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Palm« 243 Palma
Meer. Illustrirte Zeitung (Stuttgart, bei
Hallberger, Fol.) 1866. Nr. 32. S. 82l: „Das
Palmdenkmal in Braunau" (S. 828 die Ab,
bildung des Denkmals). — Palm's Mdniß
brachte die Leipziger Illustrirte Zeitung 1862.
Nr. l00S.)
Palma, Karl Franz (gelehrter Je.
suit, geb. zu Rosenberg in Ungarn
48. August 1733, gest. zu Pesth 10.
bruar 1787). Nach de Luca wäre
Palma's richtiger Name Palm; denn
er stamme aus dem in Deutschland
kannten Palm'schen Rittergeschlechte', da
es aber in Ungarn Sitte, die deutscheu
Namen entweder ungarisch oder lateinisch
zu enden, so habe sich Palm auch
Palma genannt. So de Luca. >
ist möglich, daß Palma von den
deutschen Palm abstammt; gewiß ist
es, daß in Ungarn eine Familie Palma,
zu welcher eben Karl Franz gehört, noch
eristirt. KarlFranzens NeffeIoseph
Franz hatte einen Sohn Alexander
(geb. 1782. gest. 1849), der aus zweiter
Ehe mit Maria Gelle eine Tochter
Maria, in seinem Todesjahre,' am
20. August 1849, geboren, hinterließ,
welche noch lebt. — Karl Franz trat im
Jahre 1740. 13 Jahre alt, in die Gesell-
schaft Jesu, beendete zu Kaschau und
Wien die philosophischen und theologi«
schen Studien und wurde dann im Lehr«
amte verwendet. Solches versah er durch
zehn Jahre im Convicte zu Tyrnau und
seit 1771 in der Theresianischen Ritter»
Akademie. Nach Aufhebung des Ordens
wurde P. zum Hofcaplan der Erzherzo»
gin Maria Christine ernannt, im
Jahre 1776 wurde er Domherr des
Capitels zu Kalocsa, bald darauf Propst
des h. Paul zu Vach. im Jahre 1779
Großpropst, Weihbischof von Colophon,
Sufragan zu Kalocfa und am 20. Juli
1784 Generalvicar, als welcher er zu Pesth
im Alter von 32 Jahren starb. P. be. schäftigte sich schon, als er an der There-
sianischen Ritter»Akademie lehrte, mit ge«
schichtlichen Arbeiten, spater als Hof«
caplan widmete er seine ganze Muße
denselben. Er hat im Drucke herausge»
geben: „H
1766, Irattusr,
1770; neue durchges.
Aufl. ebd. 1770; dritte, vom Autor
durchges. u. verm. Aufl. Pesth 1783,
8v.); Graffer schreibt darüber, „daß
es bekanntlich eines der trefflichsten Kom-
pendien von classischer Latinität" sti,
ein I . N. Sch. gab darnach in deutscher
Sprache einen „Vollständigen Auszug"
(Schemnitz 1790, 8".) in einem Bändchen
heraus; — „Abhandlung nun Viteln nnd
Wappen, welche Nlarill Theresia als apa»
stolische Königin van Ungarn tü'hrrt" (Wien
1774, mit 2 geneal. Taf., 8°.), darin
sucht P.. S. 33—30, das Recht der
Kaiserin auf verschiedene, ehedem von
Ungarn abhängige Provinzen, insbeson-
dere auf Galizien und Lodomerien, dar»
zuthun; — auch gab er des Grafen Ru-
dolph Coronini ^
das zuerst im Jahre ^770 zu Venedig
erschienen war. mit zahlreichen neuen
Zusätzen und bis auf seine Zeit fortge«
führt (Wien 1773. 8".; 1774, Fol.,
Trattner), heraus; P. sucht darin zu
beweisen, daß die Geschlechter Habs«
bürg und Lothringen eineS und
desselben Ursprungs sind. I.N.Stöger
führt unter Palma's Werken noch daS
folgende an: „^)s v6iis^' l'nsöH^o s^e
Ha^ls". I>ar8 I (Xsrssswri 1790),
welches also dem Druckjahre 1790 zu
16 s
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon