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Namberg 306 Nalnberg
ben, oder meinen sie, sollten sie von
demselben mit größeren Arbeiten be-
traut weiden. Ramberg'S Name
hat sich zunächst durch seine meister-
haften Zeichnungen zu Schil ler 's
Gedichten und zu Goethe's „Hermann
und Dorothea" in weiteren Kreisen
bekannt gemacht. Auch mehrere Staffe»
leibilder des Künstlers fanden vielfache
Anerkennung, so vor Allem sein kolos.
sales: „lLmMng der Ge«»Mln des Nullten
durch Kinzer Friedlich II. °n «einem Hnte zn
Pllllrmn", für das Münchener Marimilia»
neum gemalt, welches neben Mateiko's
„Union von Lublin" als das beste große
Oelbild historischer Gattung auf der Pa<
riser Ausstellung angesehen wurde. Von
seinen anderen Oelbildern sind bekannt:
„Der Zplizirrzllng mit beiu HatmeiZter", im
Stahlstiche nachgebildet, ein Geschenk
des Münchener KunstvereinS-— dann„Ner
blöde Nnmrnjnnge", ein Bauernbursch geht
an drei sauberen Dirnen verlegen vor»
über.und blickt im Kornfeldweg sich nach
ihnen um; — „NnNlninensirun««", — „Has
Flnztllln", alle drei auf der allgemeinen
deutschen Ausstellung zu München im
Jahre 1888. Ramberg wird von der
Kunstkritik zu den begabtesten Künstlern
der Gegenwart gezählt. Er hat sich gleich
seinem Oheim, dem berühmten Zeichner,
Maler und Kupferstecher J o h a n n
Heinr ichRamberg, vornehmlich der
Illustration und den kleinen Bildern zu.
gewendet. Dabei verbindet er mit Gle>
ganz und Schönheitsgefühl die feinste
Beobachtungsgabe für das Individuelle
und eine ungemein fruchtbare und schö>
pftrische Phantasie, die es ihm möglich
macht, mit gleich feinem Verständnisse,
wie er die Gegenwart begreift, auch das
Charakteristische in der Erscheinung frü.
herer Jahrhunderte leicht zu erfassen oder
nach Bedarf seine Menschenbeobachtung in sie zu übertragen. So sind von seinen
Illustrationen zu Schiller'S Gedichten:
„Na«« llM tlauier", „Nie Glllmctung", „Duz
Pnnzchlied", wahre Meisterstücke feiner,
graziöser und wahrer Darstellung. Nicht
minder gelungen sind und zu den rei-
zendsten Arbeiten in dieser Richtung zäh>
len seine Blätter zu ,Hermann und Do-
rothea", welche auf der dritten deutschen
Kunstausstellung in Wien, sowohl was
die Charakteristik der Figuren, sowie die
landschaftliche Umgebung und die treff.
liche Wiedergabe von Tages« und Mon>
deslicht betrifft, als Leistungen ersten
RangeS bezeichnet wurden. Von Ram>
berg sind auch einige Illustrations.
werke im Druck erschienen, und zwar:
„Wielünt!'« Mm»", 36 Blätter Kupfer-
sticke, nach Ramberg's Zeichnungen
(Leipzig. Georg Wigand, 4«., 28 Rthlr.):
— „Merliliqcriichl Viriler", von F, von
Kobel l . Mit Holzschnitten nach Zeich-
nungen von Rnmberg (München,
Braun und Schneider) und in Gemein,
schuft mit F.Pecht: die „Schiller-Gnllml,
Oharaktere an« Schiller'« Werken. Gc8t»chlu
nnn den nllrMüchöten Nn'n«tlern «nch Zeichnnn-
M «an Artli. u. Nambrrg nnd F. Pecht",
80 Blätter in Groß.Quart mit 28 Bo
gen Text (Brockhaus in Leipzig. 12 Rthlr.).
Die Kunstkritik liebt es, Ramberg
und Schw ind neben einander zu
stellen, nur hat letzterer eine Phantasie-
reichere Begabung, während Ramberg
ein gründlicheres Naturstudium aufweist.
Ist Schwind halb modern, so ist eS
Ramberg ganz, und mit dem feinen
Slylgefühle Sch wind'S verbindet er
moderne Eleganz, schärfere Individun<
lisirung und bessere Durchbildung der
Form. Gleich Schwind aber leistet er
das Beste in der Zeichnung und auch da
wieder in der Regel in solchen Stoffen,
in denen das Leichte, Anmuthige, Tle>
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon