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Pachler Pachter
in verschiedenen WohlthätigkeitS-Albums
und zuletzt im „Marienbader Festalbum"
erschienen sind oder auf Uebersetzungen
aus dem Ungarischen, deren einige Kert-
b6ny in sein Album 10l) ungarischer
Dichter aufgenommen hat. Außerdem
schrieb er für die Berliner Musik Zeitung
4863 einen längeren Aufsatz: „Beethoven
und Marie Pachler.Koschak. Beiträge
und Berichtigungen"", der eine freundliche
Aufnahme und als Separatabdruck im
Buchhandel eine weitere Verbreitung
fand. Mit Ausnahme dieser Broschüre,
der Nebersetzungen und der neueren Ge«
dichte veröffentlichte P. seine Arbeiten
theils anonym, theils unter dem Pseudo»
nym C.Paul. Pachter war es auch,
der im October 1848 mit noch zwei
anderen Beamten die Hofbibliothek be>
wachte und mit ihnen wahrend des
furchtbaren Brandes derselben bei der
Rettung thätig war, wofür ihm auch die
öffentliche Anerkennung ausgesprochen
wurde.
Scheyrer (Ludwig), Die Schriftsteller Oester.
richs in Nciin und Prosa auf dem Gebiete
der schönen Literatur, aus der ältesten bis auf
die neueste Zeit (Wien l8i>8, typ. lit. artist.
Anstalt, «o.) S. 665. ^ -6 . ,59 ,
Pachter, Maria Leopoldine lgeb. zu
Gratz 2. Februar 1794. gest. ebenda
40. April 1838). Ihr Vater. Dr. Aldo-
brand Koschak M . X I I I , S. 1).
Advocat und juridischer Schriftsteller,
gab ihr eine sorgfältige Erziehung und
und that namentlich Alles für die be>
deutende musikalische Anlage des Mad»
chens. das mit neun Jahren schon Me<
nuetts und Märsche componirte, die auf
den Hausbällen und von den Regiments-
capellen ausgeführt wurden. Den groß-
ten Einfluß auf die geistige Entwickelung
Mariens nahm jedoch der am Gratzer
Lyceum docirende Professor der Geschichte Iul . Schneller. Durch ihn wurde sie
mit den Meisterwerken der Literatur und
mit Schöpfungen Beethoven'S bekannt
und vermuthlich durch seine Vermittlung
von Beethoven selbst zum öffentlichen
Vortrage des Klavierparts in der „Phan«
taste mit Chor" ausecwählt. Nachdem
das Finanzpatent vom Jahre 1811 mit
seinen Folgen die Familie um ihren
Wohlstand gebracht und den Vater auf
das Siechbett geworfen hatte, wollte sich
Mar ia gan; der Kunst widmen, und
ein reicher Kaufmann zu Triest, der ver»
heirathet. aber kinderlos war. hatte die
Absicht, sie zu adoptiren und zur Virtuo-
sin ausbilden zu lassen. Die Thränen
der Mutter und-die kindliche Liebe sieg«
ten; Mar ia gab ihren Zebenswunsch,
ihren Beruf, ihre Zukunft, auf und blieb
bei der Mutter. Nach dem im Jahre
1814 erfolgten Tode des Vaters zog sie
mit dieser nach Sava in Krain zu Ver«
wandten, dann nach Laibach; kurz vor
der Abreise hatte sie sich mit ihrem nach»
herigen Gatten, einem jungen Lands«
manne aus den Iünglingskreisen, die
Schneller'n mehr oder minder uinga»
ben, verlobt. Im Jahre 1816 kehrte sie
nach ihrer Vaterstadt zurück, wo ihr
Bräutigam stch dazwischen selbststandig
gemacht hatte und sich ain 12. Mai mit
ihr trauen ließ. Das junge Paar, schon
von Jugend auf an den gcistesfrischesten
Verkehr gewohnt, sammelte nun AlleS
um sich, was in dem damals noch kleinen
Gratz von einiger Bedeutung durch
Talent, Kunst oder Wissenschaft war.
Des Gatten Karl älterer Bruder An-
ton lebte damals in Wien, und eine
größere musikalische Komposition Ma«
ria Leopoldinens wurde durch ihn
Beethoven zur Beurtheilung vorge.
legt. der dieser gelungenen Arbeit ihr
Recht zuerkannte. Schon im nächsten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon