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Paüavicmr 233 Pallavicim
legten und übersetzten Buches, das für den
Forscher zunächst in der dritten Auflage
<Nom l666) zu benutzen ist. Aff<5 im fünf«
ten Bande der „Raocotta V'ei-i-arsZs" und
Tiraboschi im 8. Bande (L. 132—136)
haben sein Leben geschrieben. — 4. Derselben
Familie ferner gehört an der durch sein tra»
gischcs Geschick bekannte Ferrante Palla<
vic in i . den sich der kais. General'Lieutenant
Ottavio Piccolomin i zum Feldcaplan aus«
ersehen und der über ein Jahr lang sich in
den Schlachtfeldern und Cantonirungen von
Deutschland herumgetrieben. Nun begab sich
Ferrante nach Venedig, wo er durch
seine satyrischen Schriften gegen Rom und
den päpstlichen Hof den Zorn des letzteren
reizte. Durch List bemächtigte sich der letztere
seiner Vmon, man machte ihm den Proceß
und am 3. März 1644 im Alter von erst
26 Jahren wurde er zu Avignon enthauptet.
Girolamo Bcusoni in seiner Schrift: „Vita.
6l ?oi-i-aiN6 I>a.Na.viciui" (Veussia. 165 l,
auch l6ö3) gibt Nachrichten über sein Leben.
— S. Ueber den Feldmarschall Johann
Lucas Graf P. und seinen Sohn, den
General«Major Kar l Graf P. welche beide
in kaiserlichen Diensten gestanden, geben die
besonderen Lebensskizzen ^S. 229 u. S. 234)
nähere Daten. — Wa5 die Stand eswür<
den dieses Hauses betriffr, so ist zu bemer»
ken. daß ein Hieronymus Adurnus Pal«
lar> ic in i von Kaiser Mathias am 6. April
1612 zum >Ilvi°cd.io saali, Iini»erii liomaui
erhoben und init dem aus bedeutenden 3änl
dereien der Familie Adurno Pa l lau i
cini's gebildeten Marchionatus Pa l l av i
cini belehnt worden ist. Eine weitere Be
stätigung obiger Verleihungsurkunde erfolgte
unter Kaiser Ferdinand I I . mit 18. August
1620; die letzte Investitur für Alexander
Adurnuö P. wurde von S>r. Majestät dem
Kaiser Franz I I . mit 2?. August l793.
nicht lange vor dein Friedensschlüsse zwischen
Oesterreich und Frankreich zu Campo Formio
(17 October!?!)?) vollzogen, mit wrlän'in laut
Geheimartikel X I die Iehenöherrlichkeit der
deutschen Kaiser in Italien ihr Ende erreichte.
Uebrigcns erlangte dieses Geschlecht schon im
Jahre 1360 in Italien das Marquisat und
un Jahre 1427 das venetianische Patrizier«
tdum. Mit Allerh. Entschließung vom l.
bruar 1868 wurden dem Grafen Alphons
für sich und die in den österreichischen Staa«
ten lrbenden Familienglieder. Nachkommen
seines Vaters Eduard Pa l lau ic in i , in Gnaden willfahrt, sich des Titels Mark»
graf in Zukunft zu bedienen. Eben des
oberwähnten Grafen A lphons Vater,
Eduard, erlangte in Anerkennung der im
Türkenkriege sich erworbenen Verdienste seines
Vaters Kar l im Jahre 1803 das Indiaenat
von Nngarn und mit Allerh. Entschließung
vom 11. Februar 1843 das böhmische und
mährische Incolat im Herrenstande. sNucUen.
a) Llrkunden. Diplom ääo. Negcnsburg
30. Juli 1630 für Pau l Hieronymmus
Marchese P.. Bestätigung des Marchesats und
Wapprnbesserung. — Dip lom äüo. Regens»
durg 3l.März 1634. Verleihung des Pala»
t inats in dcr Primogenitur für den k. k.
Kammerer uno Hofr^th Felir P. — Di»
plom ääa. 13. August l683. Bestätigung
deS Marckesatö für Niklas August Mar?
ctiese P — Verleihung des Inco la ts
für Böhmen und die dahin einverleibten Pro«
uinzen mit Alleih. Entschließung vom 1l. Fe»
druar <843. — Bewi l l igung zur Führung
des deutschen Titels „Markgraf" für Gra»
ftn Alphol^s und alle in Oesterreich domi»
cili».enden Nachkoinmen seines Vaters Eduard
mit Allerh. Entschließung vom 1. Februar
,868. — I>) Werke und gedruckte Nachweise.
Al lgemeines historisches Ler ikon
iLeipzig l?3U, Th. Fritschen's Erben, gr. Fol.)
Bd. I I I , T. 212, — GothaischcS genea»
logisches Taschenbuch der gräfl ichen
Häuser (Gotha, I. Perihes. 22".) 40. Jahrg.
(1867), S. N24. — Historisch'heraldi»
schesHa. ndbuch zum genealogischen Taschen«
buche der gräflichen Häuser (Goiha 1835. Just.
Berthes. 32°.) S. 681. Daselbst helßt es:
„Michrllo Camillo Pallavicini. uerinält mit
Oeronima Grimaldo Ceba, hatte einen Sohn
Alexandro Marchese de Pall^vicini. vermalt
mit Livia Mari; dessen'Si.'hn Karl Marquis
PallauiciniCenturioni (gest. 1789), k. k Käm«
merer und General-Major, war vermalt mit
Leopoldine geb. Gräsin Zichy uon Vasonykeö"
u. s. w. Nach den sorgfältigen Forschungen
des Herausgebers dieses LrrikonS stellt sich die
Abstammung des General-Majors Kar l . der
eben auckder Mar.TderesieN'Ritter ist (S. 234),
anders. und zwar wie auf dcr nebenseitigen
Stammtafel ersichtlich ist. — Neue freie
Presse (Wiener rolit. Blatt) 1867. Nr. 9?7,
in der Rubrik „Eingesendet". — ^l'tta ^"M>
I2.no 1819 s 5., I'o^.) l'oslia I'HUavicin:.^
Wappen. In Gold ein schwarzer zwei»
köpfiger gekrönter Adler mit ausgespannten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon