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Nadda 176 Naddll
^3l8. Haase, i«.) Bd. I I , Sp. »»!, —
Nagler (G. K. Hr.), Neues allgemeines
Künstler'Lelilon (München <839. E,A. Fleisch
mann, 8°.) Bd. XII, S. 186,
Rllddll Ritter von Noskowfttin, Io,
seph (Staatsbeamter, geb. zu Bos<
low stein im Znaimer Kreise Mährens
im Jahre 1798, gest. zu Wien im Früh
jähre 1869). Das Gymnasium besuchte
er in Znaim, die philosophischen Studien
hörte er in Brunn und Wien, die juridi»
schen in Wien. Im Jahre 1824 erlangte
er die juridische Doctorwürde und im
folgenden Icchre trat er bei der Hof» und
niederösterreichischen Kammerprocuratur
in den Staatsdienst. Im nämlichen und
im folgenden Jahre wurde er als Supp»
lent im Lehrfache des Natur» und öster>
leichischen Criminalrechtes und im Jahre
1832 als supplicender Professor dersel.
ben Fächer an der k. k. Therefianischen
Rittei'Akademie verwendet. Im Decem»
ber 1832 erlangte er die Stelle eines
Hof. und Geiichts-Advocaten in Wien,
welche er aber aufgab, als er im April
1833 zum Adjuncten der Hof- und nie»
derösterreichischen Kammerprocuratur er»
ncinnt wurde. I n dieser Stellung arbei»
tete er im geistlichenund Stiftungs-, dann
im Lreditsrefecate. wurde aber außerdem
— seiner geschäftlichen Tüchtigkeit wegen
— von dem Hofkammer-Präfldium mit
anderen von der Hofkammer'Promratur
ganz unabh.mgigenArbeiten betraut. Im
Jahre 1842 erfolgte seine Ernennung
zum Hofsecretär bei der allgemeinen Hof»
fammer, wo ihm unter andern die Bear»
beitung eines Börsegesetzes und später
jene der Statuten und Reglements einer
Hypotheken-Anstalt für Ungarn und dessen
Nebenländer übertragen wurde. Die Wir»
ren des Jahres 1848 verhindertendieAus»
führung dieser Projecte. Im Iahce !847
wurde R. Hofcath bei der allgemeinen
Hofkammer und als solcher mit den Cre» dits>, Bank», Börse» und Kanzlei'Direo
tionsgeschäften betraut. I n dieser Stel»
lung wirkte er auf möglichste Ersparung
hin, zunächst durch die Errichtung der
ObligationM'Verwechslungskasse, durch
Einstellung der unverläßlichen Coupons.
Contirung, welche bis dahin täglich 42
Beamte ausschließlich in Anspruch nahm
und nun durch eine einfache und mit kei»
nen Kosten verbundene Controle erseht
wurde; durch eine zweckmäßigere Tinrich»
tung der Hypothekar, und dreipercentigen
Anweisungen, durch welche Einrichtungen
jährlich mehrere Tausend Gulden erspart
wurden. Das neue Borsegesetz, durch wel-
ches das noch nirgends vorhandeneInsti-
tut der Börsekammei in's Leben gerufen
wurde, und das Reglement der Hypothe»
km-Abtheilung der österr. Nationalbank
find die tiefer eingleisenden, legislativen
Arbeiten, welche ihn zum Urheber haben.
Außer den vorerwähmen Arbeiten seines
amtlichen Berufes war N. auch als Ge>
meindernth der Stadt Wien thätig, u. z.
zu einer Zeit, in welcher die Vater der
Stadt noch unter dem Ginflusse einer
Bevormundung standen, die jeden Aus»
druck einer freisinnigen Gebarung gefan»
gen hielt, und das Wirken eines gefm»
nungstüchtigen Mannes beschränkte. Auch
in Kunstkreisen war sein Name nicht unbe»
kannt und einige Zeit führte er die pro»
visorische Leitung des Hofopeintheaters.
I n seiner Jugend huldigte R. steißig dcr
Poesie und begegnet man seinen, mit fei>
nem Namen bezeichneten lyrischen Dich-
tungen oft in den zahlreichen Almanachen
und Zeitschriften früherer Tage. Radda's
Verdienste in seiner vieljährigen amtlichen
Stellung — in welcher er zuletzt zum
Sections'Chef vorgerückt war— wurden
Allerh. durch die mit 13. März 1883
erfolgte Verleihung deS Ritterkreuzes deS
Leopold-Oldens gewürdigt, welcher sta»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon