zur Errichtung eines wissen,
schaftlichen, der Freiberger Akademie
ähnlichen Institutes für Dublin mitzu»
arbeiten. Die Aufgabe, welche M. bei
diesem Unternehmen zugetheilt erhielt,
war die Darstellung des sächsischen Berg»
baues nach seinen Grundsätzen und prak-
tischen Einrichtungen in Einem Beispiele.
So entstand die spater gedruckte Beschrei«
bung des Himmelsfürst-Stollens ftie
bibliographischen Titel der Werke M ohs'
folgen weiter unten^. Wäre das Project
in Dublin verwirklicht worden, so hätte
aller Wahrscheinlichkeit nach Deutschland
mit Mohs, der seinen Mitarbeitern ge«
folgt wäre, eine bedeutende Wissenschaft«
liche Kraft verloren, so aber kam jener Plan
nicht zur Ausführung und M. wurde da»
d urch dem deutschen Vaterlande erhalten. M. begab sich im 1.1802 nach Wien, wo
er zuerst über Aufforderung des Wiener
Bankiers van der Nul l eine Beschrei-
bung seiner schönen Mineraliensammlung
verfaßte. Dieser Katalog erschien im
Drucke, während er sich aber mit dem-
selben beschäftigte, entwickelte er schon im
Geiste das neue System — das bereits
im Kataloge, hie und da auftritt — das
er aber erst spater wiffmschclftlich aus«
führte. Die nächste Zeit widmete Mohs
bergmännisch.geognostischen Reisen durch
die österreichischen Staaten. Er ging zu»
nächst nach Schemnitz, dann nach Kärn»
then, wo er längere Zeit in Bleiberg
verweilte, und im Jahre 1808 bereiste
er in Gemeinschaft mit Friedrich Gra-
fen Stadion Ungarn und Siebenbür«
gen. Im Jahre 1810 übernahm er von
der niederösterreichischen Regierung den
Auftrag, im Bisthum Paffau, in Oester-
reich und in Böhmen die verschiedenen La«
ger von Porzellanerde zu untersuchen und
vielleicht neue aufzufinden. Von besonde«
rem Erfolge war diese Sendung in Böh«
men begleitet, wo er viele neue Puncte
auffand, die sich nicht bloß durch Reich»
thum an Porzellanerde, sondern auch an
Steinkohle und feuerfestem Thon aus«
zeichneten. Nun berief ihn Erzherzog Jo-
hann nach Steiermark und gab ihm
den Auftrag, dieses 3and in geognosti«
scher Hinsicht zu untersuchen. Nachdem
er diese Aufgabe gelöst, wurde er im
Jahre 1811 zum Professor der Minera«
logie an dem eben neubegründeten Ioan«
neum ernannt. Im folgenden Jahre be»
gann er seine Vorträge an dieser Anstalt
und gab auch um diese Zeit seinen Ver«
such einer Elementarmethode zur Bestim«
mung der Mineralien heraus. Seine
Entdeckungen über Härte und specifisches
Gewicht der einfachen und zusammenge»
setzten Mineralien führten ihn auf
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Volume 18
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Metastasio-Molitor
- Volume
- 18
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 522
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon