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Motetten, und war er in der Kirchen»
musik seiner Zeit tonangebend. Jedoch
kommen seine Arbeiten bereits seltener
zur Aufführung, obgleich sie, um sich der
Worte eines Fachmannes zu bedienen,
„doch noch das bleibende Verdienst eineö
musterhaftenQuadriciums und die charak»
teristische Eigenthümlichkeit einer feurig be>
wegten Instrumentalbegleitung besitzen".
Bu rney hingegen, der im Jahre i7"72
der Aufführung eines 1s vouru von
R.'s Compofition beigewohnt, erklärte
dasselbe als „trockenes, sinnloses Zeug
ohne Geschmack".
Köchel (Ludwig Ritter u. Dr.), Die kaiser«
liche Hof-Musikkapelle in Wien von l343 bis
18L7, Nach urkundlichen Forschungen (Wien
l8L9, Fr. Vecl, ««,) S. N4. — Gaßner
(F. S. Oi-.), Universal.Lexikon der Tonkunst,
Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart
1849, Frz, Köhler. Lex. 8°.) S. ?20. —
Gerber (Ernst Ludwig), Historisch,biogra»
phischcö Lexikon der Tontünstler (Leipzig l?82,
I . G. I , Vreittopf, gr. 8«.) Bd. I I , Sp. 273.
— Derselbe, Neues historisch'biogrclphi»
sche« Lexikon der Tonkünstler (Leipzig l8l3,
A, Kühnel, gr, »".) Bd. I I I , Sp, 84l. —
Neues Universal 'Lexikon der Tonkunst,
Angefangen von Dr. Julius Schladeback),
fortges. von Cd, VernSdorf (DreSden l6A?,
Äob. Schäfer, gr. 8°.) Vb. I I I , S. 32l, -
Dlabacz (Gottfr. Ioh.). Allgemeines histo.
lisches Künstler>Lenton für Böhmen und zum
Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag
l8l», Gottl. Haase, 4°.) Nd. I I , Sp. »»!».
— Meyer (I.), Das große Eonuersatwns»
Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburg
hausen, Bibliograph. Institut, gr. 8«.) Zweite
Avtheilg. Bd. V, S, 233. Nr, l.
Neutter'« Vater und Veschwister. Neut.
ter's Vater Johann Georg (geb. zu Wien
im Jahre 165L, gest, ebenda 29. August t?38)
war am l. Juli 109? als Teorbist bei der
tais. hofcapelle eingetreten und bis l7O3 in
dieser Eigenschaft verblieben, mittlerweile,
am 3. August <700, Hofoiganist geworden,
welche Stelle er bis an sein am 29. August
1738 im hohen Alter von 82 Jahren erfolgte«
Lebensende bekleidete. Nebenbei war er auch
Kapellmeister bei St, Stephan. Cr c°m<
ponirte Mehreres und ist von ihm außer einigen Fuge» und Taceten für die Orgel ein
„IllwLioro a, 6uo <Üc>ri »U'uso Aoniauc,"
bekannt. — Von seinen Kindern sind anzufüh«
ren.- Anton, Iohann Georg. Kar l und
Theresia, Anton diente in der kaiserlichen
Anne?, zeichnete sich bei mehreren Gelegen»
heiten aus und war zuletzt Hauptmann im
3. DraLolier>Neg!mente Heißler von HaiderS»
heim; er fiel als solcher im Türtentnege in
Ungarn auf dem Schlachtfclde. — Ueber
Johann Georg vergleiche S. 365 die aus<
führlichere Ledrnsskizze — Kar l (geb. 1697,
gest, l7?0) wurde im Jahre l?3l Organist
an der Wiener St, StephanSkirche, in wel-
cher Stellung er, 73 Jahre alt. starb. Mit
Caldara gemeinschaftlich componirte er für
das kaiserliche Theater die Oper: „Vors»,
ü«I1' aiuiciöia", welche im Jahre <728 auf»
geführt wurde. Im nämlichen Jahre schrieb
üi I«in2ol", welchem in den Jahren 1733
und 1734 noch zwei andere: „II ritorno äi
I'lldia" unl> „lialuli» üdsrata", alle in der
kaiserlichen Capelle aufgeführt, folgten. —
Theresia (geb, 17UL, Todesjahr unbekannt)
war kaiserliche Kammersängerin und gehörte
zu den vorzüglichsten Kanimersängerinen ihrer
Zeit.
Wappen. Ein Gold und Noth gevierteter
Schild. 1- in Gold ein im vollen Harnisch
mit offenen Helm mit darauf zurückflattern«
dem rothen Fcderbusch auf einem einwärts
sprengenden Nnppen sitzender, in eer Rechten
ein zum Streiche erhobenes Schwert haltender
Ritter (Reiter)! 4,- in Noth ein einfacher Adler
mit offenem Schnabel, rothauSgeschlagener
Zunge, ausgespannten Flügeln und mit zwi<
schen den von sich gestreckten Fängen au6>
gespreiztem Schweife,- 2 und 3- in Roth ein
silberner Greif mit von
sich
gestreckten Fühen,
rückwärts erhobenen Flügeln, hinter sich auf-
geschlagenem Schweife und rothausgeschlage»
nel Zunge, Auf dem Schilde ruht ein rechts«
gekehrter gekrönter Turnierhelm, aus dessen
Krone zwischen zwei mit den Sachsen gegen
einander gekehrte», der vordere oben Gold
und unten schwarz, der rückwärtige oben roth
und unten silbern quergetheilten Flügeln der
obbeschriebene rechtsgewendete Nittersmann
mit entblößten! erhobenen Schwerte und
rothem wallenden Federvusch, jedoch ohne
Pferd und mit in die Hüfte atstemmter Lin>
ken, hervonvächst. Die Helmdccken sind
rechts schwarz mit Gold, links roth mit Si l .
ber unterlegt.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Volume 25
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rasner-Rhederer
- Volume
- 25
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 446
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon