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Nihar 139 Nimmer
an der Laibacher Domkirche zum h. Ni«
kolaus, welche Posten er bis zu seinem
im Alter von 67 Jahren erfolgten Ab-
leben versah. Obwohl nur Autodidakt,
war doch R. ein bedeutender Muficus
und ein ungemein fruchtbarer und dabei
glĂĽcklicher Componist, der namentlich im
Kirchenstyle Bemerkenswerthes leistete.
So sind seine von einer Innigkeit und
bäuerlichen Schlichtheit durchwehten Ma-
rienlieder unter dem Landvolke in ganz
Krain verbreitet und werden in allen
Kirchen des Landes gesungen. Im Gan»
zen soll R. über achthundert Lieder, dar«
unter auch mehrere weltliche componirt
haben, von welch letzteren einige vom
Volke und von Gesangvereinen gesungen
werden. Besonders beliebt find seine
Vocal'Chöre öavioa.) ^a i-gHkoäN)
Z-Ia.8 2V0Q0V) nilatioi. Sein
sH" zst eine Art Nationalhymne
geworden. Einige seiner, vornehmlich
der kirchlichen Kompositionen sind auch
im Drucke erschienen, und zwar Kirchen»
lieder für alle Sonn» und Feiertage,
vierstimmig, 2 Hefte; — Hymnen und
Antivhone fĂĽr gemischten Chor zum
Fronleichnamsfeste; — Vierstimmige
Marienlieder, mehrere Hefte; — Vier»
stimmige Gesänge aus verschiedenen Ge»
sangbüchern; — ein ^antum Nrgo; —
eine vierstimmige Messe und ein Heft
vierstimmiger weltlicher Lieder
Nun ist noch zu bemerken, daĂź von den
zehn Fingern seiner beiden Hände nicht
weniger denn vier gelähmt waren, nichts>
destoweniger spielte er mit den ĂĽbrigen
sechs die Orgel meisterhaft. Als Gregor
starb, bemerkte das Laibacher Blatt
^ax i - o ^ er habe sich in seinem Berufe
so verdient gemacht, daĂź ihm auf seinem
Grabe wohl ein Denkmal gesetzt werden
sollte, und bezeichnet noch dazu vier Verse aus Gedichten Vodnik's als
passende Inschrift des Denkmals. Ob
dieser Vorschlag berĂĽcksichtigt worden, ist
dem Herausgeber dieses Lexikons nicht
bekannt. — Seine noch lebende Schwe«
fter Gertrude (geb. 1814) hat sich
unter seiner Anleitung zu einer tĂĽchtigen
Kirchensangerin herangebildet und hat
durch beinahe dreißig Jahre, nämlich
von 1834 bis zu des Bruders im Jahre
1863 erfolgten Tode am Chöre der Lai»
bacher Domkirche mitgewirkt. — Sein
Bruder Anton lebt als Instrumenten-
macher zu Billichgratz in Krain und ist
als in seinem Fache sehr geschickt' im
Lande bekannt.
2Foäii) 'a äa.niLÄ (Laibach, 40.) 1864. Nr. ä,
S. 29. — Xapi '6i ' , d. i. Vorwärts (polit.
Blatt in Laibach) 1863. Nr. 60, S. 240. —
22. na,va,äQo leto 1865, d. i. Kleiner Katen»
der der Societät des h. Mohor (Klagenfurt,
Leon. kl. 80) Jahrg. 186i>, S. 33.
Nimmer, Albert (Schriftsteller,
geb. zuOlmutz 13. Januar 1818, gest.
zu Wien 3. Juni 1833). Da ihn sein
Vater, k. k. Major in der Artillerie, fĂĽr
den Soldatenstand bestimmt hatte, kam
R. im Jahre 1829. damals 11 Jahre
alt, in die Militär-Akademie nach Wiener«
Neustadt, in welcher er acht Jahre blieb
und dann als Officier in das k. k. In -
fanterie-Regiment Baron Gollner aus»
gemustert wurde. Er kam als solcher
nach Bregenz in Station, blieb aber
nicht lange in diesem Stand.e, sondern
trat in den Civil-Staatsdienst, und zwar.
zu der damaligen k. k. Hofkammer in
Münz- und Bergwesen über; später
wurde er dem k. k. Ministerium für 3an»
descultur und Bergwesen zugetheilt, starb
aber in der Vollkraft seines Lebens, im
Alter von erst 37 Jahren als k. k.
Finanz-Ministerial'Accesstst. Diese bedeu-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon