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PatzeU 339 Vauer
nun beginnen seine nicht uninteressanten
Reiseabenteuer. Das Schiff, auf dem P. seine
Ueberfahrt machen wollte, verbrannte. P. mit
seinen Reisegefährten wurde von einem zur
Rettung herdeigeeilten Schisse aufgenommen,
das sie wieder in Nordamerika absetzte. Die
Vereinigten Staaten befanden sich damals im
Kriege mit Mexiko, P. trat nun als Freiwil«
liger in das Heer und diente vier Jahre in
demselben, mannigfache Wechselfälle des
Schicksals erlebend. Für seine Dienste erhielt
er neben einer Gcldbelohnung noch 400 Aker
Land. Im Jahre 1833 kehrte er auf kurze Zeit
in seine Heimat zurück, dann begab er sich
wieder nach Nordamerika. Von dort lockten
ihn die Diamantengruben Brasiliens dahin,
er reiste nach Rio Janeiro, besuchte die Dia«
mantenbezirke, ging dann nach Melbourne in
Australien und lernte die dortigen Goldgebiete
kennen. Die Nachricht von Goldfeldern, die
man in Calcutta entdeckt, lockte ihn nach In<
dien, von wo er nach Hong-Kolig in China,
nach Sidney und Neu-Südwales kam. Die
Hoffnung, Gold zu finden, trieb ihn so bis
Neuseeland. Nun kehrte er nach Sidney und
mit anderen Glücksrittern in das Innere
Australiens zurück, wo es ihm diesesmal mit
der Goldsuchern besser glückte, als das erste«
mal. Im Herbste l863 verließ er Australien,
kam über Polynesien, nach Brasilien und
schiffte sich von dort nach Europa ein, wo er
im Jänner l864 in London ankam. Von 3on«
don reiste er über Paris und die Schweiz
in seine Heimat Turnau. von wo ihn nach
längerem Aufenthalse im Kreise der Seinigen
die Reiselust nach Australien zurücktrieb, wo
er zu Anfang des Jahres t863 landete. P.
hat auf diesen Fahrten durch die verschiedenen
Theile der Erde sich immer selbst fortgeholfen.
Er unterzog sich jeder Arbeit, mit welcher er
etwas verdienen konnte und schlug sich unter
Beschwerden und Mühseligkeiten aller Art
durch. Er hat von seinen an Abenteuern und
Erlebnissen mannigfachster Art reichen Wan«
oerungen Aufzeichnungen gemacht, aus denen
Iaroslav Sooboda den Stoss zu jenen
Mittheilungen schöpfte, die er unter dem Titel:
„ösuek I>ae1t, roüälc tnrnovLkF' a Hs^o
o<25t^ "^ o. i. Vincrnz Patzelt, ein geborner
Turnauer, und seine Neisen, in den „I^its-
?ariii Ust?, äkZoxis vöuovanF- Iit2r2.tu.is,
NHI621, ponosül a. 2iida,v6" (Prag, schm. 4".)
I I . Jahrg. (l863), Heft 6 u. f.. veröffentlicht
hat. — 3. Joseph Eduard Patzelt, Zeit.
genoß, der in Wien die medicinischen Studien beendete, aus denselben die Doctorwürde
erlangte und dann in Wi?n als praktischer
Arzt thätig war. Später soll er der unten
angegebenen Quelle zu Folge sich nach Buka»
rest begeben haben. Im Jahre !842 erschien
von ihm eine „Aufzählung der Thalamissoren
der Umgebungen Wiens". ^Verhandlun»
gen des zoologisch-botanischen Vereins in
Wien (Wien, W. Braumüller, 3«.) V. Bd.
(1853). Abhandlungen S. 57. in Neilrcich's
„Geschichte der Botanik in Niederösterreich".)
Pau. Die Namen, welche unter der
Schreibart mit u nicht zu finden sind,
suche mau unter jener mit v oder w, weil
ein und derselbe Name in den verfehle»
denen und vornehmlich in den slavischen
Sprachen verschieden geschrieben erscheint,
z. B. im Deutschen mit u und w, im
öechischen, Serbischen und Kroatisch»
Illyrischen mit v, im Polnischen, Ruthe«
nischen und Slovakifchen mit w. wie
Paulik, Pavlik. Pawl ik; Paulo«
wicz, Pawlowicz; Paul is , Paw>
lis u. s. w.
Pauer, Bernhard Adolph (Arzt und
Neichsrath.Deputirter, geb. zu
Pi lnikau in Böhmen 7. Juni 1827).
P. ist der Sohn eines Lichtziehers in
Pilnikau, erhielt den ersten Unterricht da<
selbst, besuchte dann. 4839—1840, die
Hauptschule in Königinhof und 1840 bis
44 das Gymnasium in Braunau. Die
Humanitätsclassen beendete er mGitschin,
die philosophischen Studien in Prag.
An den denkwürdigen Ereignissen des
Jahres 4848 nahm er weiter keineu An-
theil, nur, daß er im Sommer g. I . von
seinen Collegen in den Ausschuß der
deutschen Studenten gewählt wurde. Das
im October 4849 in Prag begonnene
Studium der Rechte gab er schon nach
einem halben Jahre wieder auf, sich je.
nem der Medicin widmend, welche er bis
4854 m Prag, dann aber in Wien hörte,
bis er am 26. Februar 4832 in Folge
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon