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Wien 23. Februar 1777, gest. ebenda
26. November 1818). Sem Vater war
k. k. Regierungssecretär. Im Alter von
acht Jahren aber kam der Knabe zu
seinem Großvater von mütterlicher Seite,
zu Friedrich von Knaus Ad. XII,
S< 139), damaligem Director deS Physi«
kalischen Hofcabinets, der sich durch ver»
schiedene mechanische Kunstwerke, unter
anderen durch eine „selbstschreibende
Wundermaschine", einen Namen gemacht,
und der seinen verwaisten Enkel in der
Absicht zu sich genommen, ihn zum
Nachfolger in seinem Amte heranzubilden.
Von seinem Großvater wurde nun R.
in der Mathematik, Mechanik, über-
Haupt in den inductivcn Wissenschaften
auf das Sorgfältigste unterrichtet, über«
dieß wurde er in Sprachen, Musik und
Zeichnen ausgebildet. So gestalteten sich
denn die Aussichten für die Zukunft
Ritt ig's in hoffnungsvollster Weise,
als der plötzliche Tod seines Großvaters
— Knaus starb am 14. August 4789
und sein Enkel Rirt ig zahlte damals
13 Jahre — alle Pläne zerstörte und
seine Lebensrichtung änderte. Wohl voll-
endete R. noch die philosophischen Stu«
dien, aber im Jahre 1792 — im Alter
von 13 Jahren — trat R. in die k. k.
Artillerie. Schon im folgenden Jahre
kam er zur Rheinarmee in's Feld, später
machte er die Belagerung Mannheims
mit. Im Sommer 1796 befand sich R.
im Armeecorps, das unter Feldmarschall
Wurmser's Befehl vom Rhein nach
Italien beordert wurde. Die Schlacht
bei Baffano (8. September 1796) machte
R. an Seite des General«Majors Funk
von Senftenau ^Bd.V, S. 33) mit,
kam mit ihm nach Mantua und theilte
vom 11. September 1796 bis 4. Februar
1797 mit der Garnison gleiches Loos-
In den folgenden Feldzügen versah er bei verschiedenen Artillerie»Abtheilungs'
Commandanten Feld'Adjutantendienste,
wohnte als solcher den blutigen Gefech-
ten bei Feldkirch in Vorarlberg, der
Erstürmung des Luciensteiges in Grau»
bündten, der Schlacht bei Zürch und
dem Gefechte bei Uznach bei und machte
in gleicher Dienstleistung auch die Feld-
züge der Jahre 1805 und 1806 mit.
Nach dem Friedensschlüsse erhielt er die
Bestimmung als Lehrer des Dienstes und
Geschaftsftyles in der zu Budweis befind'
lichen höheren Lehranstalt des 4. Artil-
lerie-Regiments. Auf diesem Posten blieb
er, bis der Reformator der österreichi»
schen Artillerie, der Feldmarschall Joseph
Graf Colloredo.Melz und Wal l -
se e ^Bd. I I , S. 427). ihn im Jahre 1808
in das Bureau der General'Artillerie'Di'
rection mit der Anstellung als 2. Adju»
tant nach Wien berief. Als GrafCollo-
redo im November 18t 8 starb, blieb
R. in derselben Stellung bei dem Di>
rectors'Stellvertretel,Feldmalschall.Ziell'
tenantFreiherrn v. Reisner ^Bd. XXV,
S. 230), und auch später nocb, als Erz.
herzog Ludwig im 1.1819 den Posten
des General« Artillerie» Directors über-
nahm. I n dieser Zeit war R. zum Haupt-
mann in seiner Anstellung vorgerückt
und als solcher im Alter von 41 Jahren
gestorben. Er war eben daran, mit Pen-
sionsrang in den Ruhestand zu über-
treten, den er seiner schwächlichen Ge»
sundheit wegen und um sich ganz seinen
literarischen Arbeiten widmen zu können,
erbitten wollte. Aber nach einem Ma-
növer am 26. November 1818, an wel-
chem er sich sehr anstrengen mußte, wurde
er plötzlich von einem Blutsturze befallen,
dem er auch erlag. Diese in Anbetracht
der Kenntnisse R.'s eben nicht glänzende
Laufbahn ist es nicht, die ihm eine Stelle
in diesem Werke anweist. Mit Fr. Aug.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon