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Äartsch 344
rarisches Handwörterbuch zur Geschichte der
exacten Wissenschaften (Leipzig 4839. Barth,
gr. 8«.) Bd. I I , Sp. 369. — Jahrbuch
der k. k. geologischen Reichöanstalt (Wien. 4".)
Bd. VII, S. 813. — Theater.Zeitung,
herausg. von Adolph. Bäuerle (Wien. 4".)
Jahrg. 4836. Nr. 233. S. 342. — Porträt.
Facsimile des Namenszuges P. Parisch.
A. Dauthage lith. 1L35 (Wirn. Halb-Fol.).
Partsch, siehe: Parö. Franz Xaver
S. 292 dies.
Parzizek, Alexius Vincenz (Schul-
mann, Fach» und geistlicher Schrift«
steller, Musicus und Zeichner,
geb. zu Prag 40. November 4748, gest.
ebenda 45. April 4822). I n öechischen
Schriften erscheint crPa^izek geschrie-
ben. was wie Parzizek ausgesprochen
wird. P. war als Pciester und Schul«
mann achtunZswerth und emflußreick,
und hat als doppelter Künstler, als
Musicus und Zeichner, nicht Unbedeu«
tendes geleistet. Er war der Sohn unbe,
mittelter Eltern und erhielt in Jesuiten«
schulen seine humanistische Ausbildung.
Zu Znaim in Mahren hörte er die Phi-
losophie, zu Brunn und an der Prager
Hochschule beendete er die theologischen
Studien. Mit 17 Jahren trat er zu
Leitmeritz in den Dominikanerorden.
Nach erlangten Weihen blieb er mehrere
Jahre im Kloster, wo er als Beichtvater
und Bibliothekar beschäftigt ward. Nun
kam er als Prediger nach Prag, wo er
zugleich an dem im Jahre 4773 von der
Kaiserin Mar ia Theresia zur Bil«
düng tüchtiger geistlicher und weltlicher
Lehrer neuerrichteten Muster Institute
die Vorträge über Pädagogik und Kate»
chetik hörte. Nun kam er als Katecdet
an die Pfarrschule zu St. Aegyd, wo
er sich bald als Lehrer so vortrefflich be»
währte, daß er in gleicher Eigenschaft
an die k. k. Normalschule übersetzt wurde.
Dieser Dienst griff aber seine Gesundheit! so stark an, daß er schon nach zwei Iah.
ren seine Stelle niederlegen mußte. Ge,.
nesen. erhielt er den Auftrag, die im
Jahre 4783 in Klattau errichtete Haupt,
schule zu organisiren und die Direction
derselben zu übernehmen. Hier wirkte er
als Lehrer und Jugendfreund durch sie«
ben Jahre in segensvoller Weise. Als
wahrend dieser Zeit der Dominikaner«
convent zu Klattau, dem er angehörte,
aufgehoben wurde, trat P. in den Welt«
priesterftand über. Auf Empfehlung des
berühmten Pädagogen, Bischof Kin.
dermann von Schulstein ^Bd. XI,
S. 269^j, erhielt P. im Jahre 4790 die
Directorstelle an der Prager Musterschule,
in welcher Eigenschaft er durch drei
Iahrzehende unermüdet Gutes und Nütz.
üches gewirkt. I n der Zwischenzeit wurde
er, 4798. nach Wien zu der zur AuS.
arbeitung eines neuen Schulplanes auf.
gestellten Studiencommisfion berufen. Für
sein rastloses und nutzbringendes Wirken
wurde P. in mannigfacher Weise geehrt,
so wurde er l798 zum Ehrendomherrn
des Leitmeritzer Domcapitels ernannt,
wurde im I . 4802 Doctor der Theologie
und Director des Privatwaisenhauses bei
St. Johann der Täufer in Prag, im
Jahre 4844. Decan der theologischen
Facultat, im folgenden Jahre erhielt er
eine jahrliche Gehaltszulage, wurde im
Jahre 4846 zum Gebrauche der Infel
und bald darauf zum Tragen des golde»
nen Pontisicalkreuzes sammt Kette be«
rechtigt. Als Pädagog, sowohl praktisch
als Schulmann wie als Fachschriftsteller,
entfaltete P. eine nachhaltige und fast
großartige Wirksamkeit. I n Betreff seiner
zahlreichen, in deutscher und oechischer
Sprache — in welch letztere sie von I .
Hyb l , Fr. A. Vacek. Kaspar Widt-
mann, Johann Rulik u. 3l. übersetzt,
aber auch von Parzizek selbst in der«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon