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(Wien iä42, gr. 12",) S. 216 u. f., abge-
druckt. — Und nun zum Schlüsse noch eine
gedrängte Uebersicht des massenhaften Kesitz-
thums dieser Familie. Die Stammbesitzungen
dieses Hauses sind Zum größten Theile im
Prchburger und Neutraer Comitate, und zwar
so gelegen, daß sie das ganze östliche Ufer der
March von ihrer Mündung an bis nach Ra<
bensdurg einnehmen und sich zum Theile auch
über das westliche (österreichische) Ufer der
March ausdehnen. Diese Güter sind doppel«
ter 3irt: Seniorat (das ist die Eigenschaft
der Preßburger Schloßgüter) und Ma jo ra t
oder F i d e i c o m m i b. Zu den P r eß v u rg e r
Schloßgütern gehören nebst den Marktflecken
Somerein und Szeroahely noch vierzehn Dör«
fer. Zu den Majoratsgütern gehören: die
Herrschaft Theben mit dem Marktflecken
gleichen Namens und noch vier Dörfern; die
nordwärts an Theben grenzende bedeutende
Fideicommißherrschaft Stampfen (8toiupt2,)
oder Ballenstein (VoroLtyauko) mit dem
-gleichnamigen Marktflecken Stampfen und
noch sieben Dörfern. Auf dem Ballenstein
befinden sich die Rüstkammer und das Archiv
des Hauses. Mit Stampfen grenzt nördlich
die ungeheure Herrschaft Malaczka, oder
wie sie in der Verleihungsurkunde Kaiser
Ferdinand's I I I . genannt wird, die Graf»
schaft Blasen stein. Dazu gehören von
dem großen Ki^ferwalde Bur der Herrschaft
il.000 Joch. Um von den ökonomischen Ver<
hältnissen dieses großartigen Besitzihums nur
einigermaßen einen Begriff zu geben, sei be-
merkt, daß etwa innerhalb 23 Jahren — von
t814 bis 1839 — auf den herrschaftlichen
Gründen über zwölf Millionen Väume ge^
pflanzt wurden, und daß durch ungeheure Ent»
wässerungsardeit der Ertrag der Herrschaft«
lichen Wiesen jährlich um 50.000 Centner Heu
erböht worden. Vei Malaczka besindet sich
das von dem Palatin Pau l (IV.) Päl f fy
zwischen l6t4—1660 erbaute, mit einem herr^
lichcn ummauerten Parke versehene Schloß.
Von des Schlosses Größe zeigt die Fenster»
zahl, von außen 214, von innen 9l, also im
Ganzen 203 Fenster. Im Franziskanerkloster
daselbst besindet sich die Familiengruft des
Hauses. Zur Herrschaft gehören außer dem
Marktflecken Gairing noch fünfzehn Dörfer, !
zwei Prädien, das Jagdschloß Karolyhäz und ^
viele Meierhöfe und Mühlen, überhaupt nahezu
3000 Häuser und weit über 20.000 Menschen. ^
Im Osten grenzt mit Stampfen und Ma< !
laczka die kaum minder bedeutende Fideicom- mißHerrschaft St. Georgen und Pös ing,
mit drei Schlössern Pösing, Königsaden
und Deutschgrub, den Marktflecken Grü»
nau und Loidersdorf mit fünf ganzen, sechs
halben und fünf Vierteldörfern. Zu dieser Herr»
schaft gehört auch ein schöner großer Fasanen,
park. Im Osten an Malaczka gren't die Herr»
schaft Bibers bürg (V3ro2kä) mit einer
Prachtburg, dem Castell Szuha, den Märk<
ten Szuha. Also Dills und Omvithal und
dreizehn Dörfern. In der Neutraer Gespan»
schaft die Herrschaft Bajmocz mit den Märk-
ten Bojnitz. Priwitz und Deutschpron und
vierzehn zum Theile sehr großen Dörfern.
Das alte. von dem Palatin Pau l (IV.) sehr
verschönerte Schloß in Bajmocz besitzt der
Sage nach 365 Fenster. — Die Fürsten
P al ffy besitzen von den vorgenannten Herr«
schaften.- Blasenstein, Theben, außerdem
die Herrschaft Bat orkesz im Graner Comi<
täte, Marczelhäza im Komorner, Bory im
Graner, K isgyarmäth im Honier. Chuda
sammt Leani im Borser Comitate, March eck
im österreichischen V, U. M, B., die Grafschaft
Heiden reich stein mit den einverleibten
Gütern Cisenreich und Weißenbach im
V O. M. B.. Krumbach mit Sa übers»
dorf und Kirchschlag, die letztm beiden
im V. U. W. W. Im Jahre i?90 wurden für
des Hauses sämmtliche Besitzungen 340.000 fl.
Einkünfte berechnet, unbeschadet die jähr»
lichen 40.000 si.. die der Geschlechtsälteste als
Erbobergespan des Preßburger Comitates und
Erbschloßhauptmann zu Preßdurg zu beziehen
hat. Malaczka oder Blasenstein insbesondere
sollte jährlich 70.000, Tbebcn ! 2.000, Bator.
k6sz 24.000 und Marcheck 17.000 fl. ertragen.
Alle diese Sätze müssen aber für unsere Zeit
unendlich erhöht werden, denn so z. B, ver-
mehrte sich innerhalb der Jahre t8i4—i820
der Ertrag der fürstlichen Güter um reine
30.000 Preßburger Metzen Getreide, um
i00.<)0l) Centner Heu, der Hornuiehstand von
200 auf 1200 Stück und der Absatz an Ham»
meln wuroe auf 4000 Stück jährlich gebracht.
— Das Prädicat Erdöd, dessen fich die
P älffy bedienen, die sich stets Päl f fy von
Erdöd schreiben, leiten Eimge von der klei»
nen Herrschaft Erdöd in Slavonien, ab, die
ein Eigenthum der jüngeren Iinie ist; es ist
aber schon oben bemerkt worden daß es sei»
nen Ursprung herleitet von Clara Erdödy
von Csorna, der Gemalin Paul 's (III.)
Pälffy,-deren Familiennamen Paul ange-
nommen und den die Familie beibehalten hat.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon