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Palotai 252 Palotai
selbst aber schildert seinen Waffengefährten
als „einen Mann, den er in den spani»
schen Kriegen als Ersten beim An«
griffe und Letzten beim Rückzüge
sah; der immer das Vorbild bürgerlicher
Tugenden, auch unter den Grausamkeiten
eines Nationalkrieges war; der die denk-
würdigen Epochen des laufenden Jahr»
Hunderts auch erlebt hat, in denen er
immer auf den Schlachtfeldern den Hel-
denmuth der Alten, im Schoße des
Friedens aber die reinsten Grundsatze der
geselligen Ordnung entwickelt hat, welche
im modernenZeitalter doch ebenso unerlaß«
lich sind, als sie zur Ehre der gebildetsten
aller Völker gereichen." Noch sei bemerkt,
daß schon Kaiser Napoleon ihn mit
dem Orden der eisernen Krone des König-
reichs Italien und mit jenem der Ehren»
legion geschmückt hat. Kaiser Franz
verlieh ihm dann gleichfalls das Ritter«
kreuz 2. Classe des Ordens der österrei«
chischen eisernen Krone.
sä okälliali itMkni aal 1796
1840, 8".) x. 321—358: „Q 1815
Vits
äei
1842, Vorroiü s 8ootti, I^sx. 8°.) x. 169,
172, l?6, 177, 179, <8l, 183, 347, 332, 353,
358, 363, 366, 367, 571, 373, 386, 329. —
Oesterreichischer S o lda tenf reu nd
(Wien, 4a.) 1830. S. 239 u. 324.
Palotai, Joseph (gelehrter ungari-
scher Benedict iner, geb. zu Güns
in Ungarn 26. Juni 1806). Sein ur-
sprünglicher Name ist Puigstal ler,
den tt spater in Pa lo ta i magyarisirte.
I n seinem Geburtsorte Güns besuchte
P. die unteren Schulen, dann trat er in
den Orden der Benedictiner' und brachte
zwei Jahre zu Privigye zu. Selbst nun
im Lehramte verwendet, kam er zunächst
nach TemesvHr und von dort nach einem Jahre nach Klausenburg, wo er die phi.
losophischen Studien beendete, worauf er
zu Pesth im Jahre 1827 die philoso-
phische Doctorwürde erlangte. Nun sen«
deten ihn seine Oberen nach Neutra und
Szent'György, wo er nach daselbst been«
deter Theologie diePriesterweihe empfing.
Dem Lehramte sich zuwendend, kam er
vorerst nach Pesth an das dortige Gym.
nasium, besuchte daselbst die Hochschule
zur Erlernung der orientalischen Sprachen
und erlangte zugleich die theologische
Doctorwürde. Im Jahre 1833 wurde
er Professor der Rhetorik an der Ofener
Mittelschule und 1836 Professor der Phi-
losophie am Lyceum zu Wachen. Für
seine während des zwölfjährigen Lehr»
amtes daselbst erworbenen Verdienste
kam er 1847 als Director der Mittel«
schule nach Großkanisza, wo ihn auch
die Brüder seines Ordens im Kloster
daselbst zu ihren Obern wählten, aber
schon im folgenden Jahre erhielt er daS
Lehramt der Philosophie an der Pesiher
Hochschule und zugleich wählten ihn auch
da seine Klosterbrüder zum Abte. Die
Wirren der Revolution traten aber da»
zwischen, an seine Stelle setzten die mitt«
lerweile zur Herrschaft gelangten kais.
Behörden einen ihnen genehmeren Abt
ein und P. begab sich nach Ungarisch«
Altenburg, wo er in stiller Zurückgezo«
genheit lebte. P. war seit Jahren bereits
schriftstellerisch in seinem Fache thatig;
seine im Drucke erschienenen Werke sind:
^^. öö'/ssssssi 6?6??zsz'") d. i. Elemente
der Philosophie, 2 Bande (Ofen 1843:
zweite Aufl. 1846. 8".); — „^o^nsu-
niock a iaT'sasaFl F»H,i5oso^/i«tt/i02") d. i.
Propyläen zur Gesellschaftsphilosophie
(Ofen 1843. 8".); — „ I
«) d. i. Philosophische Pro-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon