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Noblik 212
Roblik, Elias Libor (gelehrter Theo-
log, geb. zu Krzeczkowicz in Mäh-
ren 29. Jänner 1689. gest. zu Wien
1. November 4763). Studirte inOlmĂĽtz
und erlangte daselbst auch die Priester»
weihe, worauf er in die Seelsorge trat,
1720 Caplan bei St. Jacob in Brunn,
1723 Pfarrer in Gurein wurde. Nun
kam er 1726 in gleicher Eigenschaft nach
Schwabenitz und von da 173i nach GroĂź-
Meseritsch, wo er auch die DechantswĂĽrde
erbielt. MĂĽde der Neckereien. die er
wegen Behauptung der Territorialrechte
des landtäflichen Pfarrgutes Petrowitz
gegen den Herzog von Holstein, als
Bescher von Meseritsch, zu erdulden
hatte, rcsignirte er im Jahre 1747 seine
Pfarre und zog sicr» nach Wien zurück,
wo er noch 18 Jahre im Privatstande
verlebte und nach seinem Ableben sein
ganzes, nicht unbeträchtliches Vermögen
— 30.000 fl. — dem Staate für Arine
und wohlthätige Zwecke vermachte. R.
stand im Rufe eines grĂĽndlichen Theo-
logen und Kenners der orientalischen
Sprachen, von welchen er die hebräische
sehr geläufig sprach. Sein Hauptbemü«
hen war dahin gerichtet, die Juden von
ihren, von der Urlehre abweichenden
Meinungen und Glaubensanfichten ab-
zubringen, und zu diesem Zwecke ver«
öffentlichle er das Werk: „Jüdische Ingen-
glĂĽ3el, i>. i. den Juden jnr Orlucintniss des
Glaubens vorgestelltes Vnch" , 2 Theile
(Brunn 174l, Fol.; auch Königgräh.
dann Znaim 1743). R.. der in diesem
Werke nicht, wie es sonst ĂĽblich, mit
Schimpfreden u. dgl. gegen die Juden
auftrat, starb im Alter von 76 Jahren.
d'Elvert (Christian), Beiträge zur Geschichte
und Statistik Mährens und Oesterreichisch'
Schlesiens. I. Band: Geschichte des Bücher»
und Steindruckes, des Buchhandels, der
BĂĽchercensur und der periodischen Literatur
u. s.w. sBrünn 1834, Rohrer's Erben. ar. 8".) S. 270. — Neuigkeiten (Brünner polit.
Blatt) 1858. Nr. 28. — Wolny, Kirchliche
Topographie von Mähren (Brünn. gr. 8°)
Brünner Diöcese, Bd. I I I , S. 62.
Roboz, Stephan (ungarischer Poet
und Schriftsteller, geb. zu Köttsö
im SomogyerComitate Ungarns 27. Octo-
ber 1827). Stammt von einer von Kai-
ser Leopold I. im Jahre 1661 geadel-
ten, im Somogyer Comirate ansässigen
Familie. Die Hauptschule besuchte er zu
Papa, wo er eifriges Mitglied des da<
selbst bestandenen oder noch bestehenden
„Iugendvereins" war und dessen belle-
tristisches Blatt „Oltär«, d. i. der Altar,
einige Zeit redigirte. Zu gleicher Zeit
aber las er mit Eifer die Werke seiner
vaterländischen Dichter, vornehmlich K ö l«
csey und Vörösmarty , und unter
den auslandischen jene von Byron und
H a fi s. Nachdem er im Jahre 1848 die '
Nechtsstudien beendet hatte, trat er als
Regkrungscommiffär zu Somogy in den
öffentlichen Dienst. Ueber seine Schicksale
wahrend und unmittelbar nach der Re-
Volution ist nichts bekannt. Im Jahre
1838 lebte er in seinem Geburtsorte,
mit der Oekonomie beschäftigt und die
Muße der Literatur und literarischen Ar«
beiten widmend. FrĂĽhzeitig schon trat er
als Poet auf und veröffentlichte seine ersten
Arbeiten in dem Roaber Blatte „Ha-
23.uk", dessen Mitredacteur er war. Er
schrieb zu jener Zeit unter dem Pseudo-
nym 3 abora, dann gab er die größere
Novelle: „N^talä l t naxiä törsääkei";
d. i. Bruchstücke eines gefundenen Katen»
ders, im „?e8ti Nap16" heraus, und seit
dieser Zeit wurde er ein fleißiger Mit»
arbeiter schöngeistiger ungarischer Iour-
nale. Von seinen Arbeiten sind bekannt:
— in den (Ü8ÄiHäi l a p o k : „k l i
") d. i. Unser Vater; und selbst«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon