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^783, damals 21 Jahre alt. trat P. bei
dem Warasdiner<Kreutzer Grenz «Regi
mente als Cadet ein, rückte in demselben
stufenweise vor und war in den Jahren
1799 und 4800 bereits Hauptmann.
Bei Pastrengo. am 26. März 1799,
vollführte P. die erste bedeutende Waf»
fenthat. Erst vertheidigte er alö Haupt-
mann mit seiner Division auf daS
Tapferste seine Stellung, nahm die zu-
rückgeworfenen Vorposten auf, vereinigte
sich mit ihnen, drang nun selbst gegen
den Feind vor und warf ihn zurück,
wurde aber von dem von allen Seiten
hervorbrechenden Feinde nun selbst zum
Rückzüge genöthigt und sah sich plötzlich
von der Haupttruppe abgeschnitten. Den
Zuruf, sich zu ergeben, zurückweisend,
schlug er sich durch die feindlichen Massen
und rettete einen Theil deS Bataillons,
das ohnehin im Kampfe furchtbar gellt»
ten hatte. Der größte Theil der Officiere
war geblieben und über den Rest wollte
keiner der vorhandenen das Commando
übernehmen. Um es unter solchen Um-
ständen vor Auslösung zu retteri, über»
nahm P. das Commando, obgleich er
der jüngere Osficicr war. Er behielt
nun das Commando durch zwei Jahre
und arbeitete an der moralischen und
militärischen Ausbildung des Bataillons
mit aller Energie und mit glänzendem
Erfolge. Nach der Schlacht an der Tre-
bia erhielt er den Auftrag, mit seinem
Bataillon vier Stunden ober Rubiera
dem Feinde in den Rücken zu fallen. Bei
dieser Gelegenheit stieß er am 24. Juni
zuerst auf den General Ca lv in , griff
dessen 2000 Mann starke Truppe mit
allem Nachdrucke an, warf die feindlichen
Colonuen über die Secchia zurück und
zersprengte dieselben in die Gebirge.
Indessen stand die Hauptarmee des
Gegners unter Macdonald 's Befehl an der Rubiera und dieser sah stch P.
plötzlich ganz allein mit seinem Bataillon
gegenüber. Im ersten Momente suchte P.
den übermächtigen Gegner zu tauschen und-
schickte einen Trompeter an ihn mit der
Aufforderung, sich zu ergeben. Dieser aber
wurde zurückgewiesen und der Feind ging
zum ernsten Angriffe über. Paszthory
und sein Bataillon, die verzweifelste Ver>
theidigung der Kapitulation vorziehend,
kämpften wie Helden. Endlich wurde das-
Bataillon aufgerieben, ein kleiner Theil
rettete sich über das Waffer, Päszthory
mit einem Häuflein Getreuer leistete noch
hartnäckigen Widerstand, bis er, von
allen Seiten umrungen, übermannt und
endlich gezwungen wurde, sich zu erge»
ben. Nach erlangter Freiheit kehrte P.
zu seinem Corps zurück. Im December
1799 zeichnete sich P. neuerdings auS,
er behauptete bei Prado seine von den
feindlichen, weit stärkeren Abtheilungen
mit Ungestüm angegriffene Position mit
aller Entschiedenheit, kam nun der hart-
bedrängten Abtheilung deS schon verwun»
deten Major Paulich noch rechtzeitig
zu Hilfe, rettete den bereits gefangenen
Major, stürmte auf den Feind und
trieb ihn bis unter die Kanonen von
Genua. Als gegen den Abend neue
Nachrichten von Bewegungen des Fein-
deS, die für uns sehr nachtheilig waren,
anlangten, bot sich P. dem General
Klenau zum Angriffe der feindlichen
Stellung an, der auch unverweilt er»
folgte. Mit außerordentlicher Bravour
focht P., brachte den Feind auf allen
Seiten zum Weichen und nahm alle Po«
sitionen mit seinen Truppen, welche kurz
zuvor noch von dem Feinde stark besetzt
waren. Die ihm nun von Klenau über«
tragene Stellung als Vorpostencomman«
dant bei Sestri mit dem Auftrage, die
Niviera von Chiavari bis Levante zu
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon