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Naimund 277 Naimund
eine Gedenktafel wie jenes von R a i
mund. Vielleicht uerhilft diese Bemerkung
beiden Häusern dazu, was dem Hause
und der StraĂźe zum Schmucke und der
Commune zur Ehre gereichen würde. —
Nebenbei sei bemerkt, daĂź das erste Haus
in der Taborstraße — jetzt Nr. 1 — uon der
Stadt links gerechnet — Raimund's letzte
Wohnung i» Wien war. — I>) Raimund'«
Landhaus, W a ld h e i»,'öI l l u
str i r t eB l ä t>
ter (Wien, gr, 4»,) 1864, Nr. 33, S, 12U-
„Der Grazhof zu Pernitz nächst Gutenstein
im V. u. d. W. W.". Ansicht der Villa,
welche Raimund bewohnte und jetzt noch
aus Pietät für den Dichter oon dem derma»
ĂĽgen Besitzer, Finanzrath von Baumgar-
ten, am V.September jedes Jahr Besuchern
offen steht. — Eine zweite Anficht des 8and>
Hauses von Raimund trögt die Unterschrift:
Ferdinand Raimund's Landhaus bei Pernitz.
Gemalt uon M. Mayer. Lith. uon I,
Städter. Gedruckt bei I . Rauh. Ober-
halb steht: Beilage zum österreichischen Mor>
genblatt (redigirt oon I . N, Vogl M ) . —
e) Naimuüd'« Zterbehau«. Dasselbe ist das
Gasthaus zum goldenen Hirschen zu Pötten»
stein. Eine Abbildung desselben, geschmĂĽckt
mit den allegorischen Figuren des Aschen»
mannes, des Tischlers Valentin und des
alten Butteuweibes im „Verschwender" ist
im Stahlstiche yon L. Mahl t» echt er»
schienen,
VIII. Raimund'« Tod. — Vrav. — Schtdel. —
ElttIMungsfeier seines Nrabdtnlunal«. Ueber
seinen Tod berichtet die Zeitschrift Der
Wanderer (Wiener po>it. Blatt, Fol,) 1836,
Nr, 416, im Feuilleton: „Ferdinand Raimund's
letzte Momente", uon Dr. GuĂźmann >M
diesem Artikel hat Raimund „schwarzes
Kopfhaar", das ist neu!); — dasselbe Blatt
enthält auch eine Beschreibung seiner Ruhe»
statte, im Jahrgange 1837. Nr, 219: „Rai»
mund's Grab". — Ferdinand Raimund
ist auf dem Friedhofe zu Gutenstein begra-
ben. In einer Nische des groĂźen und in
Form einer abgestutzten Pyramide ausgear-
beiteten Grabsteins befindet sich seine BĂĽste
uon Erz, Uon Dialer modellirt, uon Ferdi»
nand Köhler in Wien gegossen; umgeben
uon den Emblemen der Ewigkeit und der
Poesie. Das Steinwerk ist uon Eduard GaĂź
lcr in Wien, Auf dem Piedestal liest man
die einfache Inschrift:
„Ferdinand Raimund,
dramatischer Dichter und Schauspieler.
Geb. am 1. Juni l7S0.
Gestorben am 3. September 1836.
Von seiner Freundin A. W,"
Die Anficht uon Raimund'ö Grabe in
Gutenstein, bildete eine Beilage der „Theater-
Zeitung" uon Väuerle, 1837. zu Nr. 217.
— Ueber die Enthül l« na s fei er des
N a i m und> Denkmals auf dem Wutcnstcincr
Friedhofe, welche am ersten Jahrestage seines
Begräbnisses, am 8, September t83?, statt-
fand, siehe die Wiener Thcater>Zei<
tung uom 14. September «837, Nr. 134.
S. 744; und Ebersberg's „Oesterrei-
chischen Zuschauer" 183?, I I I . Band,
Nr. 112. — Das Denkmal hatte im Laufe
der Jahre durch Unbiloen der Witterung
gelitten und muĂźte im Jahre !8Z2 restaurirt
werden. AlS es im Jahre 1862 neuerdings zu
sinken begann, wurde das Grad geöffnet, die
Knochencestewurdcn meinen neuen Sarg gelegt
und die Neffauration neu durchgefĂĽhrt. Die
Sache kam durch eine Sammlung unter den
Mitgliedern des CarLTHeaters und Wiener
Kunstfreunden durch Director B rauer zu
Stande, der uon dem Gutensteiner Bürger»
meister darum angesucht werde. Im Jahre
1886 wurde ein Requiem zu Raimund'ö
Gedächtniß gestiftet, welches alljährlich an
seinem Todestage, am ». September, in der
Kirche zu Gutenstein um 10 Uhr Vormittage
abgehalten wird oder doch werden soll. Von
Zeit zu Zeit bringen die Wiener Blätter
darauf bezĂĽgliche Nachrichten, ^Fremden-
Blatt. Von Gustao Heine (Wien, 4°)
l80i, Nr. 323; 1866, Nr. 236; 1867. Rr. 241
u. 244. in der Rubrik: „Theater und Kunst",
(den obigen Gegenstand theils ergänzende,
thkil« berichtigende Notizen) — Zellner'ö
Blätter für Musik, Theater u. s. w. (Wien,
kl. Fol.) 1862, Nr. 70, S. 280, unter den
„Kunstnotizen".) — Raimund'« SäMl. Ueber
denselben erhob sich ein hitziger Streit zwi»
schen seiner Erbin und dem Nadner Ärzte
Dr. Rollet, der sich bei der Section Rak»
mund's der Hirnschale, in welcher die platt«
gedrückte Kugel noch saß, bemächtigt hatte.
Frau Karoline Pichler erwähnt >im 4. Bande
ihrer „Denkwürdigkeiten", S. 187, dieser
Geschichte. Der Sachverhalt dieser Angele,
genheit ist aber folgender- v i . Anton Rol>
let (gest. zu Baden bei Wien am 19. Sep°
tember 1842) war von Raimund an sein
Sterbebett berufen worden. Nine Rettung
des Dichters war nicht möglich. Ro l le t
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon