Page - 183 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Volume 26
Image of the Page - 183 -
Text of the Page - 183 -
Nitter 183 Nitter
Libussln. Der im Jahre 1800 von der
Landesregierung an die ftudirende Iu
gend in Böhmen erlassene Aufruf, in
die Scdaaren der Vaterlandsvertheidiger
zu treten, führte ihn aus den juridischen
Hörsälen unter die Fahne der von Erz>
herzog Kar l in jener Zeit errichteten
böhmischen Legion, deren Concentrirungs
platz Budweis war. Hier diente R. im
Bataillon der Akademiker und wurde in
der Kanzlei des Landescommandiren«
den Generalen, Feldzeugmeister Grafen
Sztaray, welcher in Budweis sein
Hauptquartier hatte, verwendet. Nach
Auflösung der böhmischen Legion folgte
Rit tersberg der Aufforderung Szt a-
ray'S. als Cadet in das 33. Infanterie-
Regiment zu treten, welches den Namen
des Generals trug. I n diesem Regimente
wurde R. im Jahre 1804 zum Lieutenant
befördert. Bei Ausbruch des Krieges
im Jahre 4803, damals Adjutant des
Grenadier«Bataillons seines Regiments,
kam R. nach Italien. In diesem kurzen
Kriege, in welchem er mehrere Male den
Dienst eines Brigade» und Divistons<
Adjutanten zu verrichten hatte, erwarb
er sich die Gunst des damaligen Feld'
marschall-Lieutenants Freiherrn von Vo>
gelsang, welcher nach dem Friedens»
schluffe die Uebersetzung R.'s zu seinem
Regimente bewirkte und ihn als Inha«
bers« und zugleich Divifions»Adjutanten
zu sich nahm. Während des Waffenstill,
standes wurde R. zum Hauptmann be>
fördert. Als in den Jahren 1813 und
1814 Feldzeugmeister Marquis von Cha-
steler den Befehl deö Graf Klenau-
schen Armeecorps von Dresden über»
nommen hatte, kam R. zur Dienstleistung
m dessen Hauptquartier nach Zehist bei
Dresden, wurde spater von dem com-
mandirendenGeneralenFürsten Schwär»
zenberg mit der Einrichtung des Platz» commando's in Montbelliard in Frank-
reich beauftragt und nach Vollzug dieses
Geschäftes bis zum Abzüge der Truppen
aus Frankreich in dem schreibenden
Hauptquartier der Armee zu Vesoul bei
Dijon verwendet. 1814 zog er mit
dem dritten Bataillon seines Regiments
abermals über den Rhein und wohnte
mit demselben der Berennung der Feste
Pfalzburg und spater der Einschließung
des in Straßburg befindlichen franzöfi-
schen Armeecorps deS Generals Rapp
bei. Als die Expedition gegen Neapel im
Jahre 1821 stattfand, erbat sich Rit-
tersberg, von dem dritten Zu den
beiden ausmarftirenden Feldbataillonö
übersetzt zu werden. Nach beendigter
Expedition bat R., dessen Gesundheit
durch die Strapazen der Feldzüge und
insbesondere durch die ihm wenig gün«
stige Einwirkung des südlichen Klima's
stark gelitten hatte, um Entlassung aus
dem Armeedienste, und wählte, nachdem
er sie erhalten, Prag zu seinem Aufent-
halte. Da seine Versuche, eine Anstellung
bei dem Kriegsarchive zu erhalten, ohne
Erfolg geblieben waren, widmete stch R.
literarischen, vorzüglich militärifch-histo»
rischen Arbeiten, und auch die damalK
neu erwachten Kunstbestrebungen nahmen
seine Thätigkeit in Anspruch. Er war ein
enthusiastischer Freund der Tonkunst und
der bildenden Künste und ein Kenner
beider. Seine Kunstliebe und sein richti»
ges Kunsturtheil wurden auch die Ver»
anlassung, daß ihn der Verein der Kunst-
reunde für Kirchenmusik in Böhmen, zu
deffen Begründung R. vorzüglich mir-
gewirkt, im Jahre 1826 zu seinem Ge-
schaftsleiter und Ausschußmitglied, ferner
die seit dem Jahre 1786 bestehende Ge»
sellschaft patriotischer Kunstfreunde in
Prag im Jahre 1824 zu ihrem Ausschuß,
mitgliede und 1831 an die Stelle deS
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon