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ernannt. 1732 trat er die Würde eines
Obergespans und Schloßhauptmanns
uon Preßburg an, erhielt 4749 den
Vließ'Orden und wurde in selbem Jahre
commandirender General von Ungarn.
Im Landtage von 1741 wurde er durch
einstimmigen Aufruf zum Palatin er«
wählt und 1742 von Mar ia Th eresia
zum wirklichen geheimen Rath ernannt.
Seinen Feldherrnruhm bewahrte er nicht
nur durch vorzsigliche persönlickeTapferkeit
imd Geistesgegenwart, sondern aucb durch
ein ungewöhnliches tactisches Talent.
Frühe wurden schon diese großen Eigen»
scbaften anerkannt und verschafften ihm
stets neue Gelegenheit, sich immer mehr
und mehr auszuzeichnen. 2o wurde er
1703, als Franz Rakoczy's und
Niklas Bercseny's Verschwörung aus«
brach, von dem damals wider die Fran»
zosen fechtenden Heere abberufen und mit
dem Oberbefehl der zur Beschützung
Oesterreichs aufgestellten Macht betraut.
Nachdem er sein Heer durch neue Wer-
bung croatischer Truppen verstärkt hatte,
ging ec angriffsweise zu Werke urch schlug
1704 mii Erbevi l le 40.000 Walcon<
tenlen bei Pudmerih, rieb bei Oeden-
bürg Ocskay's Reiterschaaren auf.
eroberte die Insel Muraköß und erschien
gleich wieder mit Blitzesschnelle in der
Schütt, wo er das bei Groß'Magendorf
verschanzte Fußvolk in die flucht schlug.
1708 siegte er vereint mit Heister's
Schaaren bei Trencsin über 60.000 Ver-
bündete. eroberte ihr Lager und bemäch,
tigle ficb aller festen Schlosser und der
ganzen Gegend biö an Polens Grenze.
Nachdem solcher Gestalt die. Macht der
Verschworenen gebrochen war. schien es
ihm an der Zeit, dem weiteren Vergießen
des Bürgerblutes durch kluge Unter-
Handlungen ein Ziel zu setzen, und nach-
dem er Ocskay und Käroly i glücklich zum Gehorsam zurückgeführt, besprach
er sich in dem Dorfe Vay eine ganze
Nacht hindurch mi.t dem Fürsten Ra>
koczy, worauf sodann durch ihn als
eigens hiezu Bevollmächtigten der all«
gemein erwünschte Friede (171l) zu
Szathmar zu Stande gebracht und so
durch ihn die langersehnte Ruhe im
ganzen Ungarlande hergestellt wurde. Als
1716 die Pforte die Verpflichtungen des
Karlowitzer Friedens gebrochen und
Kar l VI . sich mit der Republik Venedig
gegen sie verbunden hatte, war Johann
Päl f fy einer der vorzüglichsten Helden,
welche mit Eugen, Palffy's vieljähri«
gem Freunde, im Lager bei Futak.stan«
den. Hier war es, wo er. den gegen
Peterwardein vorrückenden Feind reco»
gnoscirend, mit 1400 Huszaren und
zwei Haufen schwerer Reiter vier Stun«
den lang gegen den Andrang von
40.000 Türken in geschlossenem Viereck
sich heldenmuthig vertheidigte und endlich
die ganze Uebermacht mit Einbuße von
mehr als Tausend Todten und fünf Roß»
schweifen zum Weichen brachte, wodurch
der Weg zu dem einige Tage darauf
erfolgten großen Siege bei Petenvardein
gebahnt wurde, an dem er abermals den
rühmlichsten Antheil nahm. Bald dar»
auf, als er mit dem Prinzen von Würt«
temberg gegen Temesvär vorgerückt
war und als Eugen die Belagerung
eröffnete, schlug er den zum Entsatze
herbeieilenden Belgrader Pascha und
wirkie Heldenmüthig zur Bezwingung
dieser Festung. Im folgenden Jahre
(l717) war es Pal f fy , dem auch ein
Antheil an dem vollständigen Siege bei
Belgrad zugeschrieben werden muß. Da
hierauf der Passarowitzer Friede erfolgte,
widmete er diese Zeit der Waffenruhe der
thätigsten Mitwilkung zur Hewerkftelli«
gung der Annahme der pragmatischen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon