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erwähnen den Dichter nicht, obwohl ver»
schiedenrLiteralurblätter seinen poetischen
Werken gerechte Würdigung angedeihen
laffen. ^Vergleiche die später folgenden
Urtheile über seine Dichtungen.^ Noch sei
hier beineckt, daß durch die Bemühung
von Nappaport bald. nachdem sich in
Wien ein Comite zur Errichtung eines
Schiller-DenkmalS daselbst gebildet, auch
in Lemberg ein Comit6 in's Leben trat,
waches sich die Aufgabe stellte, durch
Theatervorstellungen, öffentliche Vor»
lesungen u. dgl. m. die Errichtung dcs
SchilleoDenkmalS in Wien zu fördern',
diesem Comit6 gehörten als Vice-Präses
Di-. Smolka, der polnische Schauspie»
ler S m och owski , der polnische Dich'
ter Cornel Ujejski u. m. A. an. Aber
außer einem Aufruk in polnischer und
deutscher Sprache hat dasselbe bisher
kein weiteres Lebenszeichen gegeben. Die
Schuld dieses traurigen Ergebnisses liegt
nickt an dem Gründer, sondern wohl
zunächst an den politischen Wirren, welche
die Spalmng der einzelnen Nationalitä«
ten im Kaiserstaale imme: greller ausein»
ander klaffen machen.
Kurz (Heinrich), Geschichte der deutschen Lite»
rcitur mit ausgewählten Stücken aus den
Werken dcr vorzüglichsten Schriftsteller (Leip.
zig, V, G, Tcubner. schm. 4",) Bd. IV,
H. 3!18, — O e st e r r e i
ch i s ch c 6 Archiv für
Geschichte u. s, w, Herausg, von Ried ler
(Fortsetzung des H o rm a y r'schen, Wien, 4».)
Iahrg, <«32, S. 3tU. — Blät ter für lite.
«-arische Unterhaltung (Leipzig, Brockhaus, 4°)
<8L3. Nr, 29. — Wiener Mit thei lungen,
Zeitschrift für israelitische Culturzustände,
Heraus« von Dr. M, Lettcris (4».)
VII . Jahr«. (l8ü0), Nr. <8. — Wiener
Z eitschrift, begründet von Schickh, fort»
gesetzt uun Wit thnuel (8».) 1842, S, !47l.
— Fr an kl (Ludwig Aug,), Sonütagsblätter
<Wicn. 8°.) I I . Jahrg. («««). V, »78, —
Der Osten (Wiener polit. Wochenblatt, 4«,)
18«», Nr, 2l. — Porträt. Ein wohlgetcoffel
ues Vildniß des Dichters, mit dem Facsimile
seines Namenszuaes: Dr. Moriz Nappapoit, enthüll die oben »ngefüktte Literuturgeschichtl-
non Heinrich Kurz, Vd IV, S. ÜZ»,
Literarischc Clia«kteM!!i dc« Dichter,
Nappaparl. Heinrich Kurz schreibt über den
Dichter: „Sein epische« Gedicht „Mose" er>
warb ihm rcroienten Vcifall, Wenn auch
dcr Wechsel der Form nicl't zu billigen ist -
der erste und fünfie Gesang sind in lZaiuo^
nen. die mittleren Oesän>,e in Oc!a>?en ab>
gefaßt — we»n nuch chrl?,n'lllaische L rM
Iun„ einer Lebens.ieschichte l^c künstlerische
Gestaltung nicht aufkommen >äftt, so hat der
Dichter dagegen sichern Tact und «Heschniack
darin bewiesen, daß er nur tie wichtigsten
Momente auS oem Leben des großen Gesetz'
geberS behandelt und manche Emzellcheiten
übergeht, die wegen ihrer poetischen Veocut-
samkeit manchen andern Dichter zur Veband»
lunss gereizt hätten, wodurch aber dae Eben»
»iah oec Tichtung verloren ne^nuien sein
würde, Tie Tichtun,, ist glcichiüäiiig vo,i
celigioskr und poetischer Begeistenmc, qetra^
gen; man fühlt e? ihr bald m>. daß der
von tiefer Verehrung für dr» großen Pr»
pheten durchdrungen ist, der d,'.5 Gesetz per»
kündigte, zu dem er sich nach so oitlen Jahr.
taufenden bekennt. Eine merkwürdige und
einigermaßen auch seüsamr Erscheinung ist
ein zweites Gedicht, „Vajnzzo" <^,-pzi«
18L3), Es besteht dasselbe aus zwei Äblhei.
lungen, deren erste eigentlich a>S Änh.ing ;ui
ziuciten gedacht werden sollte. In dieser näm»
erzählt, die in ü'olgr i^'i Verschiedcnheit in
den religiöse» Ansicht?» der einzelnen Mit-
glieder untergeht. Der Vater, ein polniscker
Jude und reicher Kaufmnnn, ist durch tiefes
und gemüthreichen Frau. ein^r Deutschen, zu
geläuterten Ansichten gelangt,- ihm steht ein
Gebräuchen hängt und durch die Mucht seiner
Ncde und stinec Ueberzeugung es dahin
bringt, daß Jener uo» Zweifel» gefoltert
wird. Der Ge>>s,!s,itz dcr beiden Ansichten ist
mit Talent und Geist dargestellt, und der
Dichter hat die entgegengesetzten Meinungen
mit so klarer Objectioität ausgesprochen, die
Gründe und Gegengründe mit solcher Schärfe
entwickelt, daß man in Bezug auf dessen
eigene im Zweifel wäre, wenn nicht das
Ende auf das Entschiedenste dacthnte, daß er
den reformalorischen Bestrebungen im Schoohe
des Iudenthums zugethan ist. Von wesein»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon