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Paroubek 308 Partl.
wo er auch die theologischen Studien
beendete, dieh.Weihen empfing und dann
in die Seelsorge trat. Er kam zuerst als
Caplan nach Sobotka, adminiftrirtedann
einige Zeit die dortige Dechantei und
kam im Jahre 1757 als Pfarrer nach
Libeznice, wo er bis an sein Lebensende
verblieb. P. war ein psiichtgetreuer Prie»
ster. ein gewandter Kirchenredner und
insbesondere ein Freund der Schuljugend.
Bei Lebzeiten noch stiftete er eine Summe
von mehreren hundert Gulden zum Be>
Hufe unentgeltlichen Unterrichts armer
Kinder in den Elementargegenständen
und in der Musik; am 9. April 1762
aber legte er den Grund zu dem nach
ihm benannten Armenhause zu Sadska,
m welchem 12 Personen unentgeltlich
Pflege und Unterstützung erhielten. Wie
Iungmann berichtet, widmete er zu
diesem Zwecke 10.000 Gulden, während
der äio vnik meldet, daß diese Stiftung
bei seinem Tode auf 4700 Gulden ge«
schätzt wurde. Im Drucke hat P. heraus«
gegeben: „^a?n^", d. i. Psalmen (Prag
1736, 8".), mit Gesang und einigen an»
deren Dichtungen; — „F'/öns na svan-
F6?/H nsHe^l/ 66?s7io -7-oktt") d. i. Ge-
sänge für die Sonntagsevangelien auf
das ganze Jahr (ebd. 1760); — »
^ H. o. i. Auszug
aus der Weltkunde, oder kurze Darstel»
lung der Welt« und politischen Geschichte
u. s. w. (ebd. 1763), in dieser Schrift
war sein Name nur mit den Anfangsbuch,
staben desselben in der Vorrede angedeu«
tet. — Sein Bruder Wenzel Vitalis (geb.
17. October 1837, Todesjahr unbekannt)
widmete sich gleichfalls dem geistlichen
Stande, wurde im Jahre 1769 Pfarrer
zu Vrsovice bei Prag. spater erzbischöf»
licher Missionär und hatte die Absicht, eine Reise nach Jerusalem zu unterneh.
men. Die Schrift: »Z>eaHo H55n t^zo
e ve^ne^o ^z'voia,") d. i. Spiegel des
zeitlichen und ewigen Lebens, 2 Bande
(Prag 1770 bis 1771). welche Jung.
mann dem Georg Wenzel Parou»
bek zuschreibt, ist das Werk des Wen.
zelVi ta l is .
slovnik UÄU22)'. Rsäklctoi' Dr. I^ rant.
I>aä. NiLZsi-, d.i. Conoersations-Lerikon.
Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag
l539. Kober, Ler. 8«.) Bd. VI , S. 130. Nr. 1,
— .TnnLmann^^, Historie Utei-atur^ ossks,
d. i. Geschichte dcr böhmischen Literatur (Prag
1849. Hi>uä6) 4°.) Zweite, von W. W. To»
inek besorgte Ausgabe, S. 606 ^nach diesem
bereits im Jahre l631 geboren).
Partl, Johann Joseph (Schul-
mann, geb. zu Saar im Elbogner
Kreise Böhmens im Jahre 1802). Das
Gymnasium und die philosophischen
Studien beendete er in Prag, nahm
1828 eine Erzieherstelle im Hause eines
Gutsbesitzers zu Girna an, wo er bis
1832 verblieb und nun nach Prag zu»
rückkehrte, um sich für ein öffentliches
Lehramt vorzubereiten. Im Jahre 1833
erhielt P. die Stelle eines Bibliothekars
bei dem böhmischen Gewerbeverein, dessen
Geschäftsleitung rnit dem Titel eines
Secretärs er auch im Jahre 1837 über«
nahm und in beiden Stellungen bis zum
Jahre 1831 verblieb, in welchem er als
Gymnasiallehrer am k. k. katholischen
Staatsgymnasium zu Ofen angestellt
wurde. I n der Zwischenzeit hatte P. zu
wiederholten Malen Professuren der
Mathematik und Geometrie an Präger
Lehranstalten supplirt, von 1837 bis
1847 an der Gewerbeschule des böhmi«
'chen Gewerbevereins öffentliche Vor»
r^äge gehalten und in den Jahren 1838
und 4839 auf Kosten desselben Deutsch-
and bereist, um die Einrichtungen der
dortigen Gewerbeschulen und Gewerbe-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon