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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Volume 25
Page - 329 -
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Page - 329 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Volume 25

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Nettich 329 Nettich der Großvater leitet. — Zum Schlüsse sei noch bemerkt, daß Julie Rettich ihre reichen Geistesgaben nicht blos auf der Bühne, sondern auch schöpferisch in mehreren Arbeiten, die sich im Nachlasse vorfanden, entfaltete. Noch bei Lebzeiten hatle sie einige Jahre vor ihrem Tode der Direction deS Burgtheaters ein Stück: „Nie alte Inngier", eingereicht. Niemand kannte den Verfasser dieser Arbeit, die im Großen und Ganzen wohlgelungen und nur im Einzelnen eine Umarbeitung wünschenswerth erscheinen ließ. Nach der Hand stellte sich heraus, daß Frau Rettich die Verfasserin war. Und auf ihrem Schmerzenülager noch hatte sie mit Bleistift ein dreiactigeS Schauspiel niedergeschrieben, das sie mit ergreifenden Worten der Liebe und deS Dankes ihrem Gatten widmete. Zu An» fang deS I . 1867 wurde im Buchhandel ein Band vermischter Schriften — theils Oclginal-Arbeiten novellistischen und dra- malischen Inhalts, theils Uebersehungen auS dem Englischen enthaltend, auS dem literarischen Nachlasse der Künstlerin ange» kündigt. Jedoch schemtderselbe bisher nicht erschienen zu sein. Bei ihrem Tode zeigte sich die Theilnahme der Bevölkerung in ihrer ganzen Bedeutenheit, die Räume des protestantischen Bethauses, wo die Leiche eingesegnet wurde, faßten die Zahl der Leidtragenden, welche in den umlie» genden Straßen in unübersehbarer Menge versammelt waren, nicht. Weithin durch die entfernten Vorstädte, die nach dem Friedhofe führen, standen dichte Gruppen, des ZugeS harrend, der sich in dem Ge> wühle nur langsam fortbewegen konnte. Man trug eine Frau zu Grabe, die von ! Allen, selbst von Jenen, die nicht daS Glück hatten, sie persönlich zu kennen, hoch verehrt wurde. Sie machte das in engherzigen Gemüthern und in Kreisen, ^ welche die neue Zeit nicht verstehen, weil sie mit ihrem ganzen Denken in den Vorurtheilen und Abgeschmacktheiten einer längstvergangenen Zeit wurzeln, herrschende Vorurtheil über den Schau- spielerstand zu nichte; wahrhaftig, sie war nur eine Schauspielerin, aber als solche wie als Weib größer, sittlicher und durch ihren Einfluß gewaltiger als viele, durch Geburt und Verhältnisse bevor» zugte Naturen, die es gar nicht verstehen, dieser zufälligen Bevorzugung gerecht zu werden. l. NMen-NtPertolr der Frau Juli« Nettich, Mit Nebergehung der schon in der Lebensslizze g«, nannten Rollen au« den 1.1828 u. !83» folgen hier !» chronologischer Reihe die Hauptrollen dieser großen Künstlerin, und wird bei jenen Stücken, welche mit ihr die erste Aufführung erlebten, !n welchen sie also den Charalter der ihr übertragenen Nolle gleichsam schuf, das Datum der ersten Aufführung beigefügt. 183N. Die Magelona in „Schuld und Vußc", von einem ungenannten Autor. — Die Chriemhild in Raup ach'S „Nibe> lungenhort". 1831. Am 2l, Jänner: Die Flaminia in Houwald'S „Die Seeräuber". — Am 8, Februar- Die Isabel la in Holbein'« „Fürst und Minnesänger". — Am 8. April: Die Hero in Vri l lparzec's „DeS Meeres und der Liede Wellen". — Die Ophel ia in „Hamlet". — Die T l u i r a in M ü l I n e r'S „Schuld", — Die Sappbo'in Gri l lpar« zer's gleichnamigem Stücke. — Die Laoy Macbeth in Shalespearr's „Macbeth". 1832. Am 2». April: Die Olympia ln Bauernfeld'6 «Der Musiker von Äug«, bürg". — Am tll. October: Die Gabriele in des Grafen Johann Ma j l ä th „Die „Zwillingsfchwestern". — ?anassa im gleich» namigen Stücke uon Plümicte, — Die Frau in „Der Wahn". 1833. Die Beatrice in Schiller'« „Nraut uon Messina". Mit dieser Rolle schloß sie ihr erstes Engagement am Wiener Hof< burg'Theater ab, das ersr183N wieder beginnt. 183«, Am l3. April: Die Baronin in „Das geraubte Kind" uon Koch. — Am 5. Mai: Die Eleonore in die „Bela> gerung von Calais" uon Treitschke. —
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Volume 25
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Rasner-Rhederer
Volume
25
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1868
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
446
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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