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auf Raglisa erhobenen AnsprĂĽche fallen
zu lassen; ferner um eine Geldsumme in
Empfang zu nehmm, auf welcke die
Republik Ragusa als Erbin der im Jahre
1773 unterdrĂĽckten Gesellschaft Jesu An-
fprĂĽche hatte. Pater Remebell i wurde
am Hofe der Kaiserin mit groĂźer AuS>
zeichnung aufgenommen und behandelt.
OaNoria, ĂĽi Aa^UĂĽei iNuztri (Nazusn. t8^l,
I^c,? I'ran«:. Malteeoliini, 4«.). ^Daselbst
befindet sich wc>hl sein Bildniß, aber während
allen anderen darin vorkommenden Bildnis»
sen berühmter Nagusäec auch eine Ladens»
skizze beigefügt ist, ist üb« Rem edelli leine
uowini illuütil äoNa vn,iml^ 2lg, (Vlenna «
2ai-» l886, 8°.) i>- 2ü?. — Ponrät. Unter,
schuft: Olanisla Ii,emocle!Ii. V^. KaräsNi
<1l8. I^it. Venota (?c>!.).
Remekhilzl), IosephineFreiin (S chr i f t>
steiler in , geb. zu Wien 13. November
1809). Sie stammt aus der reichSfreiherr»
lichen Familie Dietrich zu Landsee
und verlebte eine glĂĽckliche Jugend. Bei
dem vorherrschenden Hange zur TinsaM'
feit, der durch den frĂĽhen Tod ihres
Vaters — er starb, als sie erst sechs
Jahre zählte — nur noch mehr genährt
wurde, entwickelten sich ihre geistigen
Fähigkeiten nur um so mehr, als sie mit
nicht gewöhnlichen Talenten, mit einer
auĂźerordentlichen Neigung fĂĽr speculative
Studien und einem vortrefflichen Ge-
dachtmfse begabt war. Ihr Lehrer war
der im Jahre 18A9 in Grafenberg ver>
storbene, in Obcröslerreich als Poet be>
kannte Othmar Berndl . Sie lernte
ungemein leicht, eignete sich Sprachen
an und versuchte sich frühzeitig in kleine»
ren Arbeiten, welche in der Bäuerle»
schen „Theatei'Zeitung" und in einem von
Werthe im — der sich später Ferdinand
Maria Maluen nannte — herauögcge»
benen Blättcben abgedruckt erschienen.
Ihre Liebe für Kunst und Wissenschaft fand im Umgänge mit dem bekannten
Sammler Johann Ferdinand Ritter von
Schön feld reicklicke Nahrung. Dieser
nämlich hatte die berühmte Rudolphifche
Schatzkammer in Prag käuflich an sich
gebracht und ihre Kuriositäten mit noch
anderen, die er schon frĂĽher gesammelt,
in Wien in demselben Hause aufgestellt,
in welchem Iosephine Baronin Dietr ich
wohnte, welche als Kind mit dem damals
im Greifenalter stehenden Sammler viel
verkehrte. I m November 1834 vermalte
sich Iosephine mit dem nachmaligen
Hofrathe des obersten Gerichtshofes,
Joseph Freiherrn von Nemekhäzy
zu Gurahoncz (geb. 12. März 1803,
qest. 28. December 1864). NnglucksfMe
in der Familie — der Tod hatte in kur>
zer Zeit mehrere Angehörige der Familie
ihres Gatten hinweggerafft, sie selbst
binnen Kurzem drei Kinder und eine
geliebte Schwester durch den Tod uer>
loren — halten auf ihr Schaffen und
Empfinden tief eingewirkt und ste mit
unsanfter Hand auS dem Reiche der
Phantasie in die traurige Wirklichkeit
versetzt. Ihr Schaffenstrieb wurde, wenn
nickt geradezu gelähmt, doch wesentlich
beeinträchtigt, denn seit dies« Zeit schrieb
sie auĂźer einigen kleinen Arbeiten, und
diese meist fĂĽr humane Zwecke, gar nichts
mehr. Von ihr sind im Drucke erschienen:
edwiien. Noulllrn", 2 Bde. (3eip>
zig 1839, Kollmann, 8«.): — „N°lle!Ilü",
3 Bde. (ebd. 1837, Kollmann, gr. 8».);
ildblnmln. Mit 16 Vignetten, gezeichnet
. Alran iere, in Hnlz glschnitien »im
H°tcl" (Wien 1«4t. Ignaz
Klang, gr. 8°.), eine Sammlung von
Gedichten, deren mehrere der zu früh hin»
geschiedene Componist H ackel s^Bd, VII,
S. 156^, Anselm HĂĽt tenbrenner
. IX, S. 4<>6 ,^ Schwarzenberg,
Tsukly in Musik gesetzt haben. FĂĽr
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Volume 25
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rasner-Rhederer
- Volume
- 25
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 446
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon