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Pedal 421 Pedeyani
welcher sie später auch nachgab. Nach
dem plötzlichen Tode ihrer Tante besuchte
Iosepha die Mädchenschule auf dem
Wysehrad, wo sie bald durch ihre geisti»
gen Fähigkeiten vor Anderen sich bemerk»
bar machte. Im Alter von 23 Jahren trat
sie. ihrer Vorliebe für das Kloster fol>
gend — ob noch andere Motive dabei mit«
gewirkt, ist nicht bekannt — im Novem<
ber 1803 in das Kloster der Elisabethi»
nerinen. wo ihr der sonst durch mancherlei
Umstände erschwerter Eintritt in Folge
mehrerer zufällig eingetretener Ereignisse
wesentlich erleichtert wurde. Am 9. Scp-
tember 4803 legte sie das Ordensgelübde
ab, nahm den Klosternamen Mar ia
Anton ia , unter dem sie auch gewöhn«
licd angeführt erscheint, an und lebte da»
selbst in klösterlicher Abgeschiedenheit
ganz ihrem Berufe, arbeitete aber un«
unterbrochen fort an ihrer geistigen Aus»
bildung und beschäftigte sich nebenbei
mit schriftstellerischen Arbeiten in ihrer
Muttersprache. Nnter dem angenomme»
nen Namen Dobrovlastka (was etwa
so viel bedeutet als die gute Patriotin)
schrieb sie für den „ösolioLlav" und den
von Tomsa redigirten „Vournik slovan-
Lki". Selbststandig gab
sie heraus: A
d. i. Leben der h. Elisabeth. Tochter des
Königs von Ungarn Andreas H., Land»
gräfin von Thüringen (Prag
zweite Aufl. 1843, 8".); — „
cili^sH c?s67-Häm msFitsH?/?«", d. i. Se«
raphine, ein Geschenk für städtische Mad"
chen (Prag 1826; zweite Aufl. 1832);
^'") d. i. Der
Myrthenkranz u.s.w. (Königgratz1828);
^") d. i. Der
Rosmarinstock, aus dem Schatten in den wahren Garten verpflanzt (Prag 1830).
Noch früher veröffentlichte
sie ein Andachts«
buch für das weibliche Geschleckt unter
dem Titel: „ <7H?söoz>6 Losvatni, HmFäa
moH/z'sz'^c> 26NäHo?l osoött", d. i. Das
geweihte Brot, Andachtsbuch für das
weibliche Geschlecht (Prag 1820; neue
Ausg. 1826,12o.) heraus. Nonne Mar ia
Antonia verkehrte gern mit jungen Mäd«
chen, in denen sie Sinn und Liebe für die
heimische Sprache und Literatur zu wecken
bemüht war. Mit dem Pfarrer Joseph
Wlastimil Kamaryt <M. X, S. 414^
stand sie im Briefwechsel, dessen Heraus«
gäbe öelakovsky seiner Zeit vordere!»
tet hatte. Aber Censurhindernisse traten
dazwischen und späterhin fand sich unter
seinen nachgelassenen Schriften dieser
Briefwechsel nicht vor, so daß er als vec«
loren angesehen werden muß.
8)ovnilc 22uäu>-. Üeäaktoi- Dr. I^ i-ant.
I^ aä. NieFsr, d.i. Conversations-Lenkon.
Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag
1839. Kober. Ler. 8°.) Bd. VI, S. 199. —
I^itoineriülc^ VLeobeon)' äonaäoi 2
d.Q5i>oääl2lc>' Icaisnäak na i-olc t86^,
d. i. Leitmen'tzer allgemeiner Haus» und Wirtb'
schaftg'Kalender auf das Jahr 1864 ^im Auf<
sahe über die Schriftstellennen Böhmens.
Pederzani, Alois (Rechtsgelehr-
ter, Senatspräsident des k. k.
obersten Gerichts- und Caffationshofes,
geb. zu V i l la Lagarina im Rovere»
der Kreise Tirols 4. September 1796,
gest. zu Wien 19. April 1834). Sein
Vater Johann Baptist war ein
Rechtsgelehrter, seine Mutter Anna
Mar ia eine geborne Marzani von
Stainof f . Die ersten zwei Gymnasial«
classen besuchte Alo is zu Botzen, dann
trat er. im Herbste 1807, in das Lodro«
nisch.Marianische Collegium zu Salz«
bürg ein. in welchem er nur bis zum
Jahre 1811 verblieb, da Salzburg mitt.
lerweile bayerisch geworden. Im Herbste.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon