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u. dgl. m. Dann übersehte er MehrereS
auS dem Lateinischen in'S Üechische und
schrieb auch einige Theaterstücke. Von
diesen letzteren find im Drucke erschienen:
„^o«Ksä!?n<i ^Ma?«", d. i. Die Zauber«
pfeife. Lustspiel (Königgrätz 1810 und
(ebd. 1822); — „H^aisH ^s «s?-«!«",
d. i. Die The im Scherz. Lustspiel in drei
Acten (1841), mehrere andere seiner dra»
matischen Arbeiten blieben in Handschrift
liegen, darunter „Der amtliche Ofenheizer
in seiner Autorität (ürsclui tapio ve 8vä
llutori^aoi). Aus dem Lateinischen über»
setzte er mehrere Oden des Horaz, einige
Lustspiele deS Plautus und Terenz und
beinahe den ganzen Seneca, woraus die
Abhandlungen: Von der göttlichen Vor>
sehung — von der Ruhe des Geistes
und von der Beständigkeit des Weisen
von der Censur schon im Jahre 1839
die Druckbewilligung erlangt hatten.
Auch hinterließ er im Manuscripte zahl»
reiche kleinere, kurzweilige und humo»
ristische Geschichten und Skizzen, dar-
unter: „Augenblicke der Laune, oder
Lebensgeschichte elneS buntscheckigen Ka>
nefas«.
8!ovn,tk nkuonF. Roäkktor Dr. I'raut.
I,»,a. Als 8 ei, d. i, Conversations'Lekikon.
Nedigirt von Dr. Franz Lad, Riegel (Prag
t859. Kober. Le,. 8°.) Bd, VII , S. 35». —
d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag
t849, ?. Kl^n<l>:> 40.) Zweite, uon W. W.
Tomek besorgte Auflage, S. 6i8.
Rettig, Magdalena Dobromila (Le-
chische S c h r i f t s t e l l e r i n , geb. zu
Vseradice im Berauner Kreise am
31. Jänner 1785, gest. zu Leitomischl
im Jahre 1843). Ihr Vater, F r a n z
Ar tmann , war herrschaftlicher Beam»
ter zu Vseradice, kam aber, als sie noch
ein Kind war, nach Slatenic bei Prag.
Als der Vater im Jahre 1792 starb, übersiedelte die Mutter vorerst nach
Prag. dann aber ihres kleinen Einkom-
mens wegen nach Pilsen. Dabei besuchte
Magdalena die Schule, und da sie
ebenso fleißig als geschickt war. unter»
richtete sie ihre Mitschülerinen in Weib»
lichen Handarbeiten. Zu gleicher Zeit
begann sie eifrig Bücher, vornehmlich
die biblische Geschichte zu lesen. Umstände
nöthigten die Mutter, von Pilsen nach
Prag zurückzukehren, dort lernte Mag«
dalena den nachmaligen Magistratsrath
Johann Alexander Ret t ig kennen,
mit dem sie sich. damals 23 Jahre alt,
vermalte. Vereint mit ihm wechselte sie nun
öfter den Aufenthalt, ging mit ihm schon
im Jahre 1809 nach Tabor, wohin er
als Magistratssecrelär befördert wurde,
im Jahre 1812 nach Przelautsch, im
Jahre 1818 nach Auscha an der Orlci.
im,Jahre 1824 nach Reichmau, von wo
sie nach zehnjährigem Aufenthalte end»
lich nach Leitomischl übersiedelte, wo nun
beide, sie und ihr Gatte, bis an ihr
Lebensende verweilten. Durch ihren Gat»
ten erst wurde Magdalena eigentlich
in die oechische Literatur eingeführt. Ihr
Unterricht in den Schulen wie zu Hause
war bisher vorzugsweise deutsch gewesen.
Ihr Mann, der selbst in oechischer
Sprache schrieb, gab ihr oechische Bücher
zu lesen, und Nejedly's Uebersetzungen
des Gesner'schen Idylls „Daphnis"
und deS „Numa Pampilius" von Flo»
r ian waren die ersten öechischen Bücher,
an denen sie sich in ihrer Muttersprache
übte. Im Jahre 1829 schrieb sie schon
einen Aufruf, in welchem sie die Mäd»
chen von Auscha aufforderte, vaterlän»
dische Bücher zu lesen. Jetzt fing sie auch
schon selbst an, zu schreiben, und als sie
eines Tages in Geschäften nach König»
grätz kam und dort mit Ziegler, mit
dem Dichter Kl icpera und mit dem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Volume 25
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rasner-Rhederer
- Volume
- 25
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 446
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon