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Nöhlich 231 Nöhner
Oerte den Augiasstall, entließ unnöthige
Arbeiter, brachte Ordnung in den Be«
trieb, machte als gewandter Praktiker in
allen zum Kunsterzguß gehörigen Fächern
neue Versuche und erzielte ebenso glück,
liche, als finanziell günstige Resultate.
Ihm gelang es auch, die Trennung
Fernkorn's von dem Steinmchmeister
Kranner, welche Verbindung wesentlich
zu Fer nko rn'S Nuin beitrug, zu erzielen
und so allmalig einigermaßen Ordnung
in F ernk o rn's Geschäft zu bringen. Als
aber im Jahre 1864 Fernkorn vom
Schlage getroffen und in Folge dessen
Hanz arbeitsunfähig wurde, übernahm
R. die Vollendung des Eugen»Monu-
ments, das kaum über die Modellirung
hinausgekommen war, und beendete den
Hauptguß der Statue und Postaments-
Verzierungen. Als das Denkmal vollen-
der und aufgestellt war. wurde R. am
Tage der Enthüllungsfeier, am 20. Octo«
ber 1865. mit dem goldenen Verdienst«
kreuze mit der Krone ausgezeichnet. Nun
folgten, noch immer auf Rechnung Fern-
k o rn's. der Guß des Iellaoi6-Denkmals,
>der Vörösmarty'Statue für Stuhlweissen«
bürg und noch mehrerer größerer und
kleinerer Denkmaler und Büsten. Als
aber Fernkorn's Leiden so sehr zu»
nahm, daß er vollends vom Geschäfte
zurücktreten mußte, verband sich Roh«
lich mit dem Bildhauer Pöninger
I M . XXI I I , S. 46 j^ zur Uebernahme
des Ateliers, das nun freilich nicht mehr
die Staatsunterstützung, die Fernkorn
so reichlich zu Theil geworden, genießen,
sondern vielmehr auf eigene Rechnung
fortbestehen und dem Staate für Be>
nützung der Räumlichkeiten einen jähr-
lichen Betrag von 3^90 ,fl. bezahlen
sollte. Der ober dem Hauptthore des
OußhauseS befindliche Titel: „k. k.
Kunst.Erzgießerei" ist demnach blos ein Merkmal, daß die Gebäude Staats»
eigenthum sind. Für Röhlich und
seinen Compagnon erwuchs durck diesen
Anstaltstitel keinerlei Anspruch auf Rang,
Gehalt, Subvention und dergleichen,
sondern die Stellung ist eine vollkommen
private, sowohl ihren Auftraggebern, als
auck ihrem eigenen Arbeitspersonale ge»
genüber. Der vorbenannte Betrag wurde,
wie es heißt, der Familie Fernkorn
überwiesen, zugleich aber wurden im
Jahre 4866 von Roh lich und seinem
GesellsckafterP ö ningerdie säm mtlichen
Fernkorn'schen Activen und Passiven
übernommen. Seit 1866, d. i. seit
Uebernahme der Anstalt, hat R. zahl-
reiche Bronce«Arbeiten von kolossalen,
wie kleineren Formen bereits ausgeführt,
u. a. die Sckiller»Statue im Parke des
Baurathes Freihcrrn von Schwarz in
Salzburg, das Monument deS Fürsten
Karl Schwarzenberg in Wien und
viele andere monumentale Arbeiten des
In- und Auslandes. Auch wird in dieser
Anstalt daS Wiener Sckiller-Denkmal
gegossen werden. Bei Enthüllung des
Sckwarzenberg'DenkmalS wurde R. von
Sr. Majestät mit dem Ritterkreuze des
Franz Ioseph»Ordens ausgezeichnet.
Röhner, Wilhelm (Maler. Ge-
burtsort und Iabr unbekannt). Zeitge»
noß. Dieser Künstler lebte zu Ende der
Dreißiger« und zu Anbeginn der Vierzi»
ger-Iahre zu Wien als Maler und hat
in den Iahres-Ausstellungen in. der k. k.
Akademie der bildmden Künste zu St.
Anna von 4839 bis 4842 verschiedene
Porträts und Genrebilder ausgestellt,
und zwar im Jahre 1839: „2 Partläk",
eines davon in Kreidezeichnung ', —
!640: „Ainei NNlhen mit einer Nrirituube";
— I84i: „Nie kleinen Amiebelllerkünier"'. —
„Gin ÄMZüMe"; — „Nie Wahrsagerin";
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon