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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Volume 26
Page - 255 -
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Nößler 233 Mßler Bewerbungen, welche zuletzt das Gleich» gervicht seines Geistes störten und die erschütternde Schlußkatastrophe seines Lebens herbeiführten. I n Frankfurt son derte sich R. mit noch einigen Gleich gesinnten von der Masse der übrigen österreichischen Abgeordneten, von der Ueberzeugung ausgehend und unverrückt an ihr festhaltend: daß für Oesterreich und Deutschland eine gemeinsame Ver- fassung unausführbar sei. Nachdem gar durch die in Oesterreich verkündigte Ver- faffung von dieser Seite die Möglichkeit zur Einigung vollends abgeschnitten war, wollte er ferner keinen Theil haben an dem Bestreben, eine einheitliche Verfaß sung des übrigen Deutschland zu hinter« treiben. Offen der Gagern'schen Partei sich anschließend, stimmte er für den Welcker'schen Antrag, für den preußi- schen Kaiser, nur auf diesem Wege die Möglichkeit einer friedlichen Ausgleichung, die Möglichkeit eines festen Bundesver< hältniffeS erkennend, Laube in seiner Geschichte des ersten deutschen Parla- ments schreibt über Rößler: „von der ganz kleinen Zahl unter den Oester- reichern, welche Alles auf die wahrschein» liche Rückkehr in die Heimat opferten für den vollen Begriff eines deutschen Staates, gehörte Rößler. Er und Makowitzka, zum Theile auch Groß, sämmtlich aus dem nördlichen Böhmen stammend, führten ihre ideale Aufgabe mit voller Konsequenz durch, ohne deß» halb den Uebertreibungen der Linken zuzustimmen". Unter solchen Umständen, das sah Rößler voraus, war für ihn kein Bleiben. Mit welchen Maßregeln man damals in Oesterreich, zunächst in Wien, gegen die Abtrünnigen vorging, ist bekannt. N. mußte also für sein wei- teres Fortkommen seine Blicke auf Deut sch« land richten, und so entschloß er sich, in Gö'ttingen als Privatdocmt aufzutreten. Er laS nun daselbst deutsche Rechts- gesckichte. über den Sachsen« und Schwa» benspiegel und über Landwirthschafts' recht. Zu gleicher Zeit arbeitete er an der Fortsetzung seiner Rechtsdenkmäler auS Böhmen und Mahren, deren zweiter Band unter dem Titel: „Nie stadtrechte von Nrnnn ans dem Xlll. und XlV. Ichchnn- drrte nach bisher nngebrnckten NandsHMen" (Prag 1832. Tempsky. 8".) erschien, welchem eine für die Geschichte der deut» schen Kolonisation in den östlichen Grenz» ländern wichtige Einleitung vorausgeht. R. hoffte für seine wissenschaftliche Thä- tigkeit einen materiellen Erfolg, eine feine Zukunft sichernde Anstellung — vergeblich. Nicht genug, daß ihm sein eigenes poli^ tisches Verhalten nicht vergeben und ver» gesseu wurde, zum Ueberflufse gesellte sich noch eine unglückliche Namensverwechs« lung mit dem Reichskanaricnvogel Rös« ler, einem Schullehrer auS Oels, daher gemeiniglich Rösler von Oels ge» nannt, hinzu. Diese Caricatur eines Par> lamentsmitgliedes, zu dessen näherer Bezeichnung fein Zeichner, Herr von Boddien, die Worte hinzufügte: „singt wenig, spricht viel und lebt von Diäten", für welche er als grimmigster Adelstöd» ter und Vernichter aller Standesoorrechte sich lächerlich genug geberdete, konnte, ja mußte, wenn man aus Unkenntniß der Per» onen den gediegenen Rößler mit ihm verwechselte, Ersterem empfindlichen Nach« theil in der Beurtheilung zufügen. So unter den mißlichsten Verhältnissen, unter drückenden Sorgen für seine materielle Existenz, arbeitete R. auf seinem mit geringem Gehalte ausgestatteten Posten an der Göttinger Umversitats-Bibliothek. den er, wenn er nicht geradezu verhun« gern wollte, angenommen hatte. Seine Hoffnungen auf eine Professur in Göttin»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Volume 26
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Rhedey-Rosenauer
Volume
26
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1874
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
436
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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