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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Volume 25
Page - 154 -
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Neicha 464 Neichü Churhut von Cöln. Der Prinz liebte sehr die Musik, die er selbst mit Eifer betrieb. Er berief nun Reich a'ü Onkel, den er bereits als tüchtigen Musicus kannte, nach Cöln, übertrug ihm die Organisation des Orchesters und dessen Leitung und später auch die Kapellmei« sterstelle des Theaters. Der junge N eicha erhielt nun, da er schon ziemlich gewandt mehrere Instrumente behandelte, eme Anstellung im churfürstlichen Orchester. Da bot sich ihm nicht nur reiche Gele» geuheit, sich ferner in der Musik auszu- bilden, es erwachte auch, da er die Werke der Musik darstellen sah. sein eigenes ComposüionScalent. Aber darin sollte er wenig Förderung sindni. Sein Oheim sprach ihm alles Compositions» talent ab nnd untersagte ihm auf das Ernstlickste, mit dergleichen die kostbare Zeit zu vergeuden. Was nun der junge Reichn nicht offen betreiben durste, betrieb er heimlich nur um so eifriger. Er kaufte sich die besten Lehrbücher und studirte mit Ernst und Eifer die Werke uon Handel , Mozar t und Haydn. Als um diese Zeit Erzherzog Mar imi - l ian in Cöln eine Universität gründete, besuchte N. die daselbst gehaltenen Vor- träge über Literatur, Philosophie und bildete sich in verschiedenen Zweigen des Wissens, so einen festen Grund zu jenen Arbeiten legend, die später seinen Namen in der Kunstwelt berühmt macbten. In» dessen sehte er trotz der entschiedenen Ab» wehr seines Oheims, in der Stille die componistischen Arbeiten und Studien fort und legte eines Tages eine Compo- sition auf den Tisch seines Oheims. Mit Bangen kehrte er spät Abends — er konnte sich den Tag über zur Rückkehr nicht entschließen — heim und erhielt den Befehl, sofort bei seinem Oheim zu erscheinen. Mit großer Angst betrat er dessen Zimmer, und kaum stand er vor dem sonst so strengen Mann, als dieser dem Neffen um den Hals siel mit den Worten: „Du hast gesiegt, deine Komposition hat mir eine unbeschreibliche Freude bereitet. Folge deiner Neigung, ich will mich hinfüro nicht mehr wider setzen". Und nun begann für den jungen talentvollen Mann ein neues Leben. Die Kapelle des Oheimü führte seine Sym» phonie für großes Orchester auf und bald folgten dieser Aufführung mehrere andere. Dieß genügte, um die Arbeitö» lust des talentvollen Jünglings zu för- dern. I n Bonn lernte Neicha auch Beethoven kennen. „Wir haben vier» zehn Jahre mit einander zugebracht, sagte Reichn, verbündet wie Orestes und Pylades, und waren in unserer Jugend immer zusammen. Nach achtjähriger Trennung sahen wir unS in Wien wie-- oer, und hier theilten wir uns AlleS mit, waS, uns beschäftigte". So war die Lage der Dinge, als die franzosische Revolution ausbrach. Die französische Armee drang in Bonn ein, das der Erz- herzog Max im i l i an bereits verlassen hatte. Auch Reichn'ü Bleiben war nicht länger dort. Er wandte stch zuerst, 1794, nach Hamburg, wo er sich seinen Lebens» unterhalt durch Musiklectionen erwarb und sonst mit Vompofitionen beschäftigte. Doch schlug er in diesen letzteren immer seinen eigenen Weg ein, nie nach der Mode stch richtend, daher sie für ihn auch keine Erwerbsquelle war. „Ich habe mich also eingerichtet, sagte Reich a, nie weder Hilfe von der Komposition zu erwarten, noch auf sie zu zählen". Näh» rend eines fünfjährigen Aufenthaltes in Hamburg hat R. mehrere Instrumental, und Vocalwerke componirt, darunter zwei Opern, eine auf ein deutsches Li> bretto uon Kotzebue, die andere auf
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Volume 25
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Rasner-Rhederer
Volume
25
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1868
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
446
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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