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370 Pauliny
geschickt, um Mitternacht eine 900 Mann
starke feindliche Abtheilung überfiel, in
die Flucht trieb, sich sodann der Stadt
bemächtigte und in derselben ein bedeu-
tendes Magazin erbeutete; am 8. bei
Czechenowitz; am 29. bei Kowel. wieder
bei einer Recognoscirung; bei dieser, da
alle Brücken, neun an der Zahl, zerstört
waren, sehte er über die reißende Turza.
griff eine Abtheilung Kosaken und Basch-
kiren an, die er zersprengte und von
allen Puncten, wo sie Posto fassen woll«
ten, wieder vertrieb, so daß er das Land
im Umkreise von 7 Meilen vom Feinde
säuberte, worauf nun die zerstörten
Brücken hergestellt wurden und schon am
folgenden Tage (30. August) der Ueber-
gang der Avantgarde des General-Ma-
jors Frehlich stattfinden konnte; am
19. und 20. September beim Defilee
von Gindova und bei Luck, wo eS zwi«
schen mehreren russischen Reiter-Regimen-
tern und unsererseits zwei Schwadronen
O'Reilly«ChevaurlegerS. commandirt von
General. Major Zech meiste r , zum
hartnäckigsten Gefechte kam, welches zu
unserm Nachtheile zu endigen Gefahr
lief, als Paul iny mit sechs Zügen Kai«
ser«Huszaren heransprengte und auf den
Gegner eine so entschiedene Attaque
machte, daß dieser zuerst zurückgeworfen
und als er sich wieder ermannte, so lange
aufgehalten wurde, bis unsere Artillerie
mit ihrem Geschütze ihm alle Lust zur
Fortsetzung deS Kampfes verleidete; am
29. September bei Luboml, wo er die
hitzigen Angriffe einer weit überlegenen
Cavallerie entschieden zurückwies, vier
Züge der Oberstlieutenant-Schwadron
und einen Zug Blankenstein-Huszaren,
die vom Feinde schon umzingelt waren,
wieder heraushieb und das Terrain be-
hauptete; am 23. October bei Kelpenetz
und Zuzel; am 12. November bei Küre« lyczin, wo er die Vorhut des Generals
Tschernitscheff überrumpelte; am
13. bei Kamionka und in der darauffol-
genden Nacht bei Novogrodek; am 16.
bei Czaja und Bessyn. wo er den rusfi»
schen General Tschaplitz zum völligen
Rückzüge zwang, dadurch mehrere Spi>
täler rettete, 42 Mann, die schon in
Gefangenschaft gerathen waren, befreite
und ein beträchtliches Magazin nebst
130 Ochsen und 100 Schafen erbeutete;
endlich am 13. December, indem er mit
seiner Abtheilung, von dem überlegenen
Feinde auf das Nachdrücklichste verfolgt,
sich durch die vom Feinde stark besetzte
Stadt Dzenzoi und dann bei Iarow in
Lithauen, obgleich schwer verwundet, mit
dem Säbel in der Hand, ohne einen
Mann zu verlieren, den Weg bahnte.
Für diese mit ebensoviel Bravour als
Umficht ausgeführten Waffenthaten wurde
P. in der 68. Promotion (vom Jahre
1813) mit dem Ritterkreuze des Maria
TheresieN'OrdensauSgezeicbnet.Iui Jahre
1813 vor Straßburg beschloß P. seine
ausgezeichneten Waffenthaten. Straß«
bürg wurde blockirt; am 9. Juli, vor
Tagesanbruch, machten die Franzosen
einen Ausfall; bei Hausbergm schwankte
lange der Kampf unentschieden; eine
Cavallerie«Batierie der Unseren hatte
bereits 13 Pferde verloren und war nahe
daran, dem Feinde in die Hände zu
fallen; da führte Paul iny den Ritt.
meister Mocsary mit seiner Schwadron
auf die bedrohte Stelle, ließ die Schwa-
dron vor der Batterie Posto fassen, so
daß diese nun ihren Rückzug bewerkstelli«
gen konnte und hielt, wie auch der Feind
alle Anstrengungen machte, ihn aus seiner
Stellung zu verdrängen, Stand, bis die
Batterie in Sicherheit gebracht war. Nach
beendeten Kriegen diente P. noch einige
Jahre in der Armee, im December 1834
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon