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in der Kirche deS h. PhilippuS Neii das
Hochaltaiblatt und zwei Seitenaltar-
blätter.
Pil lwein (Venedlct), Biographische Schilde
rungen oder Lexiton Salzburgischer, theils
verstorbener, theile lebender Künstler, auch
solcher, welche Kunstwerke für Salzburg lie
ferten (Salzburg 182l, Mayr'sche Vuchhdlg..
ll.8°,) S. i9i. - Tirolische« Künstlei
Leiiton (Innsbruck l830, Fcl, Rauch. 8°)
S. 208. — Naal er (G. K, Dr.), NeueS all<
gemeine« Künstler>Leliton (München i84i, E,
A. Fleischmann. »°.) Bd. XI I I , S. 33 Gunter
Nensi Andreas^ S, 28 suntcr Renzi
Johanns — Tschischla (Franz). Kunst
und Alterthum in dem österreichischen Kaiser,
staate (Wien 182«, Fr. Veck. gr. 8«.) S. 39l.
Rentz, auch Reuz, Michael Heinrich
Ma le r und Kupferstecher, geb. zu
Nürnberg im Jahre 1701, gest. zu
Kukus in Böhmen im Jahre 1788).
Sein Vater, Eisenhändler, hatte ihn für
das Handelsgeschäft bestimmt, woran
jedoch der Sohn wenig Geschmack fand.
Sein künstlerischer Drang brachte ihn in
die damals unter Preißler'S Leitung
stehende Kunstakademie seiner Vaterstadt,
in welcher er sich die ersten Elemente der
Kunst aneignete. Bei seiner Vorliebe für
die Kupferstechkunst begab er sich nun zu
dem Kupferstecher Joseph vo,n Monta»
legre, bei dem er
stch fleißig inderNadel
und dem Grabstichel übte. Als im zwei»
tm Jahre der Lehrzeit Montalegre
in ein schweres Leiden verfiel, daS ihn
außer Stand setzte, seine Kunst auSzu»
üben, übernahm Renz auf Rechnung
seines Meisters daS Geschäft und führte
eS bis zu dessen Tode mit dem glücklich»
sten Erfolge. Nach M o n t a I e g r e's
Tode führte er wie bisher das Geschäft
nun im Namen der Witwe fort. Es fand
um diese Zeit eben die Heiligsprechung
deS Präger Domherrn I oh ann es von
Nepomuk Statt und R. erhielt den
Auftrag, mehrere Bildnisse deS Heiligen zu stechen. Die von ihm vollendeten
Blätter fanden in Böhmen so großen
Beifall, daß Graf Spork sein eigenes
Bildniß von R. stechen ließ. Auch mit
diesem Blatte erntete R. glänzenden
Erfolg; der Graf. ohnehin ein Freund
und Gönner der Kunst, berief nun den
Künstler nach Böhmen und machte ihm,
wenn er daselbst bliebe, die vortheilhaf»
testen Anerbietungen. R. nahm den
Antrag an, brachte seine Gescbüfte in
Nürnberg in Ordnung und zog mit der
ganzen Monta le g r e'schen Familie nach
KukuS. einer zu den Gütern deS Grafen
Spork gehörigen Ortschaft. Der Graf
hielt Wort, er kam nicht nur in jeder
Hinsicht seiner Zusage nach, sondern be»
lohnte auch R.'S Arbeiten auf daS Neich»
lichste. I n Kukus heirathete N. dann
Monta legres Witwe, die ihm aber
im Jahre 1738 durch den Tod entrissen
wurde. Nun trat der Künstler zum ka»
tholischen Glauben über, vermalte sich
zum zweiten Male mit einer Böhmin,
die ihm zwölf Kinder gebar. Im nam>
lichen Jahre, in welchem R. seine erste
Gattin durch den Tod verlor, starb auch
sein Gönner, der Graf Sport . So
schmerzlich dieser Verlust für den Künst»
ler auch war, so hatte er sich doch durch
seine Arbeiten bereits einen so ehren»
vollen Ruf begründet, daß sein Geschäft
in Böhmen gesichert war. Mehrere An»
träge von Seite deS Auslandes, nament»
lich von Polen, lehnte er ab, folgte aber
einem Rufe des polnischen Kronmarschalls
Grafen Braniczki auf dessen Güter,
wo er dieselben und die Gärten aufnahm
und zeichnete, um sie, wenn er nach
Böhmen zurückgekehrt, in Kupfer zu
stechen. Der Ungestüm deS Grafen aber,
der auf die Vollendung der Platten
drang, ohne dem Künstler die dazu
erforderliche Zeit z» lassen, machte diesen,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Volume 25
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rasner-Rhederer
- Volume
- 25
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 446
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon