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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Volume 26
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248 Lloesner nafialstudien begonnen, diese wieder auf» gab. um sich als Schauspieler und Deco» rationsmaler der Bühne zu widmen. Aber seine eigenen Eltern, die auS Erfahrung das Bühnenleben kannten, wendeten ihre ganze Ueberredungsgabe an, um ihren Sohn von seinem Vor- haben abzubringen, was ihnen endlich auch gelang, und da der künstlerische Zug in R. vorherrschte, widmete er sich dem Architecturfache. Mit allem Eifer warf er sich nun auf das neu gewählte Fack, betrieb fleißig naturwissenschaftliche und Sprachstudien. Auf der Akademie der bildenden Künste in Wien,- die er besuchte, errang er sich den großen, für Zöglinge der Architecturschulc ausgesetz- ten Preis und ging im Jahre 1830 als Pensionär nach Rom. Dort wurde er mit manchem tüchtigen Künstler oefreun- det, trat Männern wie Cornel ius, Overbeck. Ste in le und Thorwald» sen näher. Seinem vorherrschenden Dränge folgend, entschied er sich in dem st-lbstgewahlten Fache für die altcbristliche Baukunst und wendete sich insbesondere dem Kirchenbaue zu. Noch vor seiner Reise nach Rom war er schon im Jahre 4826 als provisorischer Corrector an dor aka- demischeti Architecturschule angestellt wor- den. Im Jahre 1833 erfolgte seine Er« nennung zum wirklichen Professor und wurde ihm die „schöne Baukunst", sowie das Ornamentenzeichnen nach Gypsmo» bellen zum Wirkungskreise angewiesen. Im Jahre 1845 wurde er zum ordent- lichen akademischen Rache erwählt. Am 18. Juli 1848 übernahm er provisorisch die Präsidentschaft der kais. Akademie der bildenden Künste, die er über vier Jahre, bis zu der am 30. September 1882 erfolgten Berufung deS Directors Rüben verwaltete. Nach der ^ unter der neuen Direction ausgeführten Re« organisation der Akademie wurde R. der Vortrag der Perspectivlehre, der Darstellung ornamentaler Gegenstände aus verschiedenen Stylepochen und die Techtonik der Geräthschaften ans diesen Perioden zugewiesen. Nach van der Nul l 's Pensionirnng supplirte R. die erledigte Lehrkanzel, spater auch die des erkrankten S ic card sburg. Was nun neben dieser vorherrschend theoretischen Thätigkeit seine praktischen Leistungen betrifft, so ist vor Allem die Abtragung des baufällig gewordenen HelmS des St. Stephansthurms in Wien, womit R. im Jahre 1839 betraut wurde, anzu- führen-, im März 1845 wirkte er als Hofcommisstons - Mitglied der Wiener Induflrie-Ausstellung, im Jahre 1850 in der österreichischen Commission für die Londoner Ausstellung und zugleich in der Preis'Iury und als Berichterstatter über die Ausstellung; endlich bei der Zusam» menstellung der für die Königin Victo« ria von Sr. Majestät dem Kaiser ge« widmeten Geschenke, welche aus einer Sammlung von Dichtungen, Musik- stücken und Zeichnungen österreichischer Künstler bestanden; ferner war N. durch zwölf Jahre im Rathe der Wiener Stadtgemeinde thätig, die er in Sachen der Stadterweiterungä »Commission so ersprießlich vertrat, daß ihm das Bürger» recbt der Stadt Wien verliehen wurde. Auch dem niederösterreichischen Gewerbe- Verein gehörte R. durch viele Jahre als eifrig wirkendes Mitglied und zuletzt als Vice.Präsident desselben an. Auf diesem Posten erwarb er sich um die Errichtung der gewerblichen Zeichnungsunterrichts' Anstalt ein bemerkenswerthes Verdienst. Was die von ihm ausgeführten Bauten anbelangt, so sind aus seiner früheren Zeit anzuführen: die Iohanneskirche in der Iagerzeile. die Kirche in Meidling
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Volume 26
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Rhedey-Rosenauer
Volume
26
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1874
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
436
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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