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Neyer 400 Neyer
ter von Reyei s^iehe d. Folg.^ und seiner
Gemalin Constantia geboinen von
Mi l les i , welche am 14. November
1889 im 9U. Lebensjahre tiefbetrauert
verschieden ist. Bereits bei Lebzeiten
seimS Vaters Franz Thaddäus
theiligte sich Constantin R. an dem
großartigen Handlungsgeschäfte desselben
und führte es nach dessen Tode mit sei
nen beiden Brüdern Kar l Ferdinand
und Franz Taver, und nachdem Letz
terer im Jahre 1881 gestorben, mit Er<
sterem in jener würdigen Weise fort,
wodurch der Vater den ehrenvollen Ruf
seines Hauses, damals die Firma „Reyer
und Schlik" führend, begründete und in
Folge dessen er zu wiederholten Malen
allerhöchste Auszeichnungen erlangte.
^Vergleiche das Nähere in den Quellen
und im besonderen Artikel Franz Thad»
däuS Ritter von Reyer^. Freiherr
Constantin bethätigte insbesondere
seinen Patriotismus in den ereigniß»
reichen Jahren 1848 und 1849, wo er
durch seine loyale Haltung nicht geringen
Einfluß auf die Bevölkerung der von der
damals stets wachsenden Partei der Itä-
linissimi ftarl unterwühlten Stadt Trieft
übte, so daß sein damaliges Verhalten
durch Verleihung des Franz Joseph»
Ordens, welcher ihm mit kais. Tntschlie»
ßung vom 7. Juli 1850 zuerkannt ward,
gewürdigt wurde. Im Jahre 1884 be>
theiligte er sich auch in namhafter Weise
an dem damals aufgelegten National»
Anlehen. Als mit kaiserlichem Patent
vom 8. März 1860 der österreichische
ReichSiath verstärkt und im Ma! des»
selben IahrcS einberufen wurde, wurde
R. zur Vertretung von Görz, GradiSca,
Istrien und Trieft in denselben berufen,
ergriff in den Finanz» und Handelsfra»
gen öfter das Wort und stimmte zuletzt
für das Minoritätsvotum, welche gegen» über dem der Majorität, das die Grund»
läge des dualistischen Systems legte und
die Initiative des föderalistischen an»
bahnte, für die unantastbare Zusammen-
gehörigkeit aller einzelnen Theile deS
GesammtstaateS einstand und die poli»
tische Wichtigkeit des Staates als un-
theilbares Ganzes darlegte. Am 18. April
erfolgte R.'s Ernennung zum lebenS»
länglichen Mitgliede deö Herrenhauses.
I n diesem hat Freiherr von R. in allen
wichtigen Fragen, so z. B. über den
Zoll» und Handelsvertrag. über den
allgemeinen Zolltarif und daS Budget
mehrerer Ministerien als Berichterstatter
gesprochen. I n Würdigung seiner viel»
fachen Verdienste um den Staat und
den Handel Oesterreichs im Allgemeinen
und TriestS im Besonderen wurden er
und sein Bruder Zar l Ferdinand
mit Diplomen vom 20. April 1889 in
den ecbländischen Freiherrnstand erhoben.
Freiherrnstands < Dip lom 6äo. Wien
vom 20. April 1839. — Oesterieichische
Nlltional'Encyllopädie uon Gräffer
und Czikann (Wien 1836, Beck. 8°.)Vd. IV,
S, 382. — Verhandlungen des österrei»
chischen verstärkten ReichLrathes 1860. Nach
den stcnogiaphilchen Berichten (Wien 186«,
Manz, 8°) Bd. I, S. 386, 409, 414, V88.
757,- Bd. H, S. 303, 39l. — Hahn (Sig>
mund), Reichöraths'Almanach für die Session
'186? (Pran «867, H. Carl I, Satow. 8°.)
S. S, 70.
Reyer, Franz ThaddäuS Ritter von
(Bankier, geb. zu Malborger in
Kärnthen im I . 1761, gest. zu Trieft
17. Jänner 1346). Der Sohn miltel»
loser Eltern, wollte er stch nach beendeten
philosophischen Jahrgängen dem geist»
lichen Stande widmen und hatte bereits
die theologischen Studien zurückgelegt, als
ihn die Bekanntschaft mit einer einfiuß-
reichen Persönlichkeit, die in dem jungen
Manne Fähigkeiten erkannte, die ihn für
einen entsprechenderen Beruf eigneten,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Volume 25
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rasner-Rhederer
- Volume
- 25
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 446
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon