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Wohs Mohs
die von ihm aufgestellte Scala zur
Bestimmung ihrer Härte und auf eine
neue Lehre der Krystallographie, welche
seitdem vor jener Hauy's in Deutschland
den Vorzug erhielt. Seine Vorträge
zogen eine zahlreiche Zuhörerschaft aus
allen Provinzen des Kaiserstaates nach
Grab. Zu gleicher Zeit führte M. die
Aufstellung des mineralogischen Cabinets
am Ioanneum nach seinen Ansichten
durch, welche Aufgabe er einige Jahre
spater auch an dem Hof»Mincralien-Cabi-
nete in Wien zu losen hatte. Unter den
Zuhörern seiner Vorträge inGrah befand
sich auch Graf Breuner. der M. ein-
lud, ihn auf einer Reise durch Frankreich
und England zu begleiten, welche Ein>
ladung M. auch annahm. Sie traten im
Jahre 1817 die Reise an und begaben
sich zunächst über Berlin nach Freiberg,
wo sie mehrere Monate lang sich dem
Studium des Bergbaues hingaben. Im
folgenden Jahre gingen sie nach Eng-
land, besuchtm dort die wichtigsten Berg»
werke in Cornwallis, und von dort nach
Edinburgh und in die schottischen Hoch»
lande. Seine neue mineralogische Me-
thode, die er in England und Schottland
vor mehreren Fachgelehrten zu entwickeln
Gelegenheit gehabt, fand dort Anerken-
nung, und Iamefon veröffentlichte die»
selbe im „RäinburFk. ^tiilc»30pnic:Äl
^ourQg.1" und nahm sie spater in sein
„NkQuei ol Ninoi-3.Ic>^" auf. Eine
um diese Zeit an ihn ergangene Einla-
düng. nach Werner'S eben erfolgten
Tode dessen erledigte Professur an der
Freiberger Schule zu übernehmen, nahm
M. an und wurde so wie sein Vorgänger
eine neue Zierde dieser berühmten Berg«
schule, an welcher er durch acht Jahre
wirkte und sein berühmt gewordenes
Werk über die Mineralogie vollendete.
Seine Verdiensie um die Wissenschaft im Allgemeinen, sowie um die Bergakademie
insbesondere zeichnete der Sachsenkönig,
Friedrich August, im I . 4828 durch
Verleihung des Civilverdienst » Ordens
aus. Der wissenschaftliche Ruf, dessen sich
M. in der gelehrten Welt erfreute, ver«
anlaßte im I . 4826 seine Berufung nach
Wien, welcher M. folgte und wo er stark-
besuchte Vorträge über Mineralogie hielt.
I n diese Zeit fällt die schon oben erwähnte,
von ihm durchgeführte neue Aufstellung
des Hof'MineralieN'Cabinets. daS durch
den Ankauf der van der Null'schen
Sammlung und durch die Aufstellung,
dü' M ohs durchführte, nach dcm Ul theile
von Fachmännern, wenigstens damals
„das Erste auf dcr Welt" war. M. wurde
zum k. k. Custos. im Jahre 1833 auf
Veranlassung des Fürsten Lobkowitz
zum wirklichen k. k. Bergrath ernannt und
der Hofkammer in Münz- und Bergsachen
zur Dienstleistung zugewiesen. Nun war
es vorzüglich die Geognosie. der er, wie
vordem der Mineralogie, sein auSschlicß-
liches Studium widmete. Darin förderte
ihn auch wesentlich ein Auftrag seiner
Hofstelle, jährlich Reisen zu geognosti»
schen Zwecken zu unternehmen und sich
zur weiteren Ausbildung in dieser Wissen«
schaft unter seiner unmittelbaren Leitung
junge Bergbeamte zur Begleitung zu
wählen. I n dieser Weise besuchte er im
Jahre 1836 Schemnitz; im Jahre 1836
Salzburg, Tirol, Italien und Karnthen,
und, im Jahre 1837 Böhmen und Sach-
sen. Körperliches Leiden hinderte ihn im
Jahre 1838. zu reisen. Aber auch sonst
noch war M. für seinen Beruf thätig, so
schrieb er auf Befehl der Hofkammer eine
kurze Anleitung über das Schürfen, be-
gann die Einrichtung des mineralogischen
Cabinets im Haupttnünzamts»Gebäude.
und arbeitete an einem größeren Werke
über Mineralogie und Geognosie. Zur
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Volume 18
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Metastasio-Molitor
- Volume
- 18
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 522
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon