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dergelegt, zum Statihalter deS König
leichs Ungarn, welchen Posten der Graf
bis Mitte 1863 bekleidete, worauf er mit
Allerh. Handsä reiben ääo. Laxenburg
58. Juli g. I . desselben in Gnaden
enthoben, sich seine Wiederverwendung
in der Armee vorbehalten und er für
seine mit „hingebendem Gifer geleisteten
guten Diensie" mit dem Großkrcuze des
Leopold'Ordens mit derKnegsdecoration
des Ritterkreuzes ausgezeichnet wurdc.
Bald nach seiner Enthebung vom
Statthalterposten wurde der Graf dem
mährisch'.schlesischen Landes.GeneralcoM'
mando in Brunn zugetheilt, trat aber im
Jahre 1867 neuerdings in Disponibili-
tät. Während dieser vieljährigen Dienst-
zeit machte GrafMoriz insbesondere im
Jahre 1848 sich bemerkbar; als nämlich
die Wirren einen immer drohenderen
Charakter annahmen, hatte der Graf
im Vereine mit den Grafen Apponyi ,
Zichy, Czirä. ky, Forgach u. A. aus
Preßburg einen Aufruf an seine Lands»
leute erlassen, worin er sie zur Nieder«
legung der Waffen ermähnte. In Folge
dessen hatten auch mehrere Officiere der
Festung Olmütz an den Grafen eine
Adresse gerichtet, worin sie ihm ihre Be>
wunderung für das in der Presse kund<
gegebene Glaubensbekenntniß ausspra-
chen und ihm, da der Graf Moriz „der
einzige Repräsentant der ungarischen
Nation" war, welcher, als Kaiser Fer<
dinand, von seinen Treuen umringt,
die Residenz verließ, gleichfalls dem Kai»
ser zur Seite blieb, zuriefen: „daß diese
That kein wahrhaft Treuer vergißt, daß
dieselbe alle sene beschäme, denen in schand»
licher Erniedrigung unter Kossuth's
Terrorismus der Muth und die Kraft
fehlen, den Thron zu umschaaren". Die
von dem Grafen in seinen oberwähnten
verschiedenen Functionen erlassenen Pro» clamationen kennzeichnen ihn als einen
Mann voll Entschiedenheit und großer
Energie. Auch soll sich
Graf Mo riz,nack-
dem General Graf Lamberg auf der
Pesther Brücke ermordet worden war, in
Wien erbeten haben, die verhangnißvolle
Mission nach Ungarn zu übernehmen.
Seit dem Jahre 186! ist der Graf
Inhaber des 14. Huszaren-Regiments,
welches erst im Jahre 1839 aus Frei»
willigeN'Huszaren und Hayduken gebil»
det wurde. Der Graf ist seit 6. März
1830 mit Mar ie Paul ine, gebornen
Gräsin Wilczek, vermalt, aus welcher
Ehe drei Töchter: I r m a . Gisela und
Therese, und zwei Söhne: Joseph
und Johann, stammen.
Zeitgenossen. Almanach für das Jahr !863
(Gratz. Trigler. kl. 8<>.) S. 230.
Palko, auch Palcko, die Malerfamilie.
Die Mitglieder derselben erscheinen unier
den Taufnamen A n t o n , F r a n z ,
Fran zTaver, FranzAnt 0 n, Fran)
Kar l , Kar l und Kaspar. Nach ge<
nauer Vergleichung der Quellen beschrankt
sich die Zahl obiger sieben auf folgende
drei: Kaspar, den Vater, der bei
Nagler unter dem Taufnamen Anton
erscheint, und dessen zwei Söhne
Franz, auch Franz Xaver und
Franz Anton, und Ka r l , auch
Franz Kar l . Kaspar (geb. ;u Bres«
lau, gest. zu Preßburg im Jahre
1734) war ein geschickter Maler, der zur
Zeit des ersten Preußenkrieges mit seiner
ganzen Familie nach Wien kam, von wo
er in einigen Jahren nach Preßburg
übersiedelte und daselbst bleibenden Auf-
enthalt nahm. Er malte in Oel und mit
besonderer Geschicklichkeit, so z. B. malte
er Bilder von anderthalb Schuh Größe
und brachte auf diesem Raume fünfzig und
mehr Figuren in trefflicher Gruppirung
an, die sämmtlich fleißig ausgearbeitet
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon