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Pülm-GundelfinZen 237 P alm-Vundelsingen
Belagerung Wiens auf da6 (Ehrenvollste
ausgezeichnet' er war es, d^r die unga«
rische Königskrone gerettet, in Folge
dessen ihm auch im Jahre 1687 das
ungarische Indigenat verliehen wurde.
Aus einem im Kloster der Clariffernon-
nen zu St. Nikolaus in der Singerstraße
in Wien befindlichen Protokolle, welches
in Realis ' „CuriofitätcN' und Memo»
rabilieN'Lerikon von Wien" (Wien 1846,
Lex. 8".) Bd. I I , S. 231, abgedruckt
steht, erhellt ferner, daß Johann Da»
vid, der die Stelle eines wirkl. Hof.
kammerrathes. geh. Referendarius und
General - Kriegscommissariats«Amtskanz'
lei'Directors bekleidete, sich durch auf
viele Tausende von Gulden belaufende
Wohlthaten sozusagen zum Mitstifter des
genannten Klosters gemacht habe. Auch
waren seine beiden Töchter Gabriele
und Josepha in daS besagte Kloster
als Nonnen eingetreten und letztere am
' 2s. November 1733 zur lebenslänglichen
Aebtissin ernannt worden. Johann
David, wie auch seine Brüder Iona«
than und Franz wurden mit Diplom
vom 13. Februar 1711 in den Reichs-
r i t t er st and erhoben. — Von Io>
hann Dav i d's Söhnen aus feiner Ehe
mit Anna Nana v. Ncuidenz pflanzen beide,
Aeupold Gottlieb und Karl Joseph (I.).
das Geschlecht fort. Kar l Joseph
(geb. 27. September 1698, gest. 22. Mai
177(1) erhielt seine wissenschaftliche Aus-
bildung auf auswärtigen Hochschulen und
vollendete sie auf mehreren Reisen, trat
dann in der diplomatischen Laufbahn in
den Staatsdienst, versah durch mehr
denn 39 Jahre verschiedene Gesandt«
schaftSposten am päpstlichen Hofe, ferner
zu London, Hannover, an verschiedenen
Chur» und Fürstenhöfen des Reichs, an
mehreren großen Reichs« und Particular»
Kreistagen, bei kaiserlichen Wahl- und Krönungstagen und zuletzt als bevoll»
machtigter Minister und kais. Commissär
auf dem Reichstage zu RegenSburg, und
wie cs im Grafen-Diplom heißt, „in
höchst wichtigen und gefährlichen Um«
standen". Kar l Joseph und sein Bru.
der Leopold Gott l ieb erhielten im
Jahre 1729, als ersterer Resident am k.
großbritannischen Hofe war, den Reichs«
frei Herrnstand und ersterer mit Di«
plom vom 4. October 1730 den Gra«
fenstand und das Recht, die deutsche
Kaiserkrone in sein Wappen aufzuneh»
men. Graf Kar l Joseph (I.) war seit
o. August 1748 mit Maria Theresia Freiin
von pl'elteulk'rg (geb. 8. März 1723, gest.
13. Mai 1760) vermalt. Aus dieser Ehe
stammen Graf Karl Joseph (II.) und
Maria Sosepha. Diese letztere (geb.
21. August 1734. gest. zu Klausen»
bürg 5. Juli 1822) war Sternkreuz«
Ordensdame und seit 12. April 1771
mit Gcorg Grafen von VanW ^Bd. ?,
S. 143 j^ vermalt. — Graf Kar l Io -
seph (II.) erwarb für sich und seine
Familie die Fürsten würde. Die Art
und Weise der Erwerbung dieser Würde
wird in verschiedenen Werken in so
entstellter Weise berichtet, daß hier die
zwei kaiserlichen Handbillete mitgetheilt
werden, welche den Sachverhalt einfach
darstellen. Das erste Handbillet ist vom
21. Juli 1783, das zweite drei Tage
später, vom 24. Juli, datirt, und beide
von Sr. Majestät Kaiser Joseph I I .
eigenhändig unterzeichnet. Beide sind an
den Grafen Leopold Kolowrat gerict>
tet. Kar l Joseph Graf Palm hatte
nämlich in einer an den Landesmarschall
Grafen Pergen gerichteten Nota vom
19.Iuni1783 einenFond von230.000st.
zur Versorgung der Armen zu widmen
bescklossen, um seine mangelnden Ver<
dimste in wirklichen Civildiensten einiger«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon