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Hlarente 294 Parente
stimme seiner Tochter Anna vollkommen,
ausgebildet war, concertmäßig bearbei»
tete. Indessen nahm sein Leiden immer
mehr zu und zwang ihn, das Zimmer
beftän-dig zu hüten, so daß er es die letzten
sechs Jahre gar nicht mehr verließ.
Dabei blieb er bis zu seinem Tode, der
ihn im Alter von 62 Jahren dahinraffte,
ununterbrochen thätig, schrieb noch in
der letzten Zeit mehrere Lieder und viele
auserlesene Quartette. Der größte Theil
seiner Arbeiten ist in Handschrift ge-
blieben.
validor. öggopis pro buäbn, äivaälo »
Qmeni vübse, d. i. Dalibor. Zeitschrift für
Musik. Theater u. s. w. Redigirt von Ema,
nuel Melis (Prag, 4".) VI. Jahrg. (!863).
Nr. 9. — Dlabacz (Gottfried Ioh.), Allge.
meines historisches Künstler-Lerikon für Böhmen
und zum Theile auch für Mähren und Schle«
sien (Prag 1813. Haase. 4«.) Bd. I I . Sp. 426,
unter dem Namen Xaver Parisch.
Parente, Aron Isaak (Industriel«
ler. geb. zu Trieft im letzten Viertel
des 48. Jahrhunderts, gest. ebenda
44. Mcu 4333). Parente gehört einer
schon über zwei Jahrhunderte in Triest
ansässigen, angesehenen und begüterten
israelitischen Familie an, welche, wie es
im Adelsdiplom steht, schon von Kaiser,
Ferdinand I I I . mit Diplom vom
42. April 4647 und von. Kaiser Leo-
pold I. mit Diplom vom 46. Juni
4696 für ihre dem Staate und Throne
geleisteten Dienste besonderer Begünsti»
gungen, Vorzüge und Befreiungen theil'
haft geworden. Aron Isaak selbst arbei«
tete sick durch seine Umsicht und rastlose
Thätigkeit, seinen Fleiß und Scharfblick
in commerziellen Unternehmungen zu
einem der ersten und angesehensten In
dustriellen Triests empor, dessen Com
mune ihn auch in allen einigermaßen
wichtigen Angelegenheiten zu Rathe zog
oder in die Vertretung jener Geschäft wählte, für welche, besondere berathende
und beschließende Corporationen, theils
bleibend bestehen, theils periodisch ein«
gesetzt werden. So wurde AronIsaak
n die Commission gewählt, welche
zur Verwaltung des zur Tilgung der
Gemeindeschulden bestimmten Amorti«.
sationsfondes aufgestellt worden war
und seinen umsichtigen Vornahmen
ist es zu danken: daß diese Schuld
innerhalb kurzer Zeit von mehr denn
800.000 auf 300.000 fi. herabgebracht
wurde. Bei den Berathungen über An»
läge einer Batterie am Ende des Molo
di San Carlo zur Vertheidigung des
inneren und äußeren Triester Hafens
wurde P. als Börsen-Deputirter von der
Gubernial.Commission denselben > beige«
zogen; auch wurde er zum berathenden
Mitgliede bei der in Triest aufgestellten
Provinzial'Handels'Commission ernannt,
in welcher Eigenschaft er an der Losung
wichtiger kommerzieller Fragen wesent«
lichen Antheil hatte. Ueberhaupt wurde
seit Wiedererwerbung des Küstenlandes
von Seite Oesterreichs kaum eine wichtige
Angelegenheit in Commerzsachen, sei es
administrativer oder legislativer Natur,
verhandelt und beschlossen, welcher Pa<
rente nicht beigezogen worden wäre:
so wirkte er mit bei den Verhandlungen
zum Entwürfe eines neuen Reglements
und Tarifs für die von den österreichi»
schen Consulaten einzuhebenden Taxen,
und bei der Prüfung der von der k. k. In»
ternuntiatur in Constantinopel dagegen
eingebrachten Bedenken; ferner bei den
Berathungen über die Mittel zur Hebung
des österreichischen Hanf« und Leinwand»
Handels. Im hungerjahre 4847 bewies er
bei der Verfrachtung der von der Regierung
beigestellten Lebensmittel in die von der'
Noth heimgesuchten Küstenorte, im hohen
Maße seine Uneigennützigkeit, wie denn
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon