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Parisch 309 Partsch
vereine zu studiren. I m September 1848
wurde P. in Prag zum Doctor der
Philosophie promovirt. Im October
1831 hatte er seinen Posten als Gym
nasiallehrer in Ofen angetreten, am
8. März 1834 wurde er definitiv ange»
stellt und zugleich berufen, Ihren kais.
Hoheiten den Töchtern des Erzherzogs
Albrecht, den Erzherzoginen The>
rese und Math i lde , Unterricht zu
ertheilen. Als Schriftsteller seines Faches
war P. vielfach thätig, und in den vom
böhmischen Gewerbevereine herausgege-
benen „Mittheilungen für Gewerbe und
Handel", dann in der von Heßler und
Bal l ing redigirten „Encyklopädischen
Zeitschrift des Gewerbewefens" find zahl
reiche Aufsätze technischen Inhalts von
Par t l enthalten. Viele Gewerbevereine
Deutschlands, u. a. jene von Annaberg.
Altenburg, Chemnitz, Leipzig, Zittau,
Breslau, Coburg, Weimar, Sagan, die
Gesellschaften der Wissenschaften zu Görlitz
und Frankfurt a. M. haben P. unter
ihre Mitglieder aufgenommen.
Poggendorff ( I . C.), Biographisch-literan»
sches Handwörterbuch zur Geschichte der ex»
acten Wissenschaften (Leipzig 1839, Ioh. Ambr.
Barth. 80.) Bd. I I , Sp. 2U3. — Ie l l inek
(Carl Oi-.). Das ständisch'polytechnischc In .
stitut zu Prag (Prag 1836. Gottl. Haase
Söhne. 8°.) S. 228.
Pllvtsch, Paul (Mineralog, Geo«
gnost und Fachschriftsteller, geb.
zu Wien 11. Juni 1791, gest. ebenda
3. October 1836). Sein Vater war
Secretar bei der k. k. 3otto«Direction,
die Mutter, eine geborne Mar t i n i ,
übte auf des Sohnes geistige Entwicke«
lung starken und nachhaltigen Einfluß.
Im Jahre 4799 trat der Sohn in die
Wiener Neustädter Militär-Akademie, in
welcher er vier Jahre verblieb, worauf
er in's Löwenburg'sche Convict kam und
in demselben die philosophischen Studien beendete. Im Jahre 1810 begann P.
das Studium der Rechte, besuchte aber
auch die Vorträge über Mineralogie,
Zoologie, Botanik, Chemie und Land»
wirthschaft, welche ihn so fesselten, daß
er sich alsbald ausschließlich dem Stu«
dium der Naturwissenschaften widmete.
Zu diesem Zwecke ging er im Jahre
1814 nach Göttweih und machte von
dort botanische und mineralogische Aus»
flüge in der Umgegend. Botanisches und
Mineralogisches sammelnd und natur«
wissenschaftliche Tagebücher anlegend, in
welchen schätzbare Notizen zu einer Flora
Niederösterreichs eingetragen wurden. Zu
Ende des Jahres 1813 kehrte P. nach
Wien zurück, wo er sich ein Haus kaufte
und nun daselbst seinen bleibenden Wohn.
sitz nahm. Allmälig hatte sich auch seine
Richtung für das mineralogische Studium
entschieden und mit Eifer und Fleiß
brachte er bald eine Sammlung zu
Stande, welche zu einer der reichsten und
schönsten in Wien gehörte. I n jener Zeit
besuchte er die Vorträge, welche der
CustoS des Mineraliencabinetes, Schüch,
über Mineralogie hielt, kam mit ihm
bald in nähere Berührung, half ihm bei
seinen Arbeiten und beim Ordnen der
kostbaren Mineraliensammlung des da»
rnaligen Oberstkämmerers Rudolph Gra>
fenWrbna. Dadurch gewann P. auch
bald die persönliche Zuneigung des Gra»
fen selbst, wie deS damaligen Directors
der k. k. vereinigten Hof'Naturaliencabi'
nete, von Schreibers. Um sich in sei»
nem Wissen schaftzweige noch mehr auszu»
bilden, unternahm P. im Jahre 1817
eine längere Reise, die er über Deutsch,
land, Frankreich und England ausdehnte
und auf welcher er anderthalb Jahre
zubrachte. Von dieser Reise berief ihn
Director von Schreibers zurück, da
mittlerweile Custos Schüch zum Biblio«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon