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lebte im Jahre 1731 als Noviz im Stifte
zu Plaß, verließ aber dasselbe im Jahre
1783, begab sich dann nach Pesth, wo er
— der übrigens die Violine ausgezeichnet
spielte — als Mufikdirector an dem dor-
tigen Theater angestellt wurde. Die
Jahre, wenigstens der Thätigkeit unseres
Johann P. und des Dlabacz'schen
Ambros P.. 1783 und 1790 u. f., die
Orte seines Wirkens. Wien, Preßburg
und Pesth, weichen nickt sehr von ein
ander ab; was aber die Verschiedenheit
der Taufnamen, Ambros und I o
hann, betrifft, so läßt sie aus der Sitte
verschiedener Mönchsorden, den bisheri
gen Taufnamen mit einem Klosternamen
zu vertauschen, sich erklären.
Dlabacz (Gottfried Ioh.), Allgemeines histo
risches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum
Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag
l815.Haase, 4".) Bd.II, Sp. 423. — Gaßner
(F. S. Dr.), Universal'Lerikon der Tonkunst.
Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart
1849, Köhler. Ler. 8".) S. 674. — Gerber
- (Ernst Ludwig), Neues historisch'biographi.
sches Lerikon der Tonkünftler (Leipzig 18l3,
Kühnel, Ler. 8°.) Bd. I I I , Sp. 630.
PlltttM, Bartholomaus Ritter von
(Naturforscher und Arzt , geb. im
vormaligen österreichischen Italien im
Jahre 1783. gest. zu Pavia 17. April
1867). Nachdem er sich an verschiedenen
Lehranstalten seines Vaterlandes gebildet,
die medicinischen Wissenschaften beendet,
trat er in der Armee Napoleon'S als
Chirurg ein. Nach der Bewältigung der
Napolconischen Herrschaft in Italien
widmete sich P., der mit besonderem
Eifer dem Studium der Anatomie sich
zugewendet, dem Lehramte und erlangte
zuletzt die Professur der Anatomie an der
Hochschule zu Pavia, welche er viele
Jahre bekleidete. I n dieser Stellung er-
warb er sich durch seine Untersuchungen
auf dem Gebiete der vergleichenden Ana« tomie und durch die darüberim Drucke ver«
öjfentlichten Arbeiten einen ausgezeichne.
ten Ruf in der wissenschaftlichen Welt,
und in Würdigung seiner Verdienste
wurde P. von Sr. Majestät dem Kaiser
zum wirklichen Mitgliede des lütituto äi
soi6ii20) lett^rs 6ä arti in Mailand er»
nannt; im Jahre 1838. am 14. Septem«
ber, mit dem Orden der eisernen Krone
3. Classe ausgezeichnet und den Statuten
des Ordens gemäß mit Diplom vom
16. December 1842 in den erbländischen
Ritterstand erhoben. Nach Begründung
der kaiserlichen Akademie der Wifsenschaf»
ten in Wien fand sich P.'s Name unter
den correspondirenden Mitgliedern für
die mathematisch »naturwissenschaftliche
Classe, welche in der Liste der zweiten
kaiserlichen Ernennung vom 1. Februar
1848 enthalten waren. Der größte Theil
von Panizza's wissenschaftlichen Arbei»
ten ist im „(3ioi-ü2.i6" ^nd in den „^Io
Maris", welche von dem lombardischen
IZtituto Hl 3aisn26 eoo. herausgegeben
werden, abgedruckt. Von seinen selbst»
ständig erschienenen und von den durch
Uebersetzung in die deutsche Literatur
übergegangenen sind anzuführen: „.4/l-
1839,
.) oon 3 tg.voi6); auch deutsch: „Allirr
den MarkZchVllinm deZZuges" (Weimar 1828,
gr. 4"., mit 1 Taf.); — „Osss^aHlotti
in
1833), von Fachmannern als
Panizza 's bisher unübertroffenes
Hauptwerk bezeichnet; — „H/<?s?-<?/ls Hx>s-
« i ^s?-^/" sidiä. 1834);
auch deutsch: „Versuche über die Verrichtungen
der Aeruen. Mit Ans'äipn versehen vün Nürl
und beulllluartet uun O i s e n -
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon