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P«t»i 347 Patai
welche zu Klausenburg im Jahre 1774.
also etwa zwei Decenmen nach Patai 's
Tode, erschienen wäre, was bei einer
Parentation wohl kaum anzunehmen ist,
wornach also diese Schrift entweder frü»
her (vielleicht 1747) erschienen oder aber
von P. gar nicht verfaßt ist.
^NLtriaeHS sooivtatis ^62U (Visnnas t8^i3,
^ex. 8«.) x. 253. — HlHZ^^i i rok .
/a/caö <5ä I>« n«s ^i ^ «/6^ss/, d. i. Ungarische
Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschrei
bungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph
Daniel ik (Pesth 1853, G. Emich. 8".) S.334
^nach diesem gest. zu Tyrnau iiu I . l^äö), —
Noch sind demerkenswetth zwei Zeitgenossen,
beide Abgeordnete des ungarischen Landtages,
Joseph Patay des Landtages im Jahre
1846 und Stephan Patay des Landtages
im Jahre l8l>l. Beide gehören einer und der-
selben Familie an und stehen im verwandt-
schaftlichen Verhältnisse von Onkel (Joseph)
und Neffe (Stephan), l. Joseph war
einer der hitzigsten Vewegungsmänner des
Jahres 1848, und Levitschnigg bemerkt
über ihn, „daß er oft an eine aus der
Halle nach dem Sitzungssaal? der Deputirten»
kammer emporsteigende Poissarde mahnte".
P. interpellirte in dem denkwürdigen 4dger
Landtage den Kriegsminister wegen des
mit den Raizen abgeschlossenen Waffcnstill'
standes, den er für eine Schmach Ungarns
erklärte; ebenso später wegen dcr angeblichen
Truppensendung nach Italien. Anläßlich der
Debatte über die Stockprügrlftrafe geriethen
Patay und Stephan Graf Sz6ch6nyi
so hart aneinander, daß die Cache in cknein
Duelle ausgttragen werden mußte. Später
war P. Mitglied der Wiener Deputation
und des am 2l. September gebildeten Lan<
oeLveltheioigungs'Auüschufses. Auch befand er
sick) bei der Commission, welchc, nachdem
sich das Gerücht von dem Verschwinden der
ungarischen Krone verbreitet, sicli am 18. Te»
cembcc zum Kronhüter Ürmsny i begab,
um sich. nachdem eines fehlenden Schlüssels
wegen der Teckel der die Krone bergenden
eisernen Kiste gewaltsam aufgeschlagen wer«
den mußte, von ihrcm und dem Vorhanden»
sein der übrigen Reichskleinodirn zu über»
zeugen. ^Levitschnigg (Heinrich Ritter v.),
Kossuth und seine Banncrschaft. Silhouetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth ls30,
Gustau Heckenast, 8") Bd. I I , S. l80.) —
2. Dem Oheim im oppositionellen Gebaren
ähnlich ist Stephan Patay. der im Jahre
1848 in der Honvsdarmee für sein Vaterland
kämpfte und im Jahre l86l in Vihar in den
denkwürdigen Ausgleichungslandtag gewählt
worden. Als es sich um die Form der an den
König zu richtenden Ansprache Handelle, ob
dieselbe in jener einer Adresse, eines Be-
schlusses oder eines Manifestes sver»
glriche zum völligen Verständnisse dieser An»
geü'genheit die Biographie von Paul Iäm»
bor, Bo. X, S, 60) zu geschehen habe,
schloß er in der Sitzung vom 3l. Mai ittül
seine übrigens nicht lange Rede mit folgen»
den Worten: „ich, meine Herren, erkläre
kühn, daß ich für die 1848get: Gesetze leben
und sterben will, und lieber währcnd der
Vertheidigung derselben verblute, jedoch ehr»
lich und glorreich, als daß ich mich vor dem
Angcsichte der Bruder»Nationen und Europa's
auf eine ftige zwerghafte Weise zur Puppe
der Wiener Regierung erniedrigen sollte. Ich
stimme für den entschiedensten B e.
sch luß". — s. Ein Patay war im unga«
tischen Landtage für 1666 Abgeordneter der
Stadt Erlau und lichtete in dcr Sitzung vom
20. Jänner l866 an den ungarischen Clerus
folgende Apostrophe: „Als Ungar bezeuge ich
dem katholischen Cle ru s Ungarns meinen
Dank wegen seiner Vergangenheit, aber nicht
dem Fürst.Primas. den Elzbischöfen und Vi»
schöfen, die durch ihre Rundschreiben bei den
Wahlen (18L2) zu blutigen Scenen Veranlas»
sung gegeben. Neber jene Priester aber, die, den
Deckmantel des Glaubens benutzend, das Sin»
kommen jener Stiftungen, welche die Naiion
in ihre Hände gelegt, um die Jugend in
Religion, Vaterlandsliebe, Gesetzlichkeit und
Moralität zu erziehen, zu den größten Ver»
brechen, zu Bestechung und Serlenkauf ocr»
braucht haben, din ich genöthigt. oaS Schul»
dig auszusprechen" In der ganzen Versamm»
luug fand sich nicht eine Stimme, die dm
ungarischen Episcopat und Cleruä gegen diese
ihm öffentlich in'v Gesicht geschleuderte schwere
Anschuldigung in Schutz gcnommen hätte.
Ob der vorgenannte Abgeordnete von Bihar
des Jahres li>6l, Stephan P . und der
zuletzt in Rede gestandene Abgeordnete von
Erlau deS Jahres !866 eine und dieselbe
Person sei. kann Herausgeber dieses Lexikons
nicht angeben. I^Der ungarische Reichs»
tag 186 l (Pesth l8el.Osterlamm. äo.) Bd. I I ,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon