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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Volume 21
Page - 296 -
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Page - 296 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Volume 21

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Pargfrieder 296 Parhamer rechts blau mit Gold. links roth mit Silber belegt. Unter dem Schilde zieht sich ein blaues flatterndes Band hin, das mit goldener 2api< darschrift die Devise: „In te Doiuius 29s- ravi" zeigt. Pargfrieder, siehe: Parkfricder, Gottfried Joseph sS. 304^>. Parhamer, Ignaz (Humanist, Priester der Gesellschaft Jesu. geb. zu Schwan st adt in Oberösterreich 15. Juni 4713. gest. zu Wien 1. April 1736). Der Sohn wohlhabender Ellern, der die unteren Schulen in seinem Geburtsorte, das Gymnasium und die philosophischen Jahrgange aber in Linz besuchte, wohin seine Eltern übersiedelt waren. Nach be- endeter Philosophie wollte er in den Jesuitenorden eintreten, wurde aber sei« ner schwächlichen Gesundheit wegen nicht angenommen. Nun begab er sich nach Wien, wo er die Theologie studirte. Endlich, als er am 17. October 1734 im Iesuitencollegium zu Trencsin als Mitglied aufgenommen wurde, war sein Lieblingswunsch erreicht und ward er nach beendeten Lehrjahren sofort im Zehramte verwendet. So trug er zwei Jahre Humaniora zu Belgrad, ein Jahr Poesie und Rhetorik zu Erlau und ebenso lange zu Neusohl vor. Nun kam er nach Tyrnau, wo er durch drei Jahre als Katechet der deutschen Jugend thätig war. Im Jahre 4744 erlangte er die Priesterweihe, im Jahre 1747 in Wien die philosophische Doktorwürde, indem er zugleich den Neligionsunterricht an der akademischen Kirche und bis 1734 jenen an der Kirche auf dem Hofe be» sorgte. Früher schon, 1748, hatte die Kaiserin Mar ia Theresia an Par« hamer die Aufsicht über die Trivial» schulen übertragen, und zwei Jahre spä» ter erschien Parhamer's in der Ge- schichte des österreichischen Unterrichts» wesenS epochemachender „Nlltechiämns iür drei Schulen und mit gkUlühnlichrn Schulgesiin- gen" (Tyrnau 1730-1732. 8".). welches treffliche Elementarbuch in allen Drucke» reien Oesterreichs und Ungarns oft ge» druckt und in die ungarische, serbische und böhmische Sprache übersetzt wurde. An dieses Volksbuch schließt sich der „Hizwische Ulltlchi2M22 mit Hi3tllri2chen Frügen, Glaubens- unk Fittenlehrrn", 3 Theile (Tyrnau 1732 u. öfter, mit Abbildungen). Im Jahre 1784 wurde P. Missionar der Wiener Erzdiöcese und bald darauf Vorsteher der katechetischen Missionen in Oesterreich, Eteiermark, Kärnthen, Krain und Tirol. Er durchreiste nun im directen Auftrage der Kaiserin die genannten Lander und führte in den Hauptstädten wahrend der Missionszeit die sogenannten Christen» lehr»Bruoerschaften cin. Auf diesen Rei- sen trug er nach Art der Pilgrime Pil» gerstab und Mantel und ließ sich den Bart wachsen. I n den Orten, wo er nun hinkam, hielt er seine geistlichen Vor» trage, denen Alt und Jung oft aus fernen Gegenden zuströmte, so daß die Kirchen die Menge der herbeigekommenen Zuhörer nicht zu fassen vermochten. I n seinen Vortragen sprach er nicht von Politik und den äußeren geschichtlichen Vorgängen, die ihn, den Seelsorger, ja gar nichts angingen, wohl aber rügte und strafte er sündige Handlungen so- wohl der Vornehmen, wie der Geringen ohne Scheu und ohne Leidenschaft, nie als richtender Gott, sondern als rathen- der, selbst der Sünde unteworfener Prie- ster. Sein Vortrag war ebenso würde» voll als volksthümlich. Wenn er in seinen Predigten die in den höheren Ständen um sich greifenden Handlungen des Uebermuthes, den LuruS in Gewan- dern und an der Tafel, die Gleichgiltig« keit gegen die Religion und ihre heiligen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Volume 21
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
O'Donnel-Perényi
Volume
21
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1870
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
542
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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