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Nangheri 336 Aank
liche Recht zu erwerben, die Wallgräben
der Stadt mit Maulbeerbäumen bepftan»
zen zu dürfen. Nun entwickelte er eine
solche Thätigkeit, daß er die Zahl der
Maulbeerbäume bis auf 80U0 brachte,
wodurch die Stadtgräben zwischen dem
Korn« und Poriöer.Thor das jetzige
schöne, gartenartige Aussehen erhielten,
und seine Seidenraupenzucht eine ansehn»
üche Menge Seide lieferte. Fand auch
sein Beispiel nur vereinzelnte Nach-
ahmung und seine Aufmunterung nur
wenig Anklang, so ließ er seinen Eifer
doch nicht erkalten und verblieb ein ge>
treuer Pfleger dieser Cultur des Heimat»
landes seiner Eltern. Die Seidenwürmer,
zucht wurde lange Jahre im Rang»
h er i'schen Hause am Beigstem betrieben.
Eist als er um daS Jahr 1840 ein in
Wrschowic angekauftes Feld von18Metzen
Urea in den gegenwärtigen Rangheri'»
schen Garten verwandelt hatte, verlegte
er dieselbe in einen eigenen Saal des
dort erbauten stattlichen Hauseö. Heinrich
Rangher i strebte auch bei der k. k.
patr. ökonomischen Gesellschaft die Bil>
düng einerSeidmbausection an.Feiner hat
Heinrich Rangheri sich als Pomo»
log rühmlich hervorgethan. I n seinem
Garten cultivirte er die ausgezeichnetesten
Obstsorten', namentlich sind seine reich»
haltigen und schönen Pflaumen« und
Weintraubensorten berühmt. Bei dem
pomologischen Verein that er sich insbe»
sondere durch seine kenntnißreiche, unver»
drossene und mühevolle Verwendung in
Prüfung der Obstsorten, so wie durch
feine Obftausstellungen hervor. — Große
Verdienste erwarb er sich auch als Direc»
tor des italienischen Waiseninstitutes,
dessen provisorische Leitung er unmittel»
bar nach dem Tode seines Vaters über»
nommen Hatte und führte, bis er Ende
Juli 1834 zum definitiven Director be» ruferr wurde. I m nächsten Jahre ging
zwar das Amt auf einen Anderen über,
kam aber schon im Jahre 1836 an H ein>
rich Rangher i zurück, der es nun bis
Ende Juli 1888 versah. Das Institut
gewann unter seiner umsichtigen Leitung
wesentlich und namentlich war er für
Vermehrung deg Stammuermögens be-
dacht. Noch ließ er auf eigene Kosten die
Caftelle des wälschen Spitals restauriren
und auch sonst die Räumlichkeiten der
seiner Obsorge anvertrauten Anstalt her»
stellen; zugleich sorgte er mit aller Um>
sicht für die geistige und leibliche Pflege
der in ihr befindlichen Zöglinge. Heinrich
R. starb am 12. Jänner 1887. — Sein
Sohn Joseph seht die von seinem
Vater und Großvater begonnene Pflege
der Seidencultur mit dem besten Erfolge
fort.
Bohemia (Pragcr polit, und brllctiist, Blatt,
4°.) i8!>7, Nr. 14, S. ?». u, Nr, lv, S, na.
Rank, G. F., Pseudonym für Gustav
Ritter Frank ^siehe: Frank, Gustav
Ritter von.,Bd. IV, S. 316 u. f.)
Rank, Joseph (Schriftsteller, geb.
zu Fr iedr ichsthal , einem Dorfe im
Böhmerwalde am 10. Juli 1818). Sein
Vater Jacob besaß einen ansehnlichen
Bauernhof, den sogenannten „Paulehof"
im Dorfe und hatte eine große Nieder»
läge von Bettfedern, welche aus dem
Innern Böhmens bezogen und hinaus
in's Reich nach Schwaben, Hessen, die
Rheinpfalz, Preußen und die Niederlande
vertrieben wurden. Nuf diese Weise
herrschte im Baueinhofe reges Leben und
kamen in denselben fleißig Nachrichten
über das Treiben in der Fremde. Ueber»
dieß war die Familie zahlreich, denn R.
hatte noch vierzehn Geschwister, zu denen
sich noch die Nachbarsfinder gesellten, so
daß eö im Bauernhöfe ziemlich lebendig
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon