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Nimmer 161 Nincolini
Als dort im Jahre 1848 die Revolution
ausbrach, erhielt er das Commando des
Fortes Biondelli, später jenes des Fortes
Simeone und kam im Juni g. I . als
Oberfeuerwerker zur Cavallerie»Batterie
Nr. 3. Die nun sich folgenden kriegeri-
rischen Ereigniffe gaben R. bald Gele»
genheit, Muth und Umsicht glänzend zu
erproben, zuerst bei Valleggio am 23. Juli.
wo er auf.den Feind traf, der ihn im
Anbeginn mit vier Sechspfündern wirk-
sam beschoß. Als er aber darauf eine
rückgängige Bewegung machte, eilte ihm
R. mit seinem Geschütze nach und über»
schüttete nun die an 10.000 Mann starke
feindliche Reserve, die vor seinen Blicken
auf der vorliegenden Ebene aufgestellt
war, mit einem so wirksamen Feuer, daß
sofort zwei Stabsofsiciere fielen und die
feindlichen Abtheilungen in wilder Flucht
bis' Villafranca sich zurückzogen. Am
6. Jänner 1849 wurde R., der inzwi-
schen — am 1. December 1848 — zum
Lieutenant im 4. Artillerie-Regimente
befördert und bei demselben in Grah
eingerückt war, für feine ausgezeichnete
Waffenthat nach der Kirchenparade An-
gesichts der Mannschaft mit der* goldenen
Tapferkeitsmedaille decorirt. Bei Aus-
bruch des Krieges in Ungarn wohnte R.
den Gefechten bei Mouffourin, Villovo.
Neusatz. O'Becse, der Einnahme
von Perlaß bei, und that sich mit seiner
Batterie so hervor, daß ihn Banus Iel»
la 6 i 6 durch öffentliche , Anerkennung
ehrte. Besonders wieder zeichnete er sich
bei HegyeS, am 14. Juli 1849, aus, wo
er zwei Stunden lang im heftigsten
Kleingewehrfeuer Stand hielt, zwei feind-
liche Batterien zum Weichen brachte und
den Rückzug unserer Truppen durch seine
Kartätschenschüffe schützte, mit denen er
die über die Schanze bei Verbösz unge«
gestüm vordringenden Ungarn im weite« ren Vordringen aufhielt. R. wurde für
diese Waffenthat die ah. Zufriedenheit zu
erkennen gegeben, bald darauf zum Ober»
lieutenant befördert und ihm im Sep-
tember d. I . „für sein tapferes und
umsichtiges Benehmen vor dem Feinde"
der Orden der eisernen Krone 3. Classe
zuerkannt. Im Juni 1860 wurde R.
zum Artilleriehauptmann 1. Classe beför«
dert, trat aber im October 1861 in den
Ruhestand und starb drei Jahre später
im Alter von 50 Jahren.
Tagespost (Gratzer politisches Blatt) is64,
Nr. <7t: „Hauptmann I . Nimmer". —
Oest'errcichischer Mi l i tär-Kalenoer,
herausg. von I. Hirtenfeld (Wien, kl. 8°.)
XVI. Jahrg. (18Y3). S. 163.
Rincolilli, Ernst Karl (Arzt, Fach»
schriftsteller und Kunstsammler,
geb. zu Brünn 8. März 1783, gest.
ebenda 28. März 1867). Die Gynma-
sialftudien beendete R. zu Brünn, die
philosophischen zu Olmütz, die medicini-
schen in Wien, wo er im Jahre 1808 die
Doctorwürde erlangte. Als. praktischer
Arzt errichtete er in Brünn im Jahre
1803 eine Kinder.Krankmanstalt, welche
er persönlich leitete und deren Wild»
berg in einem feiner Werke, worin er
die medicinische Gesetzgebung in Berlin
darstellt, in ehrenvoller Weise gedenkt.
Zur Zeit der Feldzüge in den Jahren.
1809-1814 leistete R. als Chefarzt
verschiedener Militärspitaler zu Obrowih,
dann in dem im Brünner Strafhause
errichteten Filialspitale und in mehreren
anderen, sowie dei Ausbruch verschiedener
Epidemien mit behördlich anerkannter
Opferwilligkeit und Ausdauer die er»
sprießlichsten Dienste. Im Jahre 1815
war er über des berühmten Peter von
Frank Anempfehlung Hausarzt bei den
beiden, damals in Brünn weilenden
Schwestern Napoleon's I., der Fürstin.
v. Wurzbach, biogr. Lexikon. XXVI. lGedr. 6. Oct. 5873.) 11
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon