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Pannasch 264 Pannasch
nären Macht in Europa von österreichi-
schen Waffen erstickt wurde und kehrte
dann nach Wien zurück, wo er sich nun
innerhalb dreier Iahrzehnde rückhaltslos
dem bald mit mehr, bald mit weniger
günstigem Erfolge begleiteten dichterischen
Schaffen hingab. Dieses war vornehm»
lich dem dramatischen Fache zugewen«
det. Seit 22. März 1817 bis 9. De-
cember 4849, also innerhalb dreier
Iahrzehnde, brachte P. zehn Stücke,
darunter nur ein ein« und ein zwei«
actiges, alle anderen größere, den
ganzen Abend ausfüllende Dichtungen,
auf der ersten deutschen Bühne, als
welche wenigstens damals noch das
Wiener Burgtheater allgemein galt,
zur Aufführung. Die Reihenfolge der
Aufsührung Pannasch'scher Stücke ist,
am 22. März 18l7: „Ner Findling",
dramatisches Gedicht; — am 15. Sep»
tember 1824 zum ersten Male: ,Nir Grll-
ken Mllntnltll", Trauerspiel in 5 Acten, bis
21. Jänner 1823 (letzte Aufführung)
siebenmal gegeben; — am 18. De<
ber 1833 zum ersten Male: „Albnn",
Trauerspiel in 3 Acten, bis 22. März
1840 (letzte Auff.) zwanzigmal gege.
ben; — am 28. April 1833 zum ersten
Male: „Olemknie Isllure" . dramatisches
Gedicht in 3 Acten, bis 31. October
1837 (letzte Auff.) fünfmal gegeben;
— am 20. Februar 1836 zum ersten
Male: „Die Griswllcht". Schauspiel in
1 Act, bis 9. Jänner 1841 (letzte Auff.)
neunzehnmal gegeben; — amil.Fe-
bruar 1837 zum ersten Male: „Mai in
Flandern", Schauspiel in 3 Acten, bis
17. Februar 1837 (letzte Auff.) dreimal
gegeben; — am 10. April 1839 zum
ersten Male: „IchnLnns End". Drama in
2 Acten, bis 22. April 1839 (letzte Auff.)
dreimal gegeben; — am 19. Februar
1840 zum ersten Male: Nie Wette", Lust- spiel in 4 Acten, bis 24. April 1840
(letzte Auff.) siebenmal gegeben; —
am 10. Februar 1847 zum ersten Male:
„Her Grkgrai". Lustspiel in 5 Acten, bis
24. Februar 1847 (letzte Auff.) fünf.
mal gegeben; — am 9. März 1849
zum ersten Male: „Ozernu, Georg", histo«
risches Drama in 3 Acten, bis 9. Decem«
ber d. I . (letzte Auff.) achtmal gegeben.
Es ist nach dieser authentischen Uebersicht
eine immerhin beacht enswertheThä«
tig keit, bei der es um so mehr zu ver»
wundern ist, daß die deutschen Literatur
geschichten und Chrestomathien, die von
jedem außerösterreichischen Dutzend«Poe«
ten Notiz nehmen, dieselbe unbeachtet
lassen, obgleich Stücke, wie „Alboin",
„Clemence Isaure" und „Czerny Georg",
nicht zu den alltäglichen Arbeiten gehören
und des Dichters Muse nicht nach dem
Maßstabe des .Gewöhnlichen gemessen
werden darf. ^Die Uebersicht der Druck-
schriften des Dichters, wie seines Nach»
lafses siehe auf der nächsten Seite in den
Quellens. Einzelne von diesen Dicktun-
gen, wie „Alboin", „Die Christnacht",
hielten sich mehrere Jahre auf der Bühne.
Beweis dessen, daß der Poet es verstand,
jenen Ton anzuschlagen, der im Publi»
cum Wiederhall findet. Dabei war die
Stellung des Poeten als k. k. Ofsicier
eine für die poetische Laufbahn nichts
weniger als günstige; weil er aber auch
als Soldat sich als tüchtiger Fachmann
bewährte, mochte man ihm in jenen Krei-
sen, wo alles Dichten strenge verpönt
und verachtet ist, dieses „Spielzeug" im-
merhin belassen. Mittlerweile machte P.
stufenweife seine Beförderung durch und
wurde im Mai 1826 Grenadier«Haupt-
mann im Infanterieregimente Erzher»
zog Karl, in demselben im Jahre 1836
Major; im Jahre 1841 Oberstlieutenant
im Infanterieregimente Nr. 4t, Frei«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon