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zum Professor der polemischen Theologie
in Innsbruck wurde durch einen Zufall
hintertrieben, hingegen erhielt er 1767
die Professur der h. Schrift im bischöf.
lichen Seminar zu Briren, unter Einem
die Aufsicht über da« bischöfliche Archiv,
das er bei seinen historischen Forschungen
mit groĂźer Umficht benutzte, und wurde
er auch wirklicher geistlicher Rath der Ni>
schöfe zu Briien und Regensburg, aposto»
lischer Protonotar und 4768 CanonicuS
zu Innichen in Tirol. So weit reichen
die österreichischen Quellen über Resch.
denen z» Folge er biS an sein Lebensende
diese Stellen in Tirol bekleidet hätte und
zu Briien gestorben wäre, dem ist aber nicht
so. R. legle seine Stellen nieder, verlieĂź
Tirol und ging — die Gründe, warum
er dieß gethan, find nicht bekannt —
nach Bayern, dort wurde er bischöflicher
geistlicher Rath zu Freysing, Director
des Priesterhauses zu St. Johann in
München und zuletzt Pfarrer in Sitten»
bach, wo ihn das Landcapitel der Pfarrer
zum Dechant wählte. Sowohl während
seines Aufenthaltes in Tirol wie in
Bayern war R. schriftstellerisch thätig
und die Titel der von ihm herausgegeben
nen Schriften sind in chronologischer
Folge: „Anleitung zur lateinischln 3er«!lnn5t"
(Briren 1742, 8"., und noch öfter)'. —
7, 6 / «. s
(Lrixinac 1748, 4«.); —
. . . " (I^inoii 1749, 8".);
1780, 8".); — ^
1730 et 1767, 6'o?-öl?!,'K?i?,,m" (Lrixin:^ 1772, 4«.);
1770—1773,
8°.); erschien auch deutsch unter dem Titel:
„Aiimilchlr Nitchisinuz" (Freysing 1773.
12"., bis 1780 fünfzehn, Auflagen): —
„Uoitllolozi», ublr Nelie «un l>rn Oilit ln, u<5
line Predigt abgehandelt iĂĽr das VĂĽlk nnd die
Slelllllger. Gin hintlrwlHenes Werk" (ebd.
l790, 4".)i ferner erschienen von ihm
„Zwei Briefe zur Aufnahme der Landes»
cultur" im zweiten, Bande (S. 732) von
Hi l lesheim's „ Bayer, ökonom. Haus»
vater"; mehrere Aufsätze in Kohlbren-
ne r'S „Münchner Intelligenzblatl" und
Beiträge zu von Anderen herausgegebe»
nen theologischen Dissertationen. Resch
erfreute sich unter den Theologen seiner
Zeit großer Achtung, die Päpste Vene-
dict XIV. und Clemens XIII . , der
berühmte und als Gelehrter hochgeschätzte
Abt von St. Blasien, Martin Gerbert. '
die italienischen Gelehrten Fa cciolat i .
Mans! u. A. wendeten sich in wissen»
schaftichen Dingen mit Anfragen an ihn
und standen mit ihm im brieflichen Ver»
kehre. Was seine theologischen Ansichten
betrifft, so gehörte er zur alten Schule
und war in kirchenrechtlichen Fragen
streng päpstlich'. dabei aber nichtödestowe»
niger ein Freund der Aufklärung und des
Forlschrittes, eiferte gegen Vorurtheile
und Mißbräuche im Volke, drang auf
Verbesserung deS VolkSunterrichis, der
Landescultur und uor Allem auf Befol>
gung der landesherrlichen Verordnungen i
Alles Eigenschaften, an denen sich die
Priester der Gegenwart, freilich nicht
selten von den eigenen Oberhirten ver>
führt, ein Beispiel nehmen können. Die
Angaben, daß Resch in Bcixen gestor»
ben, dĂĽrften nach dem Vorstehenden zu
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Volume 25
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rasner-Rhederer
- Volume
- 25
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 446
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon