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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Volume 21
Page - 265 -
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Page - 265 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Volume 21

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Pannasch 268 Pannasch Herr von Sivkovich, aus welchem er im Jahre 1844 in gleicher Eigenschaft zum Infanterie-Regimente Nr. 29 übersetzt, Ende letztgenannten Jahres aber in Ruhestand versetzt wurde. Aus diesem rief ihn die Bewegung des IahreS 4848, in welcher auf ihn die Wahl eines Ober« commandanten der Wiener National» garde fiel, wozu er unter gleichzeitiger Ernennung Zum Obersten am 1. Mai berufen wurde. Die Obercommandanten, stelle der Nationalgarde bekleidete er nur kurze Zeit, die Zuchtlosigkeii dieses durch auswärtige Emissäre aller Art irregeführ» ten und nachgerade förmlich corrumpir- ten Corps mochte, wer da wollte, aus« halten, der heißblütige, aber ehrenhafte, unbescholtene P. taugte am wenigsten zu einer Stelle, die schon bei ihrer Begrün» düng nichts als ein verlorener Posten war. Nachdem er sein Amt, aus dessen man- nigfachen Fahrlichkeiten ihn sein soldati« scher Instinct glücklich herausgelcitet. niedergelegt, erhielt er eine Anstellung im Archive des Kriegsministeriums, dessen Verwaltung er bis an sein Lebensende über sich hatte. Wie als Dichter, so hat P. auch als militärischer Schriftsteller — wie es die weiter unten folgende Ueber» ficht seiner Werke beweist — verdienstlich gewirkt. P. starb im Alter von 66 Iah- ren und blieb seinem Charakter bis zur letzten Minute seines Zebens treu. Er hinterließ eine kinderlose Witwe Helene geborne Lakenbach, welche er aus Liebe geheirathet und mit welcher er über drei Iahrzehnde in glücklichster Ehe gelebt. Manches Weh. das ihm im Kampfe des Lebens erwuchs, kam wohl zunächst aus seinem cholerischen Temperamte, da5 ihn rasch zu einer Ueberschreitung des rech« ten Maßes — und das kommt auch in seinen Dichtungen vor — hinriß, ob« wohl sich auch dann noch in einer ihn verbitternden That nur sein tiefwurzeln, des Rechtsgefühl und eine wie aus Eichen gezimmerte Wahrheitsliebe kundgab. Diese Elemente seines Wesens wurden freilich nicht immer erkannt und konnten es wohl nicht immer werden, und eben aus ihnen entsprang mancher Conflict — P. hatte mehrere Duelle, zuletzt eines mit seinem eigenen Obersten — der mehr in seinem Interesse als in dem jener, die ihn unbedacht herbeigeführt, un« geschehen gewünscht wurde. I n seinen letzten Verfügungen noch spricht sich die ganze Eigenthümlichkeit dieses ehrenhaf- ten und tüchtigen Charakters aus. „Hin. sichtlich meiner Beerdigung, heißt es in seiner letztwilligen Verfügung, sollen alle, auch die kleinsten Unkosten vermieden werden; für meinen entseelten Körper würde ein Begrabniß wie das für einen gefallenen Krieger auf dem Wahlplatze wohl das entsprechendste fein: „Ein Hemd und eine Grube". Die beste segnende Hand. wäre jene dcs besten Menschen; sie sollte unter den Freun- den und Freundinen jedes Verstorbenen erbeten werden. Dürfte ich in dieser Be» ziehung noch einen Wunsch hegen, so ginge er dahin, daß mein braves Weib und meine edle Freundin Maria K—s mir den letzten reinsten Segen spendeten." Nnd die letzten Zeilen des Gedichtes, womit diese letztwillige An« ordnung schließt, lauten — gleichsam seine Devise: „Dem Unrecht folgt mein alter Haß, dem heiligen Recht mein Se> gen", sie zeichnen den Poeten und Sol- daten. und beides von echtem Schrott und Korn war er. I. Die Werke deg Dichters und militärischen Schriftstellers Anton Pannasch, ä. Die ge- druckten. 2.) Die poetischen „E ri n n e ru n» gen an Italien in Briefen und vermischte Gedichte" (Wien 1826, Heubner, gr. t2.). — „Theater (Der Findling — Die Grafen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Volume 21
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
O'Donnel-Perényi
Volume
21
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1870
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
542
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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