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Pannasch 362 Pannasch
s?02ouii 1793);
(Luäas l797, 8".) o. ii
Hcn,6 soeistatis «Issu (Vi6u
53, I.6I. 8".) p. 25l. — ^ 2S et Na-
i-SLianas Kenias Utsr2i-ia (VuclaL 1835, 4».)
p. 35. — Poggendorff (I. C.), Biogra«
phisch'literarisches Handwötterbuch zur Ge,
schichte der eracten Wissenschaften (Leipzig
1836, I . A. Barch. gr. 8«.) Bd. I I , Sp. 3
sch, Anton sk. k. Oberst, mi>
litärischer und dramatischer Schrift»
steller, geb. zu Brüssel 23. Jänner
1789. gest. zu Wien 6. Octobcr 1333).
Pannasch' Familie stammt aus Frank»
reich und leitet ihre Abstammung von
einem Grafen Panache ab, der im
Bluijcchre der Bartholomäusnacht, 1372.
in Paris lebte. Drei Federbüsche im
Wappen der Familie illustriren den Na<
men derselben (denn xanaoks bedeutet
Helmbusch). und in der Bibliothek des
Herzogs Albert von Sachsen-Te
schen — nun wohl in jener des Er;>
Herzogs Albrecht — sollen sich die
Familiendocumente befinden. Der Ur-
Urgroßvater unsers Dichters hatte sich
zur Zeit französischer Wirren, in welchen
er und seine Familie bedroht waren, außer
Landes geflüchtet, war nach Sachsen ge-
kommen, wo er sich in Dresden angekauft
hatte. Der Dichter P an nasch hatte im
Jahre 1833 bei einem Besuche Dresdens
das Haus seines Urahns aufgesucht und
es auch in der Rosmaringaffö gefunden.
Des Dichters Vater war Officier und
trat mit Beibehaltung des Officierscha.
rakters zu Brüssel in die Dienste des
Herzogs Albert von Sachsen-Te-
schen und heirathete dort als Witwer
mit vier Kindern eine Wienerin, diö Tockter des Hauptmanns von Schwa«
nenfeld. Die Heirath fand in einer
für damals originellen Weise Statt.
Pannasch war nämlich Protestant und
in dem streng katholischen Brüssel war es
für einen Protestanten mit vielen Um«
standen verknüpft, eine Ehe zu schließen.
So gab er denn einem eben nach Wien rei«
senden Freunde eine förmliche Instruction
zur Wahl einer Frau, wie er sie wünsche,
mit und bezeichnete genau, welches Alter,
Aeußere, welche Gemüthsbeschaffenheit,
Talente, Kenntnisse, Fertigkeiten u. s. w.
sie haben müßte. Und diese Ehe — per
Procuration — kam denn auch wirklich
zu Stande und war eine sehr glückliche.
Aus dieser zweiten Ehe wurde unser Dich«
ter Anton im I . 1789 zu Brüssel ge-
boren. I n diesem Jahre brach in Brüssel
die Revolution aus, Herzog Albert von
Sachsen-Teschen verließ mit seinem
Gefolge, zu welchem auch der Ingenieur
Pannasch gehörte, die Stadt, nur die
Gattin mit den Kindern blieb zurück.
Ihr schon zur Plünderung vorgemerktes
Haus wurde bei der Nachricht, daß sie
einen in Brüssel geborenen Knaben habe,
verschont, Name und Geburtstag des
Knaben in das „Buch der Patrioten"
eingetragen und ihm das Bürgerrecht
der Stadt Blüfscl zuerkannt. Später
reiste die Mutter mit den Kindern dem
Gatten nach. die Familie kam in Wien
an und ließ sich daselbst hauslich nieder.
Der Knabe wurde unter der unmittel«
baren Leitung des gebildeten Vaters
tüchtig erzogen, aber auch die Liebe der
Mutter wirkte fördernd mit und des
Sohnes Verehrung für sie spricht sich
noch in spateren Jahren auö. als er sein
Drama: „Die Christnacht" (2.I1Ä8 „Mut.
terliebe"), dessen Motiv eben Mutter,
md Kindesliebe ist, mit einem rührenden
Sonette seiner bereits verklärten Mutter
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon