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Nadi Nadichi
Kunstfreunde Dr. Sa l v i a t i unterstützt,
der in dieser Angelegenheit eine Reise
»ach Wien unternahm, um die Regierung
zur werkthätigen Unterstützung des neu
aufgefundene» Kunstzweiges zu bewegen.
Die kaiserlich österreichische Regierung ließ
nun auch dcm neuen Unternehmen dessen
Proben die Anerkennung der k. f. Aka-
demie der Künste in Venedig erhalten
hatten, die wirksamste Unterstützung zu
Theil weiden. Rndi lieferte sofort die
vortrefflichsten Arbeiten von wunderbci»
rem Farbenschmelze und einer Weichheit
und Zar! heit der Tinten, daß sie die
gefärbten Pasten der Alten bei weitem
übertrafen. I n Folge dieser so günstigen
Ergebnisse wurde mit Zustimmung der
k. k. venetianischen Statchallerei und
dcs k. k. Ministeriums von der Vermal»
tung des Domes S. Marco in Venedig
mit Dr. Sa lv ia t i ein Vertrag abge.
schlössen, kraft welchem sofort 430U Pfund
Gold- und Silberemails und 9120 Pfund
farbigen Emails von Rad i zu liefern
war?n, und dami: auch in Zukunft die
Lieferung solcher Artikel gesichert sei, kam
man ferner übereiu, daß alle Emails,
deren der S. Marcusdom in den nächsten
fünfzehn Jahren bedürfen sollte, zu den
vereinbarten Preisen und unter denselben
Bedingungen von Radi und Ealviali,
welch' letzterer den geschäftlichen Theil
der Angelegenheit überwachte, zu liefern
sein weiden. Die unten angegebenen
Quellen geben eine genaue Darstellung
der Wiederbelebung und Entwicklung
dieses interessanten Kunstzweiges durch
Horenzo Radi , der zu wiederholten
Malen mir silbernen und goldenen Aus»
stellungsmedaillen ausgezeichnet wurdc.
Wiener Zeitung l«LU, Nr. 133 u. 134:
„Die in Venedig erzeugten Mosaik-, Gu!d>.
Silbe» und fertigen Emails und Chalcedon»
Achate", Bericht von Francesco Zanotto;
— dieselbe 1365, Nr. 192. — A u g s b u r g ei Post«Zeitung 1880. Beilage Nr. 133:
„Wi'edererfinbung des Golr< und SilberemciilZ
zuc Mosaikmalerei", — Die Künstler aller
Zeiten und Voller. Begonnen von Prof. Fr.
Mül ler, fortgesetzt oon Ur. Karl Klu nz in<
ger (Stuttgart <8LU, 8».) Bd. I I I , S. 308.
— Noch ist Franz Radi , Landarzt zu
AlMnd i» Tirol, bemerkenswerth, der im
Jahre 1828 — zu ein« Zeit, als Ci!teigun>
gen hoher Gebirge noch Seltenheit^» waren
— in Begleitung von vier Personen die
Similansspitze bei SchnalS in Tirol, 12-lUU
Wiener Fuß über dem Spiegel des adriati'
schen Meres, erstiegen hatte. Gegen die Spitze
zu hatten die kühn,'!, Bergsteiger niele und
große Gefahren zu überstehen.
gtadich. Achaz, Rlldich, Marco, siehe:
Nadirs, Anton ss. d. folg. Seite, in den
Quellen Nr. 1 und 2).
RlltNchi, Julius (Sänger, geb. im
Jahre 1763, gest. zu Wien 16. Sep.
tember 1846). Er kam aus Italien, sei-
ner Heimat, im Jahre 18l0 nach Wien,
wo er zuerst in der italienischen Oper
sang. später sich aber der deutschen Oper
zuwendete, und für uns namentlich deg.
halb Interesse hat, weil er jener Teno-
rist ist, für welchen Beethoven den
Florestan in seiner Oper „tzidelio"
schrieb. Er war zu jener Zeit Hof-Opem»
sänger. Großes Aufsehen durch seinen
Gesang erregte er auch seiner Zeit in der
Oper „Iphygenia" von Gluck. Später
war er durch eine Reihe uon Jahren
unstreitiger Inhaber der Tenorpartien in
Haydn's „Schöpfung und „Jahres-
zeiten." Er besaß uiel Feuer im Vortrage
und eine sehr gute Methode. I n der
Folge trat er von der Bühne zurück l^ nd
nahm in einem Privat. Concerte am
22. März 1829 vom Publicum Abschied.
Gr lebte in völligerZurückgezogenheit uon
seiner Pension in Wien, wo er, 83 Jahre
alt, an Altersschwäche starb.
Wiener al lgemeine Musik-Zeitung.
Herausgegeben uon Dr. August Schmidc
(Wien, 4°.) VI . Iahrg (184Ü), S. 433, in.
der Rubril: „Todesfälle".
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon