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Nadetzky 182 Nadetzky
vermissen, der ihm auch hie und da bei-
gelegt erscheint. nämlich jenen eines
„Herzogs von Custozza". Nun offi-
ciell ist ihm derselbe nicht verliehen
worden; aber das Volk Oesterreichs
hat, im richtigen Instincte, aus der Na-
poleonischm Leoninisch-militarischen Wär-
denverleihunga-Aeia sich ein Beispiel ho»
lend, ihm diesen Herzogstitel verliehen).
— 1884. 24. April, letzter Aufenthalt
Radetzky's in Wien bei Gelegenheit
der kais. Vermälung. — 4837. 28. Fe°
bruar, Radetzky tritt mit 72 Dienst-
jähren, und mit 46 europäischen Orden
geschmĂĽckt, in den Ruhestand, um sein
Leben in der ihm von Sr, Majestät ein-
geräumten Villa Reale zu Mailand zu
beschlieĂźen. Das seine Versetzung in den
Ruhestand aussprechende kaiserlicheHand-
billet lautet: „Lieber Feldmarsckall Graf
Radetzky! Mit jenem tiefen Pflichtge-
fĂĽhle und der treuen Hingebung, womit
Sie in'bem Zeiträume von 72 Dienstjah-
ren Meiner Armee als unĂĽbertroffenes
Beispiel voranleuchten, hc,ben Sie Mir
auch nun bei Meinem Eintreffen in Mei-
nem lombaidisch ° venetianischen König-
reiche mit edler Aufrichtigkeit, die BĂĽrde
ihres hohen Alters geschildert und zugleich
die Bitte um Enthebung von dem Posten
eines Armee-Commandanten und Gene-
neral-Gouveineurs unterlegt. Ich habe
dieser Bitte mit dem tiefsten Bedauern
und nur aus dem Grunde nachgegeben,
weil Ihre Befreiung von so groĂźer Last
der Geschäfte mir allein die Hoffnung
gewährt, Ihr Mir so theures und ruhm-
volles Leben noch fĂĽr eine Reihe von
Jahren in ungetrĂĽbtem Wohlsein erhal-
ten zu sehen. Ich befehle unter Einem
Alles an, was auf Ihre künftige persön-
liche Stellung Bezug hat. Sie werden
stets in jedem Meiner Schlösser, sowohl
in Ăźtra, Monza, in der.Villa Reale zu Mailand, als zu Wien in Meiner Burg,
im Palaste des Augartens, dann zu
Hetzendorf nach Ihrer Wahl mein herzlich
gern gesehener Gast und Ich, dadurch in
der Lage sein, Mick, so oft ich es bedarf,
Ihrer weisen Ansichten und Ihres erprob-
ten Rathes erfreuen zu können. Und so
mögen sie noch lange Meiner Armee das
lebendigste Vorbild unseres Ruhmes,
geliebt und geehrt von mir und allen
österreichischen Herzen, in der dankbarsten
Erinnerung Ihres Monarchen, wie in
Ihren eigenen glanzvollen Erinnerungen
den Lohn einer so thatenreichen Vergan-
genheit genieĂźen." Mailand, 28. Fe-
bruar 4857, Franz Joseph ua. p.
— 1837, 4. März letzter Armeebefehl
des scheidenden Maischalls. — 22. Juli,
HundertjähiigesMarillTheresien-Ordens-
jubiläum in Wien, wobei Radetzky,
durch Krankheit niedergehalten. an den
durchlaucht. Erzherzog Johann seine
Huldigungen und GrĂĽĂźe telegraphirt;
31. Juli, der Marschall trifft (von einem
ihm am 21.Mai zugestoĂźenen unglĂĽcklichen
Beinbruche aufgehalten) zin Mailand ein
und wohnt am 10. December (als letzter
Ausgang) der Auörückung des k. k. Uh-
lanen-Regimenks Nr. 12 persönlich bei.
— 20. December, der Marschall von
einem Unwohlsein befallen I sein Leib-
arzt läßt (3(1. December) ein Consilium
halten; am 31. wird der hohe Kranke
mit den Tröstungen der Religion, und
1888, 2. Jänner, mit der letzten Oelung
versehen. — 8. Jänner, gegen 8 Uhr
Morgens verscheidet der greise Held an
der Lungenlähmung, An demselben Tage
noch erläßt Se. k. k. apost. Majestät hier-
über folgenden Armeebefehl: „Dem Wil-
len des Allmächtigen hat es gefallen, den
ältesten Veteranen Meiner Arwee, ihren
sieggekrönten Führer, Meinen treuesten
Diener, den Feldmarschall Grafen Ra-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon