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Renier 287 Nenk
, ergeben, beschäftigte er sich mit Neobach»
tungen über die Beschaffenheit und
Thiere des adriatischen Meeres, und
erwarb sich einen ausgezeichneten Ruf
im Auslande. Im Jahre 1804 gab er
sein Werk über seine Beobachtungen der
im adriatiscben Meere und in den 3agu>
nen von Venedig befindlichen Gewürme
heraus, in welchem er mehr als hundert
neue Arten anzeigte, die er nach der
Hand noch berichtigte und beleuchtete.
Im Jahre 18t>6 wurde er zum Professor
der Naturgeschichte und Director des
Cabinets an der Universität zu Padua
ernannt. I m darauffolgenden Jahre
erschienen von ihm seine Tafeln zum
Behufe der Classificirung der von ihm
beobachteten und beschriebenen Thiere,
wobei er, um dieselben zu unterscheiden,
ein neues System aufstellte, welcbes er
von der neruichten Substanz derselben
ableitete. Dieses System erweiterte er in
der Folge durch neue Tütdeckungen, ver>
öffentlichte seine synoptischen Tafeln,
welche fünf große Abtheilungen der
Thiere darstellen, wovon die letzte acht>
zehn Classen einfaßt, die unter mancher-
lei Benennungen von ihm eingereiht
wurden, und bis dahin ganz unbekannt
waren. <3r schrieb außerdem verschiedene
naturwissenschaftliche Abhandlungen, die
Frucht 40jähriger Studien, die jedoch
nicht im Drucke erschienen find, ungeach»
tet Se. Majestät Kaiser Franz die Zu-
eignung angenommen hatte. Uebcryaupt
verbreitete er viel Licht über die Physio«
logie der Seethiere und deren Anatomie,
I n den Cabineten der Universitäten zu
Bologna, Pavia und Padua befinden
sich kostbare, von ihm gemachte Samm>
lungen von Seethieren. Eine noch viel
ansehnlichere aber hat in das kaiserliche
Cabinet zu Wien Renier selbst über»
bracht und in einer eigenen Abtheilung aufgestellt. Für diese Sammlung wurde
er von Sr. Majestät sowohl im Gelde
belohnt, als auch mit einem Brillant»
ringe beschenkt. Nenier gab ferner ein
Werk über die Elemente der Mineral»
gie herauS, wovon jedoch nur der erste
Band erschienen ist. Seiner Sorgfalt
und Umsicht verdankt daS naturhistorische
Cabinet zu Padua, das er geordnet und
vermehrt hatte, seinen Aufschwung. Als
Mitglied mehrerer wissenschaftlichen Aka-
demien unterhielt er eine beständige Cor»
respoudmz mit den italienischen und aus»
ländischen Gelehrten. Renier starb im
Alter von 71 Jahren, und an seinem
Sarge hielt der Domherr Don Antonio
(5alcag.no eine Trauerrede, in welcher
die wissenschaftlichen Verdienste des Ver<
blichenen gefeiert sind.
(VLUSkia t834, tip. c!i ^.Iv^opali, ssr. «».)
Lomo I, z>, 2??. — 6«,22Ltta äi Vono-
2ix 183N, Na. Ui. — Neuee Archiu für
Geschichte, Stantenkunde u, s, >v, HerauSg.
uon Me gelle vo» Mühlfc! d und E. Th.
Hohler (Wien, 4".) n. Inhiga»« (l«»l)),
Nr. 24. — Dan^o/n ^<?l>al2>«c^ , I^ a cu,äu,ta
sellil Ne^ud!)!lel>, ä! Veneliill, eä I 5U,ai
Ultimi oiucirlHnt' knni. 8tuäU Ltorwl (V»no-
2w i8ä5, l>iot« dlliilltovied, 8°.) ^pi>«uä.
p. 23. —Oesterreichs Pantheon, Galle,
rie alleS Guten und Nützlichen im Vaterlande
(Wien l820, M. Chr. Adolph, 8«,) Bd. I I I ,
S 27 I>ach diese»! gestorben am !3. Jänner
l8381; Bd, IV, S, l?< n^ach diesem gest.
am IN. Februar l83^. — Oesterreichischt
National'Lncyllopädie von Gräffei
und Czi kan n (Wien lu«6. Neck, »".) Bd, IV,
S. 3?4.
Rtllk, Paul (üiederösterreichischer La n d-
t,o gs» Abgeordneter, Dechant und
Poet, geb. zu Rudmanns in der
Nähe des Cisiercimserstiftes Zwettl in Nie»
derösterreich 6. Jänner 48l8). Kam als
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Volume 25
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rasner-Rhederer
- Volume
- 25
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 446
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon