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h"t und großem Scharfblicke. Noch mehr
bethätigte er diese Eigenschaften im Som
merftldzuge des Jahres 1849. Er wohnte
zunächst der Beschießung von Palma-
nuova, dann dem Zuge gegen die In»
surgenten im venetianischen Gebirge bei.
daselbst schlug er den Feind auf dem
Monte Mauria am 3. Juni und besetzte
am 8. Pieve die Ccidore. Tr erhielt für
sein ausgezeichnetes Verhalten den Or-
den der eisernen Krone 3. Classe. Nicht
minder that er sich bei der dalauffolgen»
den Einnahme von Treviso am 14. Juni,
bei der Beschießung von Ferraca am
14. Juli und !m Gefechte von Bologna
am 7. August hervor. Während oeS
Feldzuges gegen Piemont fungirte R>,
damals bereits Major, als Chef des
Generalstabes im RefervecorpS des Ge>
nerals Haynau und machte die Erstür»
mung von Brescia und die Belagerung
von Malghera mit. Als Haynau am
30. Mai 1849 von Venedig abberufen
wurde,, um den Oberbefehl über die
Donauainiee zu übernehmen/erbat er sich
auch den Major Rammiug als Chef
des General Quartiermeisterstabes seiner
Armee. Sobald Haynau das Com-
mando übernommen, wandte sich sichtlich
die Entscheidung in Ungarn zu Gunsten
der Kaiserlichen; die leitenden Ideen der
damaligen Kriegführung werden allge«
mein als daö Werk seines Generalstabs-
chefs Ramming anerkannt. Von den
einzelnen Momenten dieser Kriegsope»
tlltion sind besonders hervorzuheben: die
schnelle Concentrirung bei Ungarisch»
Altenburg am 26, Juni; die Dispositio»
nen zu dem Angriffe auf Rciab; die
Detailausarbeitung der combinirten stra»
tegischen Manöver, mittelst deren die
Armee Mitte Juli vor Pesth-Ofen an die
Theiß rückte, den wichtigen Punct Sze>
gedin und die ganze Theißlinie gewann; der geschickt entworfene Uebergang über
diesen Strom bei Szörög am 8. August,
wo die erste entscheidende Schlacht dieses
Feldzuges stattfand, endlich das unauf»
haltsame Vordringen zum Nntsatze des
haitbedrängten Temesvar, unter dessen
Mauern am 9. August der entscheidende
Sä^ng erfolgte. Bei Szörog wie Te»
mesvär hatte sich R. durch persönliches
Eingreifen in die Action so großes Ver-
dienst erworben, daß ihm zunächst das
Ritterkreuz des Leopold-Ordens und die
Beförderung zum Obersten im General'
stabe außer dem Range und, als am
26. März 1880 die 187. Promotion des
Maria Theresien-Ordens stattfand, von
Seite des Capitels das Ritterkreuz die-
ser höchsten militärischen Auszeichnung
Oesterreichs zu Theil wurde. Ein klares
Bild seiner ganzen Wirksamkeit in diesem
Kriege erhält man aus seinem eigenen
Werke: „Der Feldzug in Ungarn und
Siebenbürgen im Sommer des Jahres
1849« (Pesth 1880). in welchem er mit
ebensoviel Bescheidenheit als kritischer
Schärfe die Vorgänge sckildert, so daß
dieses Werk unter allen Umständen die
zuverlässigste Quelle bleibt über diesen
denkwürdigen Feldzug. In den folgen«
den Jahren war R. als Generalstabschef
verschiedener Armeecorps in Verwendung,
bis er über sein Ansuchen um ein actives
Kommando im Jahre 1887 eine Infan>
terie-Brigade bei dem dritten Armeecorps
erhielt. Bei Beginn der kriegerischen
Rüstungen im Frühjahre 1889 wurde
das dritte Corps und mit diesem auch
die Brigade Ramming nach Italien
gezogen, und man bezeichnet als Ursache,
daß ein Kriegsmann von der Bedeutung
Ramming'S nicht seine Stellung im
Generalstabe, wohin er zunächst ge>
hörte, erhielt, die damals in der öster»
reichischenÄrmeeherrschenden persönlichen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon